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Crossing Over - Harrison Ford und Alice Braga
Crossing Over - Harrison Ford und Alice Braga
© Senator

TV-Tipp für Freitag (8.6.): Harrison Ford beendet den Traum von Amerika

3sat zeigt "Crossing Over"

"Crossing Over", 3sat, 22:25 Uhr
Kaleidoskopischer Blick auf eine Reihe von Immigranten-Schicksalen in Los Angeles, die verschiedene Facetten der Einwanderungsproblematik in den USA beleuchten.

Ein Harrison Ford-Film, der 2009 in nur 42 Kinos anlief und weltweit lediglich 3,5 Millionen Dollar eingespielt hat? Wie ist das möglich?

Auftritt einer Figur, die für ihre hemdsärmlige Einmischung in künstlerische Belange schon damals berühmt-berüchtigt war, inzwischen aus ganz anderen schlechten Gründen auch Nicht-Filminteressierten bekannt geworden und verfemt ist: Harvey Weinstein.

Weinstein, dessen The Weinstein Company dieses US-Drama in die Kinos verlieh, zwang Wayne Kramer, den Produzenten, Regisseur, Drehbuchautor in Personalunion, zunächst, seinen Streifen um ein Fünftel zu kürzen. Statt der ursprünglichen 140 Minuten bekamen die Zuschauer nur eine Fassung von 113 Minuten zu sehen. Harvey drohte, das Werk ansonsten nur direkt auf Disc zu veröffentlichen. Man kann also nur vermuten, wie die ursprüngliche Version Kramers ausgesehen haben mag.

Aber auch trotz dieses erpressten Entgegenkommens des Filmemachers verlieh die Weinstein Company "Crossig Over" nur in die erwähnte Handvoll Lichtspieltheater. Vielleicht spielten die miserablen Kritiken eine Rolle - aber die wären möglicherweise erspart geblieben, hätte sich Weinstein nicht eingemischt. Man wird es nie erfahren, so lange kein Director's Cut veröffentlicht werden wird.

Der Streifen basiert auf Wayne's gleichnamigen Kurzfilm von 1996 und wurde vor Ort in Los Angeles gedreht. Die wenigen Zuschauer, die er gefunden hat, beurteilen das Werk milder als die Rezensenten. Sicherlich enttäuscht "Crossing Over" mit seinen die Glaubwürdigkeit arg dehnenden Zufällen in der Handlung und widmet sich einem ernsten Thema recht unbeholfen. Aber manche der Handlungsstränge sind spannend erzählt und zeigen wirkungsvoll einzelne Facetten und Schwachstellen der Einwanderungspolitik auf.

Einer der Kritiker, der lobende Worte fand, ist Matthew Turner in "View London": "Das Drehbuch ist an einigen Stellen plump, aber die Breite der Einwanderungserfahrungen ist beeindruckend, und man vergibt die ein oder andere Stelle, an der Reden geschwungen werden, weil die Inszenierung sowohl fesselnd als auch provokant ist."



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