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Biester - Sandrine Bonnaire und Isabelle Huppert
Biester - Sandrine Bonnaire und Isabelle Huppert

TV-Tipps für Sonntag (17.2.): Isabelle Huppert wiegelt Sandrine Bonnaire auf

Arte zeigt "Biester"

Am Sonntagabend hat man im Hauptprogramm die Wahl zwischen der Action-Kracher-Spannung mit "Star Trek Beyond" auf Pro7 oder der subtilen Krimi-Spannung von Claude Chabrol's "Biester" auf Arte.

"Star Trek Beyond", Pro7, 20:15 Uhr
Die USS Enterprise wird in eine unbekannte Galaxie gelockt, wo sie es mit einem rücksichtslosen neuen Feind zu tun bekommt.

Wenn Gene Roddenberry, dem Erfinder der TV-Serie "Star Trek" ("Raumschiff Enterprise") gesagt worden wäre, dass zum 50. Jubiläum 2016 der 13. Kinofilm erscheinen würde, er hätte es wahrscheinlich nicht geglaubt. Nach dem recht sang- und klanglosen Einstellen wegen schwacher Zuschauerzahlen nach drei Staffeln hätte wohl niemand in der Unterhaltungsindustrie es für möglich gehalten, dass Captain Kirk, Spock & Co. eine solche Langlebigkeit an den Tag legen würden.

Dass die Enterprise im 21. Jahrhundert noch erfolgreich flog, war hauptsächlich J.J. Abrams zu verdanken, der als Produzent und Regisseur "Star Trek" 2009 erfolgreich wieder belebte und mit "Star Trek Into Darkness" 2013 ebenso erfolgreich weiter führte. Paramount Pictures hatten dementsprechend Interesse an einem dritten Part, für den sie ein Budget in Höhe von satten 185 Millionen Dollar auf den Tisch legten.

Doch Abrams stand zwar weiter als Produzent, aber nicht mehr Regisseur zur Verfügung, da er zur "Star Wars"-Konkurrenz mit deren Reboot "The Force Awakens" gewechselt war. Als Nachfolger setzte sich Justin Lin, der vier der "Fast and Furious"-Streifen inszeniert hatte, auf das Regiestühlchen, während Doug Jung und Nebendarsteller und "Star Trek"-Fan Simon Pegg das Drehbuch schrieben.

Gefilmt wurde im kanadischen Vancouver sowie im südkoreanischen Seoul und in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nicht mehr dabei sein konnte Spock-Darsteller Leonard Nimoy, der während der Vorproduktion Anfang 2015 gestorben war und dem die Produktion im Abspann ebenso gewidmet ist wie Chekov-Mime Anton Yelchin, der rund einen Monat vor der Premiere verstarb.

Die hohe Qualität der beiden Vorgänger kann auch dieser US-Science Fiction-Film halten, der beides schafft: Den Geist der Fernsehserie zu bewahren und gleichzeitig epische Blockbuster-Action zu offerieren. Die Kritiken für "Star Trek Beyond" fielen dementsprechend gut aus, und es gab auch Oscar-Weihen mit der Nominierung für die Maskenbildner.

Finanziell rechnete sich das Werk mit einem weltweiten Einspiel von 343 Millionen Dollar ebenfalls, wenn auch die Zahlen der beiden Vorgänger, gerade in den USA, nicht mehr erreicht wurden. Paramount wollten daher für den angedachten vierten Teil weniger Geld zur Verfügung stellen, was dazu führte, dass Kirk-Akteur Chris Pine, der mit seiner Honorarkürzung nicht einverstanden war, sich von dem Projekt zurück zog. Letzten Monat verkündete das Filmstudio, dass es - zumindest absehbar - keinen weiteren "Star Trek" geben wird.

Kritiker Colby Bryant schrieb: "Ich gebe dem Film das höchste Lob, das ich vergeben kann: Er fühlte sich an wie eine verlängerte Fernsehepisode, die ich noch nie gesehen hatte."



"Biester", Arte, 20:15 Uhr
Das neue Hausmädchen (Sandrine Bonnaire) in Diensten einer reichen Familie auf dem Lande wird von einer Postangestellten (Isabelle Huppert), mit der sie sich anfreundet, gegen ihre Arbeitgeber aufgewiegelt.

Der französische Regisseur und Drehbuchautor Claude Chabrol hat im Laufe seiner Karriere viele Kriminalfilme geschrieben und inszeniert, aber mit dieser Adaption des Romans "A Judgement in Stone" der englischen Autorin Ruth Rendell aus dem Jahr 1977 fand sein künstlerischer Deckel 1995 einen besonders passenden Topf. Rendell honorierte seine Arbeit, indem sie wissen ließ, dass seine eine der wenigen Kinobearbeitungen eines ihrer Werke sei, mit der sie zufrieden sei.

Der düstere, spannende und unberechenbare Streifen, der im Département Ille-et-Vilaine in der Bretagne gedreht wurde, profitiert besonders vom faszinierenden und nervenaufreibenden Zusammenspiel der beiden exzellenten Hauptdarstellerinnen Sandrine Bonnaire und Isabelle Huppert, die beide mit dem Copa Volpi als "Beste Darstellerinnen" auf den Filmfestspielen von Venedig geehrt wurden.

Huppert gewann auch den César als "Beste Hauptdarstellerin" bei den Französischen Filmpreisen; nominiert waren hier der Film, Regisseur Claude Chabrol, sein Drehbuch, Hauptdarstellerin Sandrine Bonnaire, Nebendarstellerin Jacqueline Bisset und Nebendarsteller Jean-Pierre Cassel. Mit 1,0 Million Zuschauer wurde "La cérémonie" - so der Originaltitel - auch ein Erfolg beim französischen Publikum.

Ein Zuschauer befindet: "Ohne in eine Persiflage abzugleiten, gelingt es Claude Chabrol, den Klassenkampf zwischen der reichen Familie Lelievre und dem bescheidenen Hausmädchen zu portraitieren. Was besonders interessant an dieser getreuen Verfilmung des Romans von Ruth Rendell ist, ist, dass man als Zuschauer in seiner Sympathie und Antipathie für beide Seiten hin- und hergerissen ist. Die Landschaft der Bretagne wird recht öde gezeigt, was bestens zum Tonfall dieser grimmigen und superb ausgeführten Geschichte passt."



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