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Gone Girl - Ben Affleck und Rosamund Pike
Gone Girl - Ben Affleck und Rosamund Pike

TV-Tipps für Sonntag (4.8.): Ben Affleck geht seine Frau verloren

Pro7 zeigt Meisterwerk "Gone Girl"

Am Sonntagabend müssen sich Spielfilmfreunde zwischen zwei Hochkarätern im Hauptprogramm entscheiden: Pro7 zeigt das Meisterwerk "Gone Girl" von David Fincher, während Arte gleichzeitig den Western "Jeremiah Johnson" von Sydney Pollack ausstrahlt.

"Gone Girl", Pro7, 20:15 Uhr
Während nach dem Verschwinden seiner Frau (Rosamund Pike) ein erbitterter Medienzirkus losbricht, sieht sich der Ehemann (Ben Affleck) auf einmal selbst im Rampenlicht, als er selbst zum Verdächtigen wird.

Noch vor dem Erscheinen und dem Welterfolg des Romans "Gone Girl" von Gillian Flynn 2012 wurde Reese Witherspoon 2011 auf das Manuskript des Buches von der Produzentin Leslie Dixon aufmerksam gemacht und sicherte sich die Verfilmungsrechte. Damals war geplant, das Buch mit Witherspoon in der Hauptrolle zu verfilmen. Doch nachdem 20th Century Fox und Regisseur David Fincher an Bord kamen, erhielt die Engländerin Rosamund Pike den Zuschlag; Reese blieb als Produzentin an Bord.

Ebenfalls dabei blieb Autorin Flynn, die das Drehbuch schrieb, obwohl sie bis dahin keinerlei Erfahrung damit hatte. "Als jemand, der für Magazine geschrieben hat, habe ich keine Probleme damit, Sachen aus meinem Roman rauszuschmeißen", meinte Gillian zur intensiven Zusammenarbeit mit Regisseur Fincher, die gemeinsam die fertige Form des US-Kriminalfilms fanden und dabei zahlreiche Nebenhandlungen des Buches unter den Tisch fallen ließen.

Für 61 Millionen Dollar drehte David in Los Angeles und in Cape Girardeau im US-Bundesstaat Missouri. Die makabre Handlung spielte den Vorlieben von Fincher in die Hände, der hier ein düsteres, intelligentes und elegantes Meisterwerk in Szene setzte und dabei seine Hauptdarsteller Rosamund Pike und Ben Affleck zu Höchstleistungen trieb. Insbesondere Rosamund wurde für ihre Darstellung gerühmt und unter anderem für den "Grand Slam" aus Oscar, Golden Globe, Britischen Filmpreis und Screen Actors Guild Award nominiert, wo sie jeweils das Nachsehen hinter Julianne Moore und deren "Still Alice" hatte. Mit sehr guten Kritiken entwickelte sich "Gone Girl" 2014 analog zum Roman zu einem Publikumserfolg und brachte weltweit 369 Millionen Dollar ein.

Kritiker Nick Dent schrieb im australischen "Daily Telegraph": "David Fincher hat diese listige, verstörende Geschichte raffiniert inszeniert, unterstützt durch die unheimliche Musik von Trent Reznor und Atticus Ross."



"Jeremiah Johnson", Arte, 20:15 Uhr
Ein in den Bergen von Utah lebender Einsiedler (Robert Redford) wird zur unfreiwilligen Zielscheibe einer Vendetta der Indianer und stellt sich im Eins-zu-eins-Kampf mit ihren Kriegern als ebenbürtig heraus.

Ursprünglich sollte Regisseur Sam Peckinpah mit Lee Marvin und dann Clint Eastwood die Lebensgeschichte der Western-Legende John Jeremiah "Leber-Esser" Johnson verfilmen, der von 1824 bis 1900 gelebt hatte. Die Handlung basierte auf zwei Biographien, dem Sachbuch "Crow Killer: The Saga of Liver-Eating Johnson" von Raymond Thorp und Robert Bunker und dem Roman "Mountain Man" von Vardis Fisher aus dem Jahr 1965. Als sich Peckinpah's und Eastwood's Engagement zerschlug, gelang es Warner Brothers Pictures, welche die Filmrechte 1970 erworben hatten, Redford als Hauptdarsteller zu gewinnen. Der bestand auf Sydney Pollack ("The Firm") als Regisseur, mit dem er erneut zusammen arbeiten wollte.

John Milius ("Apocalypse Now") schrieb und überarbeitete das Drehbuch mehrmals, zwei weitere Autoren wurden beschäftigt, wodurch die Kosten der Produktion schon vor Drehbeginn in die Höhe schnellten. Da auch Robert Redford 200 000 Dollar kostete, beschlossen Warner Brothers, den naturgewaltigen US-Western aus Kostengründen nur auf dem Studiogelände drehen zu lassen - eine Aussicht, die den Hauptdarsteller und seinen Regisseur gleichermaßen entsetzte. Beide überzeugten den Produzenten, dass sie den Film in Redford's Heimat Utah auch zu gleichen Kosten würden produzieren können. Gedreht wurde also in der Wildnis vor Ort. Da aber unter anderem die Witterungsbedingungen die Dreharbeiten erschwerten, eskalierten die Kosten weiter. Pollack nahm einen Kredit auf sein Haus auf, um die Arbeiten fortsetzen zu können.

Letztlich lohnten die Zuschauer das Wagnis, indem sie "Jeremiah Johnson" zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1972 in den Kinos machten: Der 3 Millionen Dollar teure Streifen setzte 44 Millionen Dollar um. Ihm wurde zudem die Ehre zuteil, als erster Western überhaupt am Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes teilzunehmen. Pollack schuf in seinem wunderschön gefilmten Werk Momente großer Schönheit und großen Schreckens. Sein Film ist mehr Charakterstudie als Action-orientiert.

"Manche Zuschauer werden vom Fehlen einer stringenten Handlung, von der episodenhaften, sich wiederholenden Struktur des Films oder den langen stummen Szenen abgeschreckt werden. Dabei sind es gerade diese Dinge, die dem Film seine Kraft verleihen", schreibt ein Zuschauer. "Wer sich darauf einlassen kann, erlebt eine wunderschöne Parabel über gebrochene Menschen, die lernen, wieder ganz zu sein. Zu gleichen Teilen brutal, wild und Herz erwärmend."



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