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Alles über Eva mit Anne Baxter und Bette Davis
Alles über Eva mit Anne Baxter und Bette Davis

TV-Tipp für Montag (18.12.): Anne Baxter schleicht sich bei Bette Davis ein

Arte zeigt Meisterwerk "Alles über Eva"

"Alles über Eva", Arte, 20:15 Uhr
Eine Möchtegern-Schauspielerin (Anne Baxter) schleicht sich als vermeintlicher Fan in die Gesellschaft einer anerkannten, aber alternden Theaterdarstellerin (Bette Davis) und ihrer Freunde ein.

"Fasten your seatbelts! It's gonna be a bumpy night." ("Bitte anschnallen, meine Herrschaften! Es wird eine eine stürmische Nacht.") Dieser Satz aus "All About Eve" wurde vom American Film Institute als eines der zehn besten Filmzitate aller Zeiten auserkoren, so wie der Film selbst 1998 auf Rang 16 der besten amerikanischen Kinofilme gewählt wurde. Tatsächlich gibt es niemanden, der etwas Negatives über dieses intelligente, feinsinnige und teilweise umwerfend witzige Drama zu sagen hätte.

Auch nach knapp 70 Jahren bleibt dieses Meisterwerk einer der großen Filme der Kinogeschichte. Und wenn es auch wahr ist, dass Hollywood gerne Filme über sich selbst dreht - oder wie in diesem Fall über die Theaterszene -, um die sich das Publikum dann aber nicht schert, so spricht es umso mehr für diese 20th Century Fox-Produktion, dass sie mit 8,4 Millionen Dollar 1950 der zweiterfolgreichste Film des Jahres in den USA hinter "King Solomon's Mines" wurde.

Alles startete mit einer Anekdote der österreichischen Schauspielerin Elisabeth Bergner. Diese hatte 1943 mit 45 Jahren mit dem Stück "The Two Mrs. Carrolls" auf dem Broadway gestanden. Dort wurde sie von einer jungen Möchtegern-Schauspielerin angehimmelt. Die geschmeichelte Bergner stellte diese als Assistentin ein, nur um mitzuerleben, dass die junge Frau versuchte, sich mehr und mehr zu ihrem eigenen Vorteil in ihr Leben zu drängen. Elisabeth erzählte dies der Schauspielkollegin Mary Orr, welche daraus die Kurzgeschichte "The Wisdom of Eve" verfasste, die in der Mai-Ausgabe 1946 der "Cosmopolitan" veröffentlicht wurde.

Regisseur und Drehbuchautor Joseph Mankiewicz stieß auf diese Geschichte und nutzte sie als Basis für seine bitter-witzige Tragikomödie und formte mit großem Einfühlungsvermögen eine differenzierte psychologische Studie über die Tragödie des Alterns.

Für die Rolle der alternden Diva wurde so ziemlich jede Schauspielerin der in Frage kommenden Altersklasse in Erwägung gezogen - von Susan Hayward über Marlene Dietrich bis zu Claudette Colbert -, aber aus unterschiedlichen Gründen landete man bei Bette Davis. Das war insofern eine überraschende Wahl, weil die damals 41-Jährige eine Reihe von Flops hatte hinnehmen müssen und sich daraufhin geräuschvoll von ihrem Arbeitgeber Warner Brothers Pictures getrennt hatte.

Davis sah das Potential des Parts und war sofort Feuer und Flamme. Sie machte die Rolle zu einer ihrer bekanntesten und gab innerhalb eines bärenstarken Ensembles die beeindruckendste Leistung, was mit dem Schauspielpreis bei den Filmfestspielen von Cannes und Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe honoriert wurde.

Insgesamt war "All About Eve" einer der meistausgezeichneten Filme der Preisverleihungssaison 1950/51. 14 Oscar-Nominierungen standen zu Buche; sechs Goldjungen konnte die Produktion einstreichen. Der Film gewann, Regie und Drehbuch wurden ausgezeichnet, ebenso Nebendarsteller George Sanders, Kostüme und Ton. Nominiert waren zudem noch neben Bette Davis Hauptdarstellerin Anne Baxter, Nebendarstellerin Celeste Holm und Nebendarstellerin Thelma Ritter - das einzige Werk der Filmgeschichte, bei dem vier Schauspielerinnen nominiert wurden -, Kameramann Milton Krasner, Komponist Alfred Newman, Cutterin Barbara McLean und die Ausstattung. Dazu gewann Mankiewicz den Golden Globe für sein Drehbuch; und der Film gewann den Britischen Filmpreis.

1990 gehörte "All About Eve" zu den ersten 50 Kinofilmen, welche die US-Library of Conress als "kulturell, historisch oder ästhetisch" bedeutsames Werk in das National Film Registry aufnahm, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer lobt: "Dieser Film besteht aus 90 Prozent Dialogen. Die Worte sind so knackig und scharf, dass man nie das Interesse verliert und die zwei Stunden wie im Flug vergehen. Insbesondere Bette Davis hat eine Reihe unvergesslicher Dialoge. Man könnte mit diesem Streifen ein Seminar für Drehbuchschreiben abhalten."



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