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Alien - Sigourney Weaver, Yaphet Kotto und Harry Dean...anton
Alien - Sigourney Weaver, Yaphet Kotto und Harry Dean Stanton
© 20th Century Fox

TV-Tipps für Pfingstsonntag (9.6.): Sigourney Weaver und das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Pro7 zeigt Meisterwerk "Alien"

Europäisches Kino dominiert den Pfingssonntagabend. Nicht gerade der Heilige Geist, sondern das Alien kommt im Pro7-Nachprogramm in die Welt. Das britische Meisterwerk "Alien von Ridley Scott zeigt, wie einst alles begann. Im Hauptprogramm läuft zuvor der niederländische Regisseur Paul Verhoeven mit dem Thriller "Black Book" zu großer Form auf.

"Black Book", Arte, 20:15 Uhr
In den von den Deutschen während des Zweiten Weltkriegs besetzten Niederlanden infiltriert eine jüdische Sängerin (Carice van Houten) für den Widerstand das örtliche Gestapo-Hauptquartier.

Nach über 20 Jahren in Hollywood kehrte der niederländische Regisseur und Drebuchautor Paul Verhoeven ("Total Recall") in seine Heimat zurück, um das Drama "Zwartboek" (Das Schwarzbuch) zu schreiben und zu inszenieren. Seine Rückkehr geriet zum Triumph.

2006 wurde sein Werk die erfolgreichste heimische Produktion aller Zeiten in den Niederlanden, und zwei Jahre später wählten ihn die Zuschauer zum besten niederländischen Streifen überhaupt. Die niederländische Filmakademie sendete das Werk nach Hollywood als Anwärter für den "Besten nicht englischsprachigen Film"; er wurde allerdings nicht nominiert. Dafür aber bei den Britischen und den Europäischen Filmpreisen. Hauptdarstellerin Carice van Houten, deren Leistung allseits gerühmt wurde, erhielt Nominierungen bei den Deutschen und den Europäischen Filmpreisen.

"Black Book" ist eine furiose Mischung aus Sex und Gewalt, wie sie Verhoeven unter anderem ja bereits in "Basic Instinct" virtuos beherrscht hatte, und angesichts seiner moralischen Relativierungen mit vielen Grautönen ein unverschämt unterhaltsames Melodrama. Die Handlung selbst basiert auf vielen einzelnen Ereignissen, die sich so zugetragen haben, ist aber keine Filmbiographie. Die von van Houten gespielte Rachel Stein ist ein Kompositum aus mehreren Personen.

Fast wäre der umgerechnet 21 Millionen Dollar teure Film - der damit der teuerste je in den Niederlanden gedrehte war - gar nicht zustande gekommen, weil die Produzenten nicht genügend Finanzen auftreiben konnten und 20 verschiedene Partner und Fördertöpfe, darunter auch aus Deutschland, versammeln mussten, um das Budget zu stemmen. Dadurch verzögerten sich die Dreharbeiten in den Niederlanden und in Israel um gut ein Jahr.

Kritiker Brian Webster schrieb für "Apollo Guide": "Dass der Film überzogen und unglaubwürdig ist, kann nicht die Tatsache aufwiegen, dass er auch aufregend, faszinierend, sexy und spannend ist."



"Alien", Pro7, 01:00 Uhr
Im Jahr 2122 emfängt ein Handelsschiff im Weltraum ein Notsignal von einem Planetoiden und landet dort. Statt Überlebender findet man Zeichen außerirdischen Lebens, und ein Mitglied (John Hurt) der Crew wird von einer geheimnisvollen Lebensform angegriffen - nur der Auftakt zu einem Kampf ums Überleben an Bord des Raumschiffes.

Vor 40 Jahren begann die "Alien"-Saga, die seitdem Fortsetzungen, Spin-offs, Spielzeuge, Romane, Comics und Video-Spiele nach sich gezogen hat. Von "Alien" - vom viel imitierten Monster selbst, wie auch von dem Gesamtpaket der Filme - geht offensichtlich eine Faszination bis zum heutigen Tag aus, was auch der Erfolg von "Prometheus" vor fünf Jahren belegt hat.

"Alien" legte dazu 1979 das Fundament. Zwar war der britische Horrorfilm zunächst bei den Kritikern nur gemischt aufgenommen worden, aber das Publikum strömte in die Lichtspielhäuser und machte den Streifen trotz seiner hohen Altersfreigabe, welche Jugendliche vom Besuch ausschloss, mit weltweit rund 200 Millionen Dollar - das entspräche heute 670 Millionen Dollar, wäre also auf einem Niveau mit zum Beispiel "Doctor Strange" - zu einem großen Erfolg. Erstaunlich für einen Horrorfilm. Auch die Industrie zollte dem Werk mit einem Oscar für die Visuellen Effekte und einer Oscar-Nominierung für die Ausstattung ihren Respekt. Dazu kamen zwei Britische Filmpreise für die Ausstattung und den Ton.

Vater des "Alien" ist dabei nicht Regisseur Ridley Scott, der die Saga mit "Prometheus" und "Alien: Covenant" wieder aufgenommen hat, sondern Drehbuchautor Dan O'Bannon. Dieser hatte das Drehbuch zu dem Science Fiction-Film "Dark Star" von 1974 geschrieben, der sozusagen die komödiantische Variante einer schief gehenden Weltraummission zeigte. Und er weckte O'Bannon's Appetit, einen ernsten Science Fiction-Film mit einem unheimlichen Monster zu drehen.

Zunächst hatten die Filmstudios an seiner Version von "'Der weiße Hai' im Weltraum", wie er sein Skript zu verkaufen suchte, kein Interesse. Das änderte sich schlagartig mit dem gigantischen Erfolg von "Star Wars" 1977. Nun konnten die Produktionsgesellschaften gar nicht genug von allem bekommen, was im Weltraum spielte. 20th Century Fox bissen an und produzierten den Film. Allerdings zerschlugen sich die Hoffnungen von Dan, sein eigenes Drehbuch auch selbst in Szene setzen zu können. Fox wollten das Projekt keinem Debutanten anvertrauen, sondern engagierten Scott, der gerade mit seinem Debut "The Duellists" überzeugt hatte.

Der Filmemacher verschob den Schwerpunkt nochmals deutlich von Science Fiction Richtung Horror. Für ihn sollte "Alien" wie "'The Texas Chainsaw Massacre' im Weltraum" sein. Seine Konzeptzeichnungen überzeugten die Fox-Manager dermaßen, dass sie das ursprünglich vorgesehene Budget von 4 auf 11 Millionen Dollar erhöhten. Dem Engländer war es unter anderem so möglich, in den Shepperton Studios bei London große Kulissen wie das des Alien-Planeten aufbauen zu lassen und weniger auf Modelle und Tricks setzen zu müssen.

Eine weitere Entscheidung, die wegweisend für das Werk, aber auch den weiteren Verlauf der Filmgeschichte werden sollten, war Ridley's Entschluss gegen alle Widerstände und Bedenken des Studios, mit Sigourney Weaver eine weibliche Heldin auf die ursprünglich als Mann geschriebene Figur zu setzen und so erstmals in einem großen Hollywood-Action-Film eine Frau in den Mittelpunkt zu stellen. Auch das Design war ungewöhnlich: Keine funkelnde "Enterprise" fliegt hier mit Wissenschaftlern durch den Weltraum, sondern ein dunkles, dreckiges Handelsschiff mit frustrierten Technikern, die ihren Job des Geldes wegen erledigen, und mit Ausnahme der Darstellerinnen Weaver und Veronica Cartwright von Männern jenseits der 40 und nicht wie in "Star Wars" von Mittzwanzigern dargestellt wurden.

Auch der Ton des Films unterscheidet sich von dem eines "Star Wars": Das Tempo ist langsam, Action nur sehr vereinzelt, statt dessen sorgen sorgfältig orchestrierte Spannungsmomente und die dröhnende Tonspur für Anspannung und Nägelkauen. Einen riesigen Anteil an der Wirkung und am Erfolg des Films kommt dabei dem schweizerischen Künstler H.R. Giger,der das Alien-Monster entwarf, und dem italienischen Modellbauer Carlo Rambaldi zu, der es zum Leben erweckte und drei Jahre später mit "E.T." ein etwas anderes Weltraumwesen ebenfalls weltbekannt machen sollte.

Besonders originell ist die Handlung nicht. Dan O'Bannon gab freimütig zu: "Ich habe nicht bei jemanden geklaut. Ich habe bei allen geklaut." Aber Ridley Scott verbindet hier Science Fiction, Horror und freudlose Poesie stilistisch brillant zu einem makellosen Meisterwerk. 2002 nahm die US Library of Congress den Streifen als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer schwärmt: "Die Inszenierung ist perfekt, jede Einstellung großartig, jede Kamerabewegung Atem beraubend. Es gibt absolut nichts, was man hinzufügen oder weglassen könnte. Die Schauspieler sind phantastisch und lassen eine unglaublich glaubwürdige Version der Zukunft entstehen. Das Drehbuch ist gut aufgebaut und frei von absurden Wendungen. Seine Einfachheit und seine Wirksamkeit warten immer noch darauf, übertroffen zu werden. Die Atmosphäre ist genial: Gotisch, klaustrophobisch und manchmal barock. Der Einsatz von Licht und Schatten ist großartig, der Einsatz des Tons so unheimlich, wie er nur sein kann. Und dann natürlich das Alien. Die einzige Kreatur, die Sigourney Weaver die Show stehlen kann."



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