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Arnold Schwarzenegger in Total Recall - Die totale...erung
Arnold Schwarzenegger in Total Recall - Die totale Erinnerung
© Kinowelt Filmverleih

TV-Tipps für Sonntag (21.1.): Arnold Schwarzenegger kann sich erinnern

Arte zeigt "Total Recall"

Großes Hollywood-Kino ist am Sonntagabend angesagt. Wer wissen will, warum 2012 das Remake mit Colin Farrell so enttäuscht aufgenommen wurde, kann sich der Qualität des Originals mit Arnold Schwarzenegger aus dem Jahr 1990 im Arte-Hauptprogramm versichern. Mit großem Star-Aufgebot rund um Charlton Heston beschließt RTL2 mit "Die Schlacht um Midway" im Nachtprogramm das Wochenende.

"Total Recall", Arte, 20:15 Uhr

Als sich ein Mann (Arnold Schwarzenegger) auf eine virtuelle Urlaubsreise auf den Mars begibt, zwingen ihn unerwartete und grauenvolle Umstände, auch in der Realität auf den Planeten zu reisen. Oder doch nicht?

"Total Recall" ist eine der Produktionen, bei der man sich wundern muss, dass sie es überhaupt auf die Leinwand geschafft haben. Als Arnold Schwarzenegger 1989 das Projekt aus der "Entwicklungshölle" erlöste, hatte das Drehbuch von Dan O'Bannon und Ronald Shusett 42 Fassungen durchgemacht - und noch immer fehlte ein Finale!

Die beiden Autoren hatten Anfang der Achtziger von SciFi-Genius Philip K. Dick die Verfilmungsrechte an dessen Kurzgeschichte "We Can Remember It for You Wholesale" ("Wir können uns für Sie en gros erinnern") aus dem Jahr 1966 gekauft, konnten aber kein Studio finden, das daraus einen Kinofilm finanzieren wollte.

Mitte der Achtziger zeigte dann Produzent Dino De Laurentiis Interesse. Als Hauptdarsteller war Patrick Swayze im Gespräch; 1987 sollte Bruce Beresford ("Mr. Church") Regie führen. Doch dieses Projekt zerschlug sich. Dann kam Regisseur David Cronenberg ("Eastern Promises") mit O'Bannon und Shusett ins Gespräch; der Filmemacher wollte William Hurt in der Hauptrolle sehen, doch er konnte sich mit den Autoren nicht auf ein Skript einigen. Als De Laurentiis das Interesse verlor, ergriffen auf Drängen Arnold Schwarzeneggers Carolo Pictures die Initiative und kauften die Filmrechte für 3 Millionen Dollar.

Schwarzenegger übernahm die Hauptrolle und ließ sich vertraglich eine große Kontrolle über die Produktion zusichern. So hatte er ein Vetorecht über den Regisseur, das Drehbuch und die Schauspieler. Der Österreicher wählte den niederländischen Filmemacher Paul Verhoeven aus, dessen "RoboCop" ihm imponiert hatte. Verhoeven brachte sein "RoboCop"-Team aus Kameramann Jost Vacano, Cutter Frank Urioste, Ausstatter William Sandell und Spezialeffekte-Designer Rob Bottin mit an Bord.

Die eingespielte Mannschaft lieferte ganze Arbeit ab. So mühsam der Weg des Science Fiction-Films auf die Leinwand gewesen war, so reibungslos verliefen die Dreharbeiten in Mexico City und den dortigen Estudios Churubusco, dem größten Filmstudio Lateinamerikas. Paul inszenierte einen fieberhaften, rasanten Rausch aus Gewalt, Blut und Humor, der nie nachließ und brillante Tricktechnik zur Schau stellte. Das 65 Millionen Dollar teure Werk ist eine der letzten großen Hollywood-Produktionen, die ihre Effekte praktisch realisierte und nicht durch digitale Bilder, die im Computer entstanden. Bei der Oscar-Verleihung 1991 erhielt das Spezialeffekte-Team für seine Leistung einen Sonderpreis.

Allerdings ist die Version, die schließlich 1990 die Leinwände erreichte, nicht diejenige, die Verhoeven inszeniert hatte. Die amerikanische Zensurbehörde gab dem Streifen wegen seiner extremen Gewaltdarstellungen zunächst nur die Altersfreigabe "X", was sämtliche Jugendliche ausgeschlossen hätte. Die Filmemacher mussten ihr Werk kürzen, um ein "R" zu erhalten, so dass Jugendliche zumindest in Erwachsenenbegleitung im Kinosaal Platz nehmen durften. In Deutschland wurde "Total Recall" erst "Ab 18 Jahren" freigegeben und dann sogar indiziert, durfte also nicht mal beworben werden. 2011 strich ihn die FSK allerdings wieder von der Liste und gab ihn "Ab 16 Jahren" frei.

"Total Recall" erhielt positive Kritiken, kam beim Publikum gut an und wurde mit 261 Millionen Dollar - das entspräche heute rund 500 Millionen Dollar und läge auf "War of the Planet of the Apes"-Niveau - weltweiten Umsatzes ein großer Erfolg. Ton und Toneffekteschnitt erhielten Oscar-Nominierungen; bei den Britischen Filmpreisen waren die Spezialeffekte nominiert.

Ein Zuschauer meint: "Da dieser Film auf einer Geschichte von Philip K. Dick beruht, war klar, dass er intelligent sein würde, aber es ist dennoch überraschend, dass Paul Verhoeven den Kern der Geschichte bewahrt hat. Die Handlung ermöglicht ihm seine exzessiven Gewaltdarstellungen, hält durch ihre übrraschenden Wendungen aber auch unser Interesse aufrecht, und weder der Zuschauer noch die Hauptfigur sind völlig sicher, was genau vor sich geht. Die Action ist großartig, und die Spannung wird durchgehend gehalten."



"Die Schlacht um Midway", RTL2, 01:40 Uhr
Die Schlacht um die Pazifikinsel Midway im Juni 1942 zwischen der amerikanischen und der japanischen Flotte wird zum Wendepunkt des Pazifik-Krieges im Zweiten Weltkrieg.

Es verwundert bei so viel geballtem Talent vor und hinter der Kamera nicht, dass dieser Abenteuerfilm aus dem Jahr 1976 handwerklich perfekt geraten ist. Und vielleicht auch nicht, dass er mit 43 Millionen Dollar Umsatz ein Riesenerfolg bei den US-Zuschauern wurde.

Auf der Leinwand erschienen Charlton Heston, Henry Fonda, Glenn Ford, Cliff Robertson, James Coburn und Robert Mitchum. Hinter der Kamera wirkten Kameramann Henry Stradling Jr., der 1974 für "The Way We Were" zum zweiten Mal Oscar-nominiert war; John Williams, der 1976 für "Jaws" ("Der weiße Hai") seinen zweiten Oscar gewann, schrieb die Musik; Ausstatter Walter Tyler hatte 1951 den Oscar für "Samson and Delilah" errungen und war seitdem weitere acht Mal nominiert gewesen, während die Tontechniker Robert Hoyt, Earl Madery und Robert Heman jr. den Oscar für den "Besten Ton" in "Jaws" erhielten.

Ton war auch einer der Ankerpunkte der Werbekampagne für die Universal Pictures-Produktion. "Midway" ist nach "Earthquake" von 1974 und vor "Rollercoaster" von 1977 und "Battlestar Galactica" von 1978 einer von vier Filmen, die im Sensurround-Verfahren veröffentlicht wurden, wozu in den Kinos spezielle Lautsprecher montiert werden mussten. Auf einem zweiten optischen Tonkanal wurden sehr tiefe Frequenzen wiedergegeben, die ein authentisches, sich auf den Körper übertragendendes Empfinden der Schlachtgeräusche erzeugten.

Regisseur Jack Smight drehte auf Basen der Navy im kalifornischen Los Angeles und Long Beach sowie in Pensacola in Florida. Sämtliche Flugzeugträgerszenen der US- und der japanischen Seite wurden auf der USS Lexington im Golf von Mexiko gedreht. Für die Kampfaufnahmen behalf sich Smight mit vielen Aufnahmen aus älteren Streifen wie "Battle of Britan" aus dem Jahr 1969 und "Tora! Tora! Tora!" von 1970, was bei einigen Kritikern nicht gut ankam, das Publikum aber offensichtlich nicht zu stören schien. Positiv wurde vermerkt, dass dies ein Kriegsfilm ist, der sich tatsächlich auf das Schlachtgeschehen konzentrierte und nicht glaubte, eine Liebesgeschichte zu benötigen, weil Kriegsgeschehen noch zu wenig dramatisch sei...

Ein Zuschauer schreibt: "Natürlich ist dies kein perfekter Film. Die Nebenhandlung über japanischstämmige Amerikaner ist lachhaft und wohl ein gezwungener Versuch, in der Zeit nach dem Vietnam-Krieg, als es nicht in Mode war, vorbehaltlos Amerika zu bejubeln, politisch korrekt zu sein. Natürlich ist es unbefriedigend, dass die Japaner nicht japanisch sprechen und wir Toshiro Mifune mit der Stimme von Paul Frees hören müssen. Natürlich sind die Archivaufnahmen für Kenner ein Ärgernis. Aber ein Streifen wie 'Pearl Harbor' kriegte diese Details dank CGI korrekt hin und war dennoch ein viel schlechteres Werk. Denn schlussendlich ist 'Midway' geglückt, weil er sich an die historische Wahrheit hält."



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