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TV-Tipp für Donnerstag (12.7.): Ridley Scott in der Hölle des Krieges

Vox zeigt "Black Hawk Down"

"Black Hawk Down", Vox, 23:00 Uhr
160 US-Elitesoldaten werden nach Somalia geschickt, um zwei Befehlshaber eines Kriegsherren zu fassen, und geraten in einen verzweifelten Kampf mit übermächtigen bewaffneten Somaliern.

Dieser US-Abenteuerfilm wurde von der U.S. Army mit Soldaten, Fahrzeugen und Waffen unterstützt. Die Armee zeigte dem Schauspielensemble - unter anderem Josh Hartnett, Ewan McGregor und Tom Sizemore - den Umgang mit Waffen und Kampftechniken. Das trug einerseits zur Akkuratesse der 92 Millionen Dollar teuren Columbia Pictures-Produktion bei. Andererseits steht der Streifen mit Sicherheit nicht im Verdacht, anti-militaristisch zu sein. Im Gegenteil warfen Kritiker und Historiker dem Filmteam vor, das Eingreifen des US-Militärs zu sehr geschönt und alle kritischen Begegebenheiten verschwiegen zu haben.

Der englische Regisseur Ridley Scott ("The Martian") ist mit Sicherheit kein US-Patriot. Der Filmemacher zeichnet ein realistisches und damit auch wahrheitsgetreu graumsames und chaotisches Bild eines Kriegsschauplatzes. Bereits der der Handlung vorangestellte Eröffnungssatz "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen" verrät etwas von der ambivalenten Haltung Scotts zu der Schlacht von Mogadischu, die am 3. und 4. Oktober 1993 von US-Soldaten mit somalischen Milizionären gefochten wurde.

Aber über die Hintergründe erfährt der Zuschauer wenig bis nichts, und die Somalier werden als Schatten gezeichnet. Diese Herangehensweise kommt zwangsläufig der US-Sichtweise zupass, man habe in humanitärer Absicht den Kriegsherren Mohamed Farrah Aidid zur Strecke bringen wollen und die Kämpfer seien grundsätzlich anti-amerikanisch eingestellt gewesen. Eine Nach-09/11-Sichtweise, bevor 09/11 geschehen war, welche die unselige Verstrickung der USA mit dem korrupten Regime von Mohammed Siad Barre verschwieg, dessen Sturz 1991 den somalischen Bürgerkrieg ausgelöst hatte.

"Black Hawk Down" basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch von Mark Bowden aus dem Jahr 1999, in welchem dieser seine 29-teilige Artikelserie aus dem "The Philadelphia Inquirer" zusammen gefasst hatte. Gedreht wurde im marokkanischen Salé und Rabat.

Lässt man die politischen Implikationen beiseite und sieht über die geringe Figurenentwicklung und die fehlende kulturelle Empathie hinweg, dann begeistert das Werk als emotionales, pulsierendes Kriegsportrait, das von Ridley technisch hervorragend in Szene gesetzt worden ist - ein mitreißendes Kinoerlebnis, das den Zuschauer sogartig in das Geschehen zieht.

Der Film erhielt 2001 gute Kritiken und erntete noch bessere Zuschauerreaktionen und wurde mit einem weltweiten Umsatz von 173 Millionen Dollar ein Erfolg. Bei den Academy Awards war der Streifen für vier Oscars nominiert: Für Regisseur Ridley Scott, für Kameramann Slawomir Idziak, für Cutter Pietro Scalia und den "Besten Ton". Scalia und das Ton-Team konnten die Goldstatuen gewinnen. Ebenfalls Idziak, Scalia und das Ton-Team gingen für einen Britischen Filmpreis im Rennen.

Ein Zuschauer lobt: "Der Film bildet den amerikanischen Angriff auf Mogadischu nach, als eine auf 45 Minuten angelegte Mission in ein 16-stündiges Martyrium blutiger Straßenkämpfe mündete. Nach 35 Filmminuten, in denen wir die verschiedenen Charaktere in der Vorbereitung auf die Schlacht kennen lernen, folgt eine 95 Minuten lange, epische Action-Sequenz, in der Kugeln, Panzerfäuste und Handgranaten herumfliegen, Panzer, Soldaten, Fahrzeuge und die Umgebung zerfetzen und allzeit Sand vor der Kamera aufwirbeln. Alles meisterlich in Szene gesetzt, phantastisch photographiert und von einer sehr guten Musik von Hans Zimmer begleitet. Krieg ist die Hölle, und Ridley Scott beweist es. Es gibt keine Romanze, keine Rührseligkeit, keinen Patriotismus, keine Glorifizierung - bloß einfache, brutale, realistisch gezeichnete Kriegsszenen."



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