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The Happytime Murders
The Happytime Murders
© Tobis Film

FSK-Freigabe für "The Happytime Murders" zu lasch?

Kinos setzen höhere Altersfreigabe an

In den USA hat die Komödie "The Happytime Murders", in der Muppets-Puppen von Brian Henson fluchen, Sex haben und Drogen nehmen, die Altersfreigabe "R" erhalten. Das bedeutet, dass Jugendliche unter 17 Jahren den Film nicht ohne Erwachsenenbegleitung sehen dürfen. Die Zensur der Motion Picture Associaton of America (MPAA) räumt den Eltern oder anderen Erwachsenen aber einen großen Ermessensspielraum ein. So können theoretisch auch Einjährige im Kino Platz nehmen, wenn ein Erwachsener dabei ist, um den Streifen mit seinen "stark derben und sexuellen Inhalten und Sprache und einigen Drogenszenen" anzusehen.

In Deutschland hat die Freiwillige Kontrolle der Filmwirtschaft das von Tobis Film verliehene Werk "Ab 12 Jahren" freigegeben. In der FSK-Begründung heißt es: "Der Film erzählt in klamaukhafter Übertreibung in einem Wechsel von Dialog- und Action-Szenen. Dabei kann zwar die teils sehr vulgäre Sprache Kinder unter zwölf Jahren irritieren, doch bereits Zwölfjährige sind in der Lage, sie dem Kontext und den Figuren zuzuordnen und sich davon zu distanzieren, so dass kein Nachahmungseffekt zu befürchten ist. Zwölfjährige erkennen die stets deutliche Fiktionalität der Geschichte und können den ins Absurde reichenden Humor des Films entschlüsseln. Daher ist für sie keine Beeinträchtigung anzunehmen."

Nun können Zwölfjährige sich den Melissa McCarthy-Film alleine ansehen; ab sechs Jahre alte Kinder dürfen es in Erwachsenenbegleitung. Und das für einen Streifen, für den Tobis selbst mit dem Slogan "Achtung - dieser Film ist nur für Erwachsene!" werben, um deutlich zu machen, dass die Zielgruppe nicht das "Sesamstraße"-Publikum ist.

Einigen Kinobetreibern ist diese Altersfreigabe deutlich zu lasch. Unter anderem sechs Lichtspielhäuser der Guppe Nennmann / Thies & Thies, die sich schon vor zwei Jahren in einem Offenen Brief bei der FSK in Wiesbaden über die ihrer Ansicht nach zu großzügig vergebenen Altersfreigaben beschwerten, "machen von unserem Hausrecht Gebrauch" und lassen erst Jugendliche ab 16 Jahren in die Säle. Die Entscheidung, "The Happytime Murders" ab 12 Jahren freizugeben sei "unverantwortlich, nicht nachvollziehbar und inakzeptabel", heißt es auf den Websites der Filmtheater.

Man habe in dieser Sache eine Befragung der Besucher einer Vorpremiere des Films durchgeführt: Dort hätten sich 83 Prozent für die Freigabe "Ab 16 Jahren" ausgesprochen, 3 Prozent gar erst "Ab 18 Jahren". Das "sehr eindeutig Bild" habe die Betreiber in ihrem Vorhaben bestärkt, eigenmächtig eine höhere als die von der FSK vorgeschlagene Altersfreigabe durchzusetzen.

Der Verleiher Tobis Film zeigt sich mit diesem Vorhaben einverstanden - zumal man selbst ursprünglich die Freigabe "Ab 16 Jahren" beantragt hatte.


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