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West Side Story - Rita Moreno
West Side Story - Rita Moreno
© United Artists

TV-Tipps für Samstag (25.8.): Rita Moreno träumt von Amerika

3sat zeigt "West Side Story"

Musikalisch wird es am Samstagabend für Spielfilmfreunde. Der Klassiker und Oscar-Sieger "West Side Story" begeistert im 3sat-Hauptprogramm. Wer für Musicals nichts übrig hat, für Action à la Michael Bay aber sehr wohl, der muss sich bis nach Mitternacht gedulden. Pro7 strahlt im Nachtprogramm "Transformers" aus.

"West Side Story", 3sat, 20:15 Uhr
Zwei Jugendliche (Natalie Wood und Richard Beymer) aus rivalisierenden Gangs in New York City verlieben sich, aber die Anspannungen zwischen ihren jeweiligen Freunden führen zu tragischen Konsequenzen.

United Artists wollten das populäre Broadway-Musical "West Side Story" von 1957 auf die Leinwand bringen. Als Regisseur engagierten sie Robert Wise, der allerdings keinerlei Erfahrungen mit Musicals hatte. Daher wurde ihm Jerome Robbins zur Seite gestellt, der die Bühnenversion inszeniert hatte. Doch dieser war von der Filmarbeit überfordert, und als die Produktion über das angesetzte Budget schoss, feuerte man den am Rande des Nervenzusammenbruchs stehenden Künstler. Sein Assistent inszenierte die restlichen Szenen. Wise bestand allerdings darauf, dass Robbins dennoch als Co-Regisseur genannt wurde.

Für die Hauptrollen wollte das Filmstudio nicht die Sänger vom Broadway einsetzen, die man für die jugendlichen Rollen als zu alt erachtete. Bei den Männern - unter anderem wurde Elvis Presley kontaktiert - galt Anthony Perkins als Favorit, man entschied sich dann aber für den vergleichsweise unbekannten Richard Beymer. Bei den Damen lag Audrey Hepburn im Rennen, die dann absagen musste, weil sie schwanger war. Die gerade für "Splendour in the Grass" gefeierte Natalie Wood erhielt den Part. Beide Darsteller wurden bei den Liedern von Sängern gedoubelt: Für Natalie sang die Sopranistin Marni Nixon, die auch Audrey Hepburn in "My Fair Lady" und Deborah Kerr in "Der König und ich" ihre Stimme lieh, und für Richard sang Jim Bryant.

Befeuert von Wise's umwerfender Inszenierung, der Musik von Leonard Bernstein, Stephen Sondheim's Songs wurde "West Side Story" ein gigantischer Erfolg bei Kritik, Publikum und in der Industrie. Mit 43 Millionen Dollar war der 6 Millionen Dollar teure Streifen der mit Abstand erfolgreichste Film des Jahres 1961 in den USA.

Ein Triumph wurde die "Oscar"-Nacht: Nominiert für elf Goldjungen, konnte das Werk zehn gewinnen: Für den "Besten Film", George Chakiris als "Bester Nebendarsteller", Rita Moreno als "Beste Nebendarstellerin", für die "Beste Regie", die "Beste Kamera", die "Beste Ausstattung", die "Besten Kostüme", für den "Besten Ton", den "Besten Schnitt" und die "Beste Musik". 1997 nahm die Library of Congress "West Side Story" als "kultuell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es für die Nachwelt zu erhalten.

Eine Zuschauerin aus Chicago ist begeistert: "Ich liebe diesen Film wegen seiner unglaublichen Energie, den großartigen Schauspielern, den tollen Songs, den phantastischen Tanzeinlagen und der wunderschönen Liebesgeschichte. Crew und Besetzung haben ihr Herz und ihre Seele in diesen Film gelegt. und das zahlte sich wirklich aus."



"Transformers", Pro7, 01:40 Uhr
Bei den Transformers handelt es sich um Roboter, die sich in Autos, Flugzeuge und andere Gefährte verwandeln. Der Film erzählt vom ewigen Kampf zwischen zwei Cybertronics-Arten, den heroischen Autobots und den bösen Deceptions, die diesen auf der Erde auszutragen beginnen. Den Schlüssel für die ultimative Macht besitzt dabei ein Teenager (Shia LaBeouf).

Kann Hollywood noch infantiler werden? Dieser Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2007 basiert auf den Spielzeugen der amerikanischen Firma Hasbro, die sie seit 1984 in Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller Takara sehr erfolgreich auf den Markt bringen und mit Zeichentrickserien im Fernsehen und Comics flankieren. Nachdem es 1986 einen Zeichentrick-Kinofilm gab, wagte Hasbro mit Hilfe der Hollywood-Studios DreamWorks und Paramount Pictures 20 Jahre später auch den Sprung in die Realfilmwelt.

Steven Spielberg, ein Fan der Spielzeugfiguren, regte an, einen Spielfilm zu produzieren und konnte Michael Bay für die Regie gewinnen. Ursprünglich wollte der Filmemacher nichts mit einem "blöden Kinderspielzeugfilm" zu tun haben, änderte aber nach einem Besuch bei Hasbro seine Meinung und verzichtete sogar auf einen Teil seines Salärs, um den absehbar teuren, weil technisch enorm aufwendigen Film nicht zu teuer werden zu lassen. Das Budget lag schließlich bei 150 Millionen Dollar. 40 Millionen Dollar wurden dabei durch schamloses Product Placement generiert; mit zahlreichen Firmen schlossen die Filmstudios Verträge ab, die ihnen im Gegenzug eine gute Sichtbarkeit auf der Leinwand gewährleisteten. Derweil zündete Hasbro ein Marketing-Feuerwerk, dem niemand entgehen konnte, der nicht blind und taub war. Zum eigenen Nutzen: Über Monate waren die "Transformers"-Spielzeugfiguren in den amerikanischen Läden immer wieder ausverkauft.

Bay ließ das erste Drehbuch konsequent überarbeiten, weil es ihm zu "kindisch" war. Sein Ziel war es, "Transformers" auch für Erwachsene interessant zu machen. Aus der von Spielberg angeregten "Geschichte um einen Jungen und sein Auto" wurde so ein militärisches Spektakel im doppelten Wortsinne. Selten zuvor arbeitete Hollywood so eng mit der Armee zusammen, die nur zu dankbar war, nach dem Debakel des Irak-Kriegs im Film eine positive Rolle besetzen zu können und so auch junge Leute für sich zu begeistern. So tauchen im Film reale Waffen und Ausrüstungen auf, während die computergenerierten Effekte hauptsächlich auf die Transformers selbst begrenzt wurden.

Die CGI-Effekte waren so aufwendig, dass die Spezialeffekte-Firma Industrial Light and Magic (ILM) ihre Rechnerkapazitäten erhöhen mussten. Dies machte sich auf jeden Fall auf der Leinwand bezahlt. Während Handlung und Personen "Bay's 'Armaggedon' im Vergleich wie Shakespeare wirken lassen", wie ein Kritiker ätzte, sind die Effekte atemberaubend und die Action-Szenen berauschend. Dass Bay und sein Team die audio-visuellen Effekte auf das nächste Level hoben, erkannte auch die Filmindustrie an und nominierte das Werk für drei "Oscars": Für die "Besten Spezialeffekte", die "Beste Tonmischung" und den "Besten Tonschnitt".

Während die Kritiken gemischt ausfielen, stürmten Zuschauer auf der ganzen Welt die Kinos: Insgesamt spielte der Streifen weltweit rund 710 Millionen Dollar ein und war in den USA die dritterfolgreichste Produktion hinter "Spider-Man 3" und "Shrek 3". Dieser buchstäblich bombastische Erfolg sorgte dafür, dass bis heute kein Ende bei der "Transformers"-Reihe abzusehen ist. Vorletztes Jahr war "Transformers 4" der erfolgreichste Film weltweit mit über einer Milliarde Dollar Umsatz; für kommendes Jahr ist "Transformers: The Last Knight" angekündigt.

"Dieser Film ist der feuchte Traum eines männlichen Teenagers: Die Frauen sind unglaublich heiß, die Hauptfigur ist linkisch-lustig, und die Action-Sequenzen sind erstklassig", brachte es Kritiker Jeff Bayer für "The Scoreyard Review" auf den Punkt.



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