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Die Brücken am Fluss - Meryl Streep und Clint Eastwood
Die Brücken am Fluss - Meryl Streep und Clint Eastwood
© Warner Bros.

TV-Tipps für Sonntag (15.7.): Clint Eastwood macht sich ein Bild von Meryl Streep

Arte zeigt "Die Brücken am Fluss"

Das WM-Finale liegt dankenswerter- und seltsamerweise am Nachmittag, so dass die konkurrierenden Sender wie Arte im Hauptprogramm auf mehr Zuschauer für ihr Spielfilmangebot à la "Die Brücken am Fluss" von und mit Clint Eastwood hoffen dürfen. Die Woche ausklingen lassen können die Zuschauer mit dem Ridley Scott-Thriller "Der Mann, der niemals lebte" auf Sat1.

"Die Brücken am Fluss", Arte, 20:15 Uhr
Vier Tage lang hält sich der Photograph Robert Kincaid (Clint Eastwood) 1965 in einer Kleinstadt in Iowa auf und verändert das Leben der verheirateten Hausfrau Francesca Johnson (Meryl Streep), die mit ihrer Familie auf einer Farm lebt, für immer.

Clint Eastwood ("American Sniper") kam als Regisseur nur auf Umwegen zu der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Robert James Waller aus dem Jahr 1992. Steven Spielberg hatte sich die Rechte an dem Roman gesichert und wollte ihn ursprünglich als nächsten Film nach "Schindler's List" inszenieren. Als er sich dann doch dagegen entschied, suchte er Bruce Beresford ("Miss Daisy und ihr Chauffeur") als Regisseur aus, der dann aber nach Differenzen über das Drehbuch, das mehrere Versionen verschiedener Autoren durchlief, aus der Produktion ausschied. Spielberg übertrug nun Hauptdarsteller Eastwood die Regie. Dessen wichtigste Entscheidung: Er setzte Meryl Streep als Hauptdarstellerin durch, nachdem Romanautor Waller sich für Isabella Rosselini ausgesprochen hatte. Gedreht wurde vor Ort in Madison County, das sich danach einem Strom von Touristen ausgesetzt sah, die alle die Brücken aus dem Film entdecken wollten.

Der für viele Macho-Rollen bekannte Eastwood zeigte mit diesem Drama 1995, das er auch eine sanftere Saite anschlagen konnte und schuf einen sentimentalen, langsamen, schmalzigen und letztendlich äußerst zufriedenstellenden Film. Es gelang ihm, die Geschichte mit Witz, Anmut und Gravitas zu adaptieren. Dass er an Streep auch gegen den Widerstand von Spielberg festgehalten hatte, machte sich bezahlt:
Die Aktrice wurde als "Beste Hauptdarstellerin" für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert. Auch der Film selbst wurde für den Golden Globe nominiert. Der 22 Millionen Dollar teure Streifen spielte weltweit 182 Millionen Dollar ein.

Ein Zuschauer meint: "Für einen Film, der hauptsächlich in einer Küche und auf Holzbrücken spielt, hat er eine Spannung und Intensität, die von den meisten Romanzen unter dem Eiffel-Turm oder vor der Golden Gate-Brücke nicht erreicht werden. Die technischen Aspekte - unter anderem Jack Green's liebliche Herbstphotographie und die wunderbare Musikauswahl - sind geradezu perfekt. Letztlich läuft der Film - und viel ruht dabei auf Streep' Schultern - auf eine starke Auseinandersetzung mit Bedauern und Verlust und der Feststellung, dass es keine perfekten Entscheidungen im Leben gibt, hinaus."



"Der Mann, der niemals lebte", Sat1, 00:10 Uhr
Ein CIA-Agent (Leonardo DiCaprio), der viele Kontakte in Jordanien besitzt und fließend arabische Sprachen beherrscht, jagt hinter einem mächtigen Terroristenführer her. Dabei gerät er in die Mühlen zwischen dem ein betrügerisches Doppelspiel treibenden CIA-Vorgesetzten (Russell Crowe) in Washington und den unklaren Absichten des jordanischen Geheimdienstes.

Ridley Scott ("The Martian") ist ein meisterhafter Regisseur, aber er hat im Laufe seiner Karriere auch schon so manchen kapitalen Flop hinnehmen müssen. So fand auch "Body of Lies" - so der Originaltitel - 2008 mit einem weltweiten Einspiel von 116 Millionen Dollar nur mäßigen Zuschauerzuspruch. Unverdienterweise, denn der Thriller hat einiges, was für einen Kinobesuch oder das heutige Einschalten spricht.

Scott wollte die Produktion in den Vereinigten Arabischen Emiraten drehen, erhielt wegen des sensiblen politischen Themas aber keine Drehgenehmigung, so dass er nach Marokko ausweichen musste. Scott und sein Kameramann Alexander Witt haben einen wunderschön anzuschauenden Streifen gefertigt: Während die Szenen in Arabien gelb, staubig und mit goldenem Licht gefilmt sind, kontrastieren die Bilder aus Washington mit einem kalten, fahlen Blau. Witt drehte mit echtem Filmmaterial und nutzte so viel natürliches Licht wie möglich, was dem Streifen ein authentisches Aussehen verleiht.

Thematisch arbeitet William Monaghan's Drehbuch, das auf dem Roman "Body of Lies" von David Ignatius aus dem Jahr 2007 basiert, das Unvermögen der CIA heraus, zu verstehen, dass der "Krieg gegen den Terror" nicht mit noch so viel technischer Hochrüstung gewonnen werden kann. Es braucht auch das "menschliche Element": Vertrauenswürdige Agenten vor Ort, die in der Szene verwurzelt sind.

Während die Handlung keine besonders aufregende neue Richtung einschlägt, profitiert die 70 Millionen Dollar teure Warner Brothers-Produktion, die gemischte Kritiken erhielt, immens von den hervorragenden Darstellungen DiCaprios und Crowes, die das ganze Projekt über einen konventionellen Spionagefilm herausheben. Crowe nahm für seine Rolle extra über 25 Kilo zu.

Kritiker Matthew Pejkovic schrieb in "Matt's Movie Reviews", dass "der Film ein äußerst gut getimter, unablässig spannender und intensiver, brutaler Thriller" ist. "Hier gibt es keine Verdammung oder Beglückwünschungen am Schluss. Wie Russell Crowe am Ende sinniert: Keiner ist unschuldig."



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