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Fernsehtipp Sugarland Express - William Atherthon,...Sacks
Fernsehtipp Sugarland Express - William Atherthon, Goldie Hawn und Michael Sacks

TV-Tipp für Freitag (4.5.): Das Regiedebut des Steven Spielberg

3sat zeigt "Sugarland Express"

"Sugarland Express", 3sat, 22:25 Uhr
Eine Frau (Goldie Hawn) befreit ihren Mann (William Atherthon) aus dem Gefängnis, damit er ihr hilft, ihren Sohn von Pflegeeltern zu entführen. Der Plan verkompliziert sich, als sie einen Polizisten (Michael Sacks) als Geisel nehmen.

Filmkritikerin Pauline Kael nannte diesen US-Kriminalfilm aus dem Jahr 1974 "eines der phänomenalsten Regiedebuts in der Geschichte des Kinos". Und der Filmemacher, der zuvor nur für das Fernsehen gearbeitet und dabei mit dem Thriller "Duell" auf sich aufmerksam gemacht hatte, sollte bis zum heutigen Tag dieser Verheißung gerecht werden: Steven Spielberg ("Saving Private Ryan").

Für seinen ersten Kinofilm wählte der damals 27-Jährige eine wahre Begebenheit als Grundlage aus, die sich im Mai 1969 im Südosten des US-Bundesstaats Texas abgespielt hatte, wo die 3 Millionen Dollar teure Universal Pictures-Produktion nun auch vor Ort gedreht wurde. Ila Fae Dent und ihr Ehemann Robert waren auf der Flucht, nachdem sie den Polizisten Kenneth Crone als Geisel genommen hatten. Crone hat im Film einen Gastauftritt als Hilfs-Sheriff.

Spielberg ging mit seiner Nachahmung der damals gängigen Gegenkultur-Road Movies inhaltlich auf Nummer sicher, aber handwerklich setzte er dies bereits perfekt, rasant und publikumswirksam in Szene. Das Werk markiert zugleich der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Komponisten John Williams, die bis zum heutigen Tag und zuletzt "The Post" ("Die Verlegerin") andauert.

An den Kinokassen floppte "The Sugarland Express", aber die Kritiker beurteilten ihn positiv. Bei den Filmfestspielen in Cannes erhielten Hal Barwood und Matthew Robbins den Preis für das "Beste Drehbuch"; bei den Writers Guild Awards waren sie nominiert.

Ein Zuschauer befindet: "Aus der Rückschau lässt sich heute leich behaupten, dass man damals schon sehen konnte, welch ein Meisterregisseur Steven Spielberg werden würde. Aber in der Tat sind all seine zukünftigen Markenzeichen bereits vorhanden: Er weiß, wie er eine Geschichte erzählt - anders als heute bei so manchen Filmemachern mit deren hyperschnellen Schnitten und unverständlicher Handlung. Dann hat Spielberg ein Auge: Er weiß genau, wo er die Kamera platzieren muss, um ein umwerfendes Bild zu erhalten, insbesondere bei den Großaufnahmen. Dann ist er exzellent darin, gute Schauspielerdarstellungen zu erhalten und Emotionen aufzubauen. Heute ist der Streifen auch als kulturelles Zeitdokument interessant und geradzu prophetisch in seiner Darstellung einer Geiselnahme, die sich zu einem Medienzirkus entwickelt."



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