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Jäger des verlorenen Schatzes - John Rhys-Davies und...n Ford
Jäger des verlorenen Schatzes - John Rhys-Davies und Harrison Ford

TV-Tipps für Samstag (9.2.): Harrison Ford hebt einen Schatz

Sat1 zeigt Meisterwerk "Jäger des verlorenen Schatzes"

Der Samstagabend verwöhnt Spielfilmfreunde mit gleich zwei US-Meisterwerken. Im Sat1-Spätprogramm feiert Harrison Ford in "Jäger des verlorenen Schatzes" seinen ersten Auftritt als Indiana Jones. Im ZDF-Nachtprogramm folgt dann Robert De Niro in seiner legendären Rolle als "Taxi Driver".

"Jäger des verlorenen Schatzes", Sat1, 22:05 Uhr
Der Archäologe und Abenteurer Indiana Jones (Harrison Ford) wird von der US-Regierung beauftragt, den Nazis zuvorzukommen und die sagenumwobene Bundeslade zu bergen.

Wohl kaum jemand kann Popcorn-Kino auf solch hohem Niveau erschaffen wie Steven Spielberg ("Saving Private Ryan"). Was im Grunde nicht mehr als ein juveniles Abenteuer ist, wird bei dem Filmemacher zu einem der besten Filme aller Zeiten, ein Meisterwerk, das Zuschauer aller Alterstufen ebenso begeistert wie Filmkritiker und -historiker. Der Abenteuerfilm von 1981 hat nicht nur bislang drei Fortsetzungen - mit der vierten in Planung - mit Harrison Ford in der berühmten Titelrolle und die Fernsehserie "Young Indiana Jones" gezeitigt, sondern ist bis heute eine der erfolgreichsten Produktionen aller Zeiten und taucht auf vielen Bestenlisten auf.

Die Idee zu der Figur stammt indes nicht von Spielberg, sondern seinem Freund George Lucas. Dieser hatte bereits 1973 die Geschichte "The Adventures of Indiana Smith" geschrieben, die ihre Inspiration aus den billig produzierten Abenteuer- und Science Fiction-Filmen der dreißiger und vierziger Jahre bezog, die damals im Kino vor dem Hauptfilm liefen und als Fortsetzungsgeschichten von Woche zu Woche fortgeschrieben wurden - mit dem berühmten cliffhanger am Ende jeder Episode, um die Spannung hochzuhalten und die Neugier auf den nächsten Film zu wecken. Lucas war als Kind mit diesen serials, die bevorzugt Samstagnachmittags im Fernsehen gezeigt wurden, groß geworden.

Das Konzept besprach der Regisseur mit dem Drehbuchautoren Philip Kaufman, der die Idee mit der Bundeslade einbrachte. Als sich George entschied, "Star Wars" zu drehen, rückte das "Indiana Smith"-Projekt in den Hintergrund. Im gemeinsam mit Spielberg verbrachten Urlaub auf Hawaii 1977 kam es wieder auf den Tisch, als Steven verriet, gerne einen James Bond-Streifen drehen zu wollen. Lucas überredete den Kollegen, doch lieber seinen "Indiana Smith" zu realisieren, der bald zu "Indiana Jones" umgetauft wurde. Spielberg fing Feuer, und die beiden Künstler steckten die Köpfe zusammen, um alle möglichen Elemente einer Abenteuergeschichte zusammen zu tragen. Darunter waren einige Motive aus "Onkel Dagobert"-Comics - so die berühmte Eröffnungssequenz mit dem von einem rollenden Felsbrocken verfolgten Abenteurer.

Die 100 Seiten lange Abschrift dieser Gespräche diente Lawrence Kasdan ("Solo: A Star Wars Story") als Grundlage für das Drehbuch. Wegen der absehbar hohen Kosten lehnten einige Filmstudios das Projekt zunächst ab, bis sich Paramount Pictures bereit erklärten, das 20 Millionen Dollar teure Werk zu finanzieren. Lucas und das Studio schlossen einen Vertrag über gleich fünf "Indiana Jones"-Filme ab.

Für die Titelfigur testete man Peter Coyote, Tim Matheson und Tom Selleck. Letzterer war Steven's Favorit, kam aber aus seinem Fernsehvertrag für die Serie "Magnum" nicht heraus. So ging der Part an Harrison Ford, wovon Lucas nicht begeistert war, weil er glaubte, dass das Publikum an ihn zu sehr als Han Solo gewöhnt sei.

Um die Kosten gering zu halten, drehte man in den Londoner Elstree-Studios mit einer Crew, die größtenteils bereits bei "Star Wars" mitgearbeitet hatte, und auch an teilweise denselben Drehorten in Tunesien. Daneben filmte Spielberg im Sommer 1980 in Frankreich und Kalifornien sowie auf Hawaii. Das im Film auftauchende U-Boot mietete man von der deutschen Produktion "Das Boot".

Vier Illustratoren entwarfen den gesamten Film im Voraus in Bildern, um den Überblick zu erleichtern und ökonomisch nur das zu drehen, was wirklich gebraucht wurde. Spielberg und Lucas wollten "schnell und schmutzig" drehen und auch so das Gefühl der alten Abenteuerfilme hervorrufen. Bei den Spezialeffekten setzte George's Spezialeffekte-Studio Industrial Light & Magic Puppen, Miniaturmodelle, Animationen und Kameratricks ein.

Als "Raiders of the Lost Ark" 1981 in die Kinos kam, war das Echo von Kritik und Publikum überwältigend. Die bravouröse Mischung aus aufwendiger Hochspannungs-Action und trockenem Humor machte die Produktion zu einer der rundum unterhaltsamsten aller Zeiten. Mit weltweit 390 Millionen Dollar Umsatz wurde der Abenteuerflm der erfolgreichste Film des Jahres.

Auch die Industrie selbst ehrte die erfolgreiche Arbeit aller Beteiligten: So gab es allein acht Academy Awards-Nominierungen für den Film, die Regie, die Kamera, John Williams' ikonische Musik, den Schnitt, die Ausstattung, die Spezialeffekte und den Ton. Letztere vier konnten den Goldjungen gewinnen; dazu gab es einen Spezial-Oscar für den Schnitt der Toneffekte. Bei den Golden Globes war Regisseur Steven Spielberg nominiert. Bei den Britischen Filmpreisen gewann Ausstatter Norman Reynolds; nominiert waren der Film, Nebendarsteller Denholm Elliott, Kameramann Douglas Slocombe, Komponist John Williams, Cutter Michael Kahn und die Tontechniker.

1999 nahm die US-Library of Congress das Werk als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutend" in das National Film Registry auf, um es für die Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer lobt: "Man ist schon atemlos, wenn man nur die Anfangsszene beschreibt. Dieser Film hat mehr Energie als drei Action-Streifen zusammen genommen und lässt einen nie Atem holen. Dazu bietet er reichhaltige Charakterisierungen der Figuren, die alle ihre Szenen bekommen, um zu glänzen. Der Inbegriff purer Unterhaltung."



"Taxi Driver", ZDF, 01:00 Uhr
Ein psychisch labiler Vietnamkriegs-Veteran (Robert De Niro) arbeitet die Nachtschichten als Taxifahrer in New York City, wo er mit Abscheu die von ihm wahrgenommene Verderbtheit wahrnimmt, was ihn dazu treibt, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen.

Dieser US-Thriller aus dem Jahr 1976 ist nicht nur ein Meisterwerk und Muss für jeden Kinoliebhaber, sondern zugleich auch ein Zeitdokument. Das New York, in dem Regisseur Martin Scorsese ("The Wolf of Wall Street") hier vor Ort drehte, gibt es so nicht mehr. Mitte der Siebziger war die Stadt bankrott. Wo heute schicke Eigentumswohnungen, Theater und Geschäftshäuser stehen, standen damals abrissreife Wohnblöcke. Der Times Square - heute die Touristenattraktion - war eine Ansammlung von Sexkinos, Peep Shows und Bars. Insofern brauchte es teilweise nicht viel, um die Stadt als Moloch und moralische Hölle auf Erden zu zeigen - Michael Chapman musste nur die Kamera draufhalten und gewann einen semi-dokumentarischen Charakter.

In der Titelrolle des wie in einem metallischen Sarg durch die Straßen gleitenden Taxi-Fahrers zeigt Robert De Niro eine seiner besten Darstellungen, auf die er sich mit Gewichtsabnahme und dem Erwerb der Taxifahrerlizenz wie immer akribisch vorbereitet hatte und die er mit Improvisationen wie der berühmten "You talkin' to me?"-Szene anreicherte. Scorsese zeigt schonungslos und packend, wie individuelle Gewalt auch aus einem gesellschaftlichen Klima der Abstumpfung, der moralischen Gleichgültigkeit und latenten Brutalität gespeist werden kann.

Wegen seiner Gewaltdarstellung zum Schluss, die der Filmemacher abmildern musste, um noch die Freigabe "R" zu erhalten, und der Mitwirkung der damals zwölf Jahre alten Jodie Foster als Prostituierte, war die 2 Millionen Dollar teure Columbia Pictures-Produktion umstritten. Doch der Qualität des Streifens insgesamt konnten sich die Kritiker nicht entziehen. Auch das Publikum machte das Werk mit einem Umsatz von 28 Millionen Dollar - das entspricht heute 115 Millionen Dollar - zum Erfolg.

Beim Cannes Filmfestvial gewann der Streifen die Goldene Palme. Es folgten vier Nominierungen für den Academy Award: Als "Bester Film", für Hauptdarsteller Robert De Niro, Nebendarstellerin Jodie Foster und posthum für Komponist Bernhard Herrmann. Bei den Golden Globes waren Drehbuchautor Paul Schrader und Hauptdarsteller De Niro nominiert. Bei den Britischen Filmpreisen gewannen Nebendarstellerin Foster und posthum Komponist Herrmann; nominiert waren hier der Film, Regisseur Martin Scorsese, Hauptdarsteller De Niro und die Cutter. 1994 nahm die US Library of Congress den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch" bedeutsames Werk in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer schwärmt: "Martin Scorsese und Robert De Niro haben ein hartes, verstörendes und schonungsloses Meisterwerk gefertigt. Das ist phantastisches Kino. Jeder Schauspieler agiert mit Leidenschaft, so dass der Zuschauer allen ihre Rollen abnimmt. Besonders Jodie Foster ragt heraus, sie liefert eine großartige, herzzerreißende Darstellung. Ebenso De Niro. Obwohl sein Travis Bickle einsam, gewalttätig und labil ist, haben wir Mitleid mit ihm und drücken ihm beinahe die Daumen. Die Musik von Bernhard Herrmann ist absolut grandios, die Dialoge großartig und zum Nachdenken anregend und die Photographie brillant."



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