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Einer flog über das Kuckucksnest - Jack Nicholson
Einer flog über das Kuckucksnest - Jack Nicholson

TV-Tipp für Donnerstag (26.4.): Jack Nicholson benimmt sich daneben

Arte zeigt Meisterwerk "Einer flog über das Kuckucksnest"

"Einer flog über das Kuckucksnest", Arte, 23:55 Uhr
Ein Krimineller (Jack Nicholson) plädiert auf Unzurechnungsfähigkeit, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen. In der Nervenheilanstalt rebelliert er gegen das Anstaltsregime unter der furchteinflößenden Oberschwester (Louise Fletcher).

"One Flew Over the Cuckoo's Nest", Ken Keysey's gleichnamiger Roman von 1963, nahm Ablaufprozesse im Gesundheitsbetrieb kritisch unter die Lupe und verdammte das Prinzip des Behaviorismus, also die Wissenschaft, die Verhalten von Menschen allein mit naturwissenschaftlichen Methoden und ohne Introspektion oder Einfühlung untersuchen und erklären will. Zu Beginn der sechziger Jahre ließ das Buch allerdings auch etwas von den Auseinandersetzungen der Jugend mit den älteren Generationen erahnen, die in jenem Jahrzehnt noch gewaltig und gewalttätig ausbrechen sollten: Das konsequente Infragestellen und Hinterfragen von Autorität und deren Diktum "Das haben wir doch schon immer so gemacht" durch Anti-Autoritäre.

Es war dem damals 30 Jahre alten Michael Douglas zu verdanken, dass der Roman 1975 auf die Leinwände kam. Mit dem Triumph des Dramas, der heute unstreitig zu den größten Meisterwerken der Kinogeschichte gehört, trat Douglas auch als Produzent aus dem Schatten seines Vaters Kirk. Michael und Mitproduzent Saul Zaentz hatten ein außergewöhnliches Ensemble vor und hinter der Kamera versammeln können - darunter die jungen Schauspieler Brad Dourif, Danny de Vito und Christopher Lloyd -, und die versammelten Künstler befanden sich in der Form ihres Lebens.

Der kürzlich verstorbene Regisseur Milos Forman war dabei die perfekte Wahl für diesen Stoff. Der Tscheche wusste aus eigener Lebensanschauung, wie sich Autoritäten herausfordern lassen: Als Widerständler unter deutscher Besatzung und als Antagonist zum kommunistischen System, das er nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 Richtung USA verlassen hatte.

"One Flew Over the Coockoo's Nest" wurde dementsprechend ein grandioser Erfolg. Der damals für 3 Millionen Dollar produzierte Film spielte allein in Nordamerika über 109 Millionen Dollar ein und war der dritterfolgreichste Streifen hinter "Der weiße Hai" und "The Rocky Horror Picture Show". Bei den Academy Awards schaffte das Werk es erstmals seit 1934 und "It Happened One Night", die "Großen Fünf" zu gewinnen: Er holte Oscars als "Bester Film", für Regisseur Milos Forman, das Drehbuch von Bo Goldman und Lawrence Hauben, Hauptdarstellerin Louise Fletcher und Hauptdarstelller Jack Nicholson. Nominiert waren noch Nebendarsteller Brad Dourif, die Kameramänner Haskell Wexler und Bill Butler, Komponist Jack Nitzsche und den Schnitt.

Bei den Golden Globes gewann das Werk das halbe Dutzend für den Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarstellerin, Hauptdarsteller und für Brad Dourif für das "Beste Debut". Sechs Preise gab es auch bei den Britischen Filmpreisen für den Film, Regie, Hauptdarstellerin, Hauptdarsteller, Nebendarsteller Brad Dourif und den "Besten Schnitt". Nominiert waren Drehbuch, Kamera, Musik und Ton. 1993 nahm die Library of Congress den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer meint: "Der Film besitzt eine exzellente Handlung, erstklassige Schauspieler und wechselt im Tonfall zwischen wirklich erhebend bis zu entsetzlich deprimierend, manchmal gleichzeitig."



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