Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
The Day After Tomorrow
The Day After Tomorrow
© 20th Century Fox Home Entertainment

TV-Tipp für Dienstag (6.11.): Roland Emmerich lässt es schneien

Kabel1 zeigt "The Day After Tomorrow"

"The Day After Tomorrow", Kabel1, 23:00 Uhr
Der Klimaformscher Jack Hall (Dennis Quaid) muss eine gewagte Reise durch Amerika unternehmen, um seinen Sohn (Jake Gyllenhaal) zu retten, nachdem ein plötzlicher weltweiter Sturm die nördliche Erdhalbkugel in ein neues Eiszeitalter zurückgeworfen hat.

Das zweite von inzwischen vier Mal, dass Regisseur und Drehbuchautor Roland Emmerich ("White House Down") das Weiße Haus zerstört hat. 2004 waren nicht die Mayas oder Außerirdische, sondern schlichtweg das schlechte Wetter schuld. Die Öko-Botschaft am Schluss dieses Science Fiction-Films kommt allzu holzhammermäßig daher - der Klimawandel-skeptische US-Vizepräsident zerknirscht am Ende: "Wir haben wohl doch über unsere Verhältnisse gelebt" -, aber wer einen Emmerich-Film anschaut, tut dies ja weniger wegen der subtilen Gedanken über Klimawandel, sondern wegen der Effekte und spektakulären Bilder. Und diese phantastischen Passagen vom überfluteten New York oder vom vereisten Nordamerika sind wie die Trickeffekte sehenswert und entschädigen für die aberwitze Handlung und die hölzernen Dialoge.

2008 listete Yahoo Movies das in Toronto und Montreal entstandene Werk unter den zehn wissenschaftlich fehlerhaftesten Filmen aller Zeiten auf. Emmerich stellt eine Klimakatastophe dar, die in dieser Form in der Wissenschaft nicht diskutiert wird. Sein Skript fußt aber auch gar nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf einem Roman, dem 1999 erschienenen "The Coming Global Supersturm" von Art Bell und Whitley Strieber. Sie waren nicht die Ersten, die das Motiv einer durch das Versiegen des Golfstroms ausgelösten Eiszeit thematisierten. Bereits 1913 hatte Hans Ludwig Rosegger in dem Roman "Der Golfstrom" dieses Szenario ausgemalt, es folgten in den Jahrzehnten weitere Bücher wie "The Sixth Winter" von 1979.

Doch während viele das fiktionale Scenario von Emmerich's Streifen kritisierten, freuten sich einige Wissenschaftler, dass die menschengemachte Erderwärmung und der Klimawandel überhaupt in einem Hollywood-Streifen thematisiert wurden. Der Regisseur selbst hielt nicht damit hinter dem Berg, dass er mit der im Film dargestellten ignoranten US-Administration auch die damalige US-Regierung unter George W. Bush kritisieren wollte, die den Klimawandel verneinte.

Kontroverse hin oder her: 20th Century Fox freuten sich, denn trotz nur gemischter Kritiken wurde "The Day After Tomorrow" ein Riesenerfolg. Bei Produktionskosten von 125 Millionen Dollar spielte der Film weltweit 544 Millionen Dollar ein, wurde die sechsterfolgreichste Produktion des Jahres und erhielt sogar noch Preisweihen: Die Spezialeffekte wurden mit einem Britischen Filmpreis ausgezeichnet.

Ein Zuschauer lobt: "Der Film hat eine unglaubwürdige Handlung, papiererne Dialoge und TV-Serien-mäßige schauspielerische Leistungen, aber es war das beste Kinoerlebnis seit langem. Roland Emmerich versteht es, Filme dieses epischen Maßstabs zu machen, und hier ist er in Hochform."



Hier geht es zum kompletten TV-Programm


Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.