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Was weg is, is weg - Lukas (Florian Brückner) und...üllen
Was weg is, is weg - Lukas (Florian Brückner) und Luisa (Marie Leuenberger) klettern auf einen Strommasten, um dort ein gigantisches Anti-Atomkraft-Banner zu enthüllen
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TV-Tipps für Samstag (20.1.): Christian Lerch's Notizen aus der Provinz

ARD zeigt "Was weg is, is weg"

Ein ganz schwacher Samstagabend für Spielfilmfreunde. Es ist nicht so, dass die Sender nicht genügend Kinofilme ausstrahlen würden, aber entweder sind es dreiste Wiederholungen von Streifen, die erst vor einigen Monaten gezeigt wurden, oder Schrott - oder beides wie im Fall "Der Kaufhaus-Cop". So bleibt mit "Was weg is, is weg" so gerade eben ein empfehlenswerter Film übrig, den die ARD im Spätprogramm hat.

"Was weg is, is weg", ARD, 23:40 Uhr

Drei Brüder (Florian und Maximilian Brückner und Mathias Kellner) treffen sich 1986 in ihrem Elternhaus in Niederbayern, weil einer von ihnen bei Greenpeace anheuern will. Die Abschiedsfeier gerät in Vergessenheit, als sich der Wirt (Jürgen Tonkel) des Dorfs einen Arm absägt, um die Versicherungssumme zu kassieren.

Der bayerische Drehbuchautor Christian Lerch, der unter anderem die Skripts für "Wer früher stirbt, ist länger tot" und "Rico, Oskar und der Tieferschatten" geschrieben hat, gab mit dieser deutschen Komödie 2012 sein Regiedebut. Lerch adaptierte dazu den Roman "Bellboy, oder: Ich schulde Paul einen Sommer" des Kabarettisten Jess Jochimsen, der im Film auch einen Gastauftritt als Atomkraftgegner absolviert, aus dem Jahr 2005.

Die Deutschfilm-Produktion, die als Programmkinofilm in Bayern mit 106 000 Zuschauern erfolgreich lief, zeigt Lerch's Faible für skurrile Figuren, eigenwilligen, mitunter makabren Humor und den liebevoll-ironischen Blick auf das bayerische Provinzleben. Das turbulent-makabre, mitunter auch lustvoll alberne Werk über Heimat und Familie, Zugehörigkeit und Weggehen unterhöhlt die Mythen des Heimatfilms. Dabei rekonstruieren der Regisseur und seine Ausstatter die achtziger Jahre mit der Ökologiebewegung und dem gleichzeitig aufkommenden Hedonismus detailfreudig.

Kritiker Michael Ranze lobte im "Filmdienst": "Christian Lerch inszenierte einen etwas anderen Heimatfilm, halbwegs makaber, albern, aber nicht doof; turbulent, aber nicht aufgeregt. Seinen Figuren begegnet er trotz ihrer Schwächen und mancher Überzeichnung mit liebevoller Nachsicht, die Dialoge sind lakonisch und auf den Punkt gebracht."



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