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Starship Troopers - Caspar Van Dien
Starship Troopers - Caspar Van Dien
© Buena Vista

TV-Tipp für Montag (7.1.): Caspar Van Dien plagen die Insekten

Kabel1 zeigt "Starship Troopers"

"Starship Troopers", Kabel1, 23:00 Uhr
Ein faschistischer Staat der Zukunft liegt im Krieg mit Rieseninsekten.

Ein von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indizierter Film läuft im deutschen Fernsehen? Ein Film, der "verrohend und geeignet ist, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren". Ein Film, der daher nicht öffentlich beworben und frei verkauft werden darf. Wie denn das? Rechtlich gesehen: Die Fernsehzuschauer sehen eine geschnittene Fassung, welche noch die Altersfreigabe "Ab 18" erhalten hat.

Aber bei der medienethischen und moralischen Frage, ob dieser Science Fiction-Film von 1997 verboten gehört, sollte betont werden, dass die Bundesprüfstelle und Teile der deutschen Medien ihre Sichtweise haben, die durchaus nicht von allen Kritikern und Zuschauern geteilt wird.

"Starship Troopers" nahm seinen Ausgang in einem Drehbuch namens "Bug Hunt at Outpost Nine". Als Columbia Pictures darauf aufmerksam gemacht wurden, dass das Motiv von Soldaten, die gegen Rieseninsekten kämpfen, bereits in dem Roman "Starship Troopers" des angesehenen, weil für das Science Fiction-Genre prägenden, aber auch umstrittenen - weil faschistoider Motive unterstellten - Robert Henlein vorkamen, sicherten sie sich die Rechte an dem Buch von 1959. Edward Neumeier ("RoboCop") machte sich daran, Motive aus dem Roman mit dem Originaldrehbuch zusammen zu bringen.

Regisseur Paul Verhoeven ("Total Recall") lässt in diesen Science Fiction-Film nicht nur das Blut literweise fließen, sondern bedient sich ganz bewusst einer Bildsprache, die sich an diejenige der Nationalsozialisten und auch deren Künstler wie Leni Riefenstahl und "Triumph des Willens" anlehnt. Auch sind die Symbole und die Uniformen der Soldaten im Film denen der SS nachempfunden. So exzessiv wie die Gewaltdarstellungen, so ins Groteske übersteigert ist die faschistisch-militaristische Propaganda des Staates mit seiner Fremdenfeindlichkeit dargestellt. Verhoeven empfand dies als Satire: Die Hohlköpigkeit und Unmenschlichkeit des Faschismus wird durch dessen Überhöhung deutlich. Die Bundesprüfstelle sah indessen nur die Hohlköpfigkeit und Unmenschlichkeit - Satire vermochte sie nur in Ansätzen zu erkennen.

Der Niederländer Verhoeven, Jahrgang 1939, hat laut eigenen Angaben noch Erinnerungen an seine Kindheit im von den Deutschen besetzten Holland, und sich gegen die Vorwürfe, er betreibe faschistische Propaganda, unter anderem im Audiokommentar auf der DVD zur Wehr gesetzt.

Technisch gesehen ist sein hauptsächlich in den Felsformationen von Hell's Half Acre im US-Bundesstaat Wyoming gedrehter Streifen über alle Zweifel erhaben: Die Spezialeffekte wurden für einen Oscar nominiert. Ob die Darstellungen der Schauspieler wie Caspar von Dien (der hinter Mark Wahlberg und James Marsden nur dritte Wahl war), Denise Richards und Neil Patrick Harris gewollt - Stichwort Hohlköpfigkeit - oder ungewollt so steif geraten sind, ist debattierbar. Die überwiegend positiven Kritiken stießen sich weniger an der unterstellten Propaganda des 105 Millionen Dollar teuren Werkes, sondern konstatierten, dass der Film schlicht "ein großer Spaß" sei. Das sahen die Zuschauer ebenfalls so und machten ihn mit einem weltweiten Einspiel von 121 Millionen Dollar zu einem soliden Erfolg.

Für einen Zuschauer ist "Starship Troopers" der "größte Pro/Anti-Kriegsfilm, der je gemacht wurde. Der Film ist eine unbarmherzige Satire auf ein Genre, für das er selbst eines der besten Beispiele darstellt - ein ziemlich brillantes Kunststück".



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