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24 Wochen - Julia Jentsch und Bjarne Madel
24 Wochen - Julia Jentsch und Bjarne Madel
© Friede Clausz

TV-Tipp für Dienstag (12.2.): Julia Jentsch muss eine schwierige Entscheidung treffen

3sat zeigt "24 Wochen"

"24 Wochen", 3sat, 20:15 Uhr
Ein Ehepaar (Julia Jentsch und Bjarne Mädel) steht vor einer unlösbaren Aufgabe, als sie entscheiden müssen, ob sie das behinderte Kind im Leib der Mutter abtreiben lassen wollen.

Als sich dieses bewegende deutsche Drama im Berlinale Palast auf sein Ende zubewegte, hörte man es schniefen, schluchzen und schneuzen im Saal. Der Film der Regisseurin und Drehbuchautorin Anne Zohra Berrached wird wohl nur die härtesten Zyniker kalt lassen. Die Filmemacherin zeigt kitschfrei, glaubwürdig und packend die Situation eines voll im Leben stehenden Paares, das vor eine Entscheidung gestellt wird, die man niemanden wünscht, treffen zu müssen, und - so heißt es im Streifen - "über die niemand urteilen darf".

Berrached verwischt wie in ihrem Debut "Zwei Frauen" Fiktion und Realität, indem sie als tränenreiche Gespräche mit echten Eltern in der gleichen Situation wie der des Paares im Film und viele Recherchen über das Thema als Grundlage ihres Skripts nutzt und in den Nebenrollen echte Ärzte und Psychologen auftreten lässt. Auch die Kabarett-Auftritte von Julia Jentsch wurden während realer TV-Comedy-Shows wie "Nuhr im Ersten", "Ladies Night" und "3sat Festival" mit den entsprechenden Kabarettisten gedreht. Gefilmt wurde in Halle, Leipzig und Markkleeberg.

Die schauspielerischen Leistungen von Jentsch und Mädel sind großartig und verleihen dem Werk viel von seiner emotionalen Wucht. Dass der Film im Wettbewerb um den Bären 2016 keine Rolle spielte, war den anglo-amerikanischen Kritikern zu "verdanken", die ihn im Gegensatz zu den positiven heimischen Journalisten kühl abservierten. Das führte leider zu einem preisfreien Ausgang für die Zero One-Produktion und im Weiteren zu einem Totalflop an den Programmkinokassen.

Wenigstens bei den Deutschen Filmpreisen erfuhr das Werk Genugtuung: Der Film gewann das Filmband in Silber hinter "Toni Erdmann"; nominiert waren Regisseurin Anne Zohra Berrached, ihr Drehbuch und Hauptdarstellerin Julia Jentsch.

Kritiker Lars-Olav Beier urteilte auf "Spiegel Online": "Mit großer Sicherheit und Kraft bewegt sich Anne Zohra Berrached durch diese Kampfzone. In jeder einzelnen Szene könnte der Film den falschen Ton treffen, und fast immer trifft er den richtigen. Das ist das Gegenteil eines Thesen- oder Themenfilms. Er zieht den Zuschauer hinein in den Konflikt, in den das Paar gerät, als es erfährt, dass ihr Baby unmittelbar nach der Geburt einer schweren Herzoperation unterzogen werden muss."



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