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Play - nur ein Spiel?
Play - nur ein Spiel?
© Fugu Filmverleih

TV-Tipps für Sonntag (23.9.): Ist für Ruben Östlund alles nur ein Spiel?

3sat zeigt "Play"

Der TATORT-freie Sonntagabend bietet im Hauptprogramm von Sat1 mit "Spy" eine der besten Melissa McCarthy-Komödien, die das Agentenfilm-Genre gekonnt parodiert, und zum Wochenabschluss im 3sat-Nachtprogramm dann härtere Kost: Das schwedische Drama "Play" zeigt den inzwischen international bekannten Regisseur Ruben Östlund bereits 2011 in feiner Form.

"Spy: Susan Cooper Undercover", Sat1, 20:15 Uhr
Eine CIA-Schreibtischanalystin (Melissa McCarthy) meldet sich freiwillig, die Umgebung einer Waffenhändlerin (Rose Byrne) zu unterwandern, um eine teuflische globale Katastrophe zu verhindern.

Wenn Regisseur und Drehbuchautor Paul Feig ("Ghostbusters") mit Melissa McCarthy zusammen arbeitet, kommt dabei oft künstlerisch und kommerziell mehr herum, als wenn sich die Darstellerin ihrem Ehegatten Ben Falcone anvertraut, wie sie eben erst wieder schmerzlich mit "Life of the Party" ("How to Party with Mom") hat erfahren müssen. Das gilt besonders für "Spy", der zum Besten gehört, was Paul und Melissa bisher offeriert haben.

Die US-Komödie war nach "Bridesmaides"( "Brautalarm") von 2011 und "The Heat" ("Taffe Mädels") von 2013 die dritte Zusammenarbeit des Filmemachers mit der Mimin, der er das Drehbuch auf den Leib geschrieben hatte. Wie die erstgenannten beiden Streifen ist auch diese 65 Millionen Dollar teure 20th Century Fox-Produktion derb und progressiv zugleich, vor allem aber sorgt sie mit ihrem rasant inszenierten Slapstick und trockenen Dialogen für viele Schenkelklopfer.

Das in der ungarischen Hauptstadt Budapest, die unter anderem für Paris einstand, gedrehte Werk erhielt 2015 durchweg gute Kritiken und wurde mit weltweit 235 Millionen Dollar auch ein großer Erfolg beim Publikum. Der Film und Hauptdarstellerin Melissa McCarthy erhielten Golden Globes-Nominierungen.

Kritikerin Emine Yildirim urteilte in "Today's Zaman": "Eine unterhaltsame Parodie, die unerwartet alle Charaktere - sogar die Karikaturen - wertschätzt und ein Herz aus Gold hat. Der perfekte Gute Laune-Film für alle Altersstufen."



"Play", 3sat, 01:25 Uhr
Eine Gruppe von fünf schwarzen Jugendlichen in Göteborg hat sich darauf spezialisiert, weißen Jugendlichen mit Drohgebärden die Mobiltelefone abzupressen.

In der schwedischen Öffentlichkeit sorgte dieses schwedische Drama für heftige Diskussionen, die sich wenig überraschend hauptsächlich um den Vorwurf des Rassismus gegen Regisseur und Drehbuchautor Ruben Östlund ("The Square") drehten. Dieser hatte wahre Geschehnisse aus den nuller Jahren aufgenommen, aber in der komprimierten Form auf der Leinwand sorgte die Inszenierung mit ihrem aufreizend langsamen Tempo für ein noch beunruhigenderes Seherlebnis.

Östlund stellt letztendlich mehr Fragen, als er beantworten kann oder will, aber er tut das mutig, scharfsinnig und differenziert. "Play" erhielt zwei Schwedische Filmpreise für die Regie und für Kameramann Marius Dybwad Brandrud; nominiert waren der Film selbst, das Drehbuch, Hauptdarsteller Kevin Vaz, Cutter Jacob Secher Schulsinger und Kostümbildnerin Pia Aleborg.

Kritiker Henry Barnes schrieb in "Guardian": "Die Botschaft wird einem dick aufs Brot geschmiert, ist aber deshalb nicht weniger kraftvoll."



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