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TV-Tipps für Samstag (7.9.): Steven Spielberg muss nach Hause telephonieren

RTL2 zeigt "E.T."

Am Samstagabend regiert US-SciFi das Fernsehprogramm. Für die ganze Familie steht Steven Spielberg's Klassiker "E.T." im RTL2-Hauptprogramm auf der Agenda. Für erwachsenere Semester folgt dann im Sat1-Nachtprogramm "Butterfly Effect" mit Ashton Kutcher.

"E.T.", RTL2, 20:15 Uhr
Ein Junge (Henry Thomas) nimmt allen Mut zusammen, um einem Außerirdischen zu helfen, die Erde wieder zu verlassen.

Frank Price wird sich bis zum heutigen Tage über diese eklatante Fehleinschätzung ärgern, die Columbia Pictures hunderte Millionen Dollar gekostet hat. Als Regisseur Steven Spielberg ("Saving Private Ryan") sein Projekt "E.T." verfilmen wollte, erklärte der Studiochef, das Ganze klinge wie ein "Schwachmaten-Walt Disney-Film" und legte es auf Eis. Spielberg trug die Idee dann Sid Sheinberg, dem Chef von MCA vor, der Muttergesellschaft von Universal Pictures. Dieser erkannt das Potential des Drehbuchs von Melissa Mathison ("The BFG). Sheinberg kaufte Columbia die Verfilmungsrechte für 1 Million Dollar ab und garantierte der Konkurrenz 5 Prozent der Gewinne. John Veitch von Columbia gab später zu, dass "wir dadurch im Jahr 1982 mehr eingenommen haben als durch jeden unserer eigenen Filme".

Denn "E.T." war kein billiger Walt Disney-Abklatsch, sondern im Gegenteil "der beste Walt Disney-Film, den Disney nie gedreht hat", wie es "Variety" formulierte. Der kleine Außerirdische, der "nach Hause telephonieren" wollte, wurde zu einem weltweiten Phänomen und brach Kassenrekorde. Mit 793 Millionen Dollar wurde der Science Fiction-Film zum weltweit erfolgreichsten Film des Jahres und mit 359 Millionen Dollar - das entspräche heute rund 1,1 Milliarden Dollar - zum damals umsatzstärksten Film aller Zeiten in den USA; nach Zuschauerzahlen ist er aktuell der vierterfolgreichste aller Zeiten.

"E.T." funktioniert sowohl als aufregendes SciFi-Abenteuer als auch als ein bemerkenswertes Portrait einer Kindheit, wobei Steven aus seiner eigenen schöpfte. Nach der Scheidung seiner Eltern hatte der damals 13-Jährige einen außerirdischen Freund erfunden. Sein anrührender Streifen begeisterte als ein Stück Kinomagie Jung und Alt gleichermaßen und hielt mit großer iszenatorischer Raffinesse ein Plädoyer für Menschlichkeit und Mitgefühl.

Die 10 Millionen Dollar teure Produktion wurde unter großer Geheimhaltung hauptsächlich in Culver City nahe Los Angeles gedreht. Um den jugendlichen Schauspielern ihre Darstellungen zu erleichtern, drehte Spielberg in chronologischer Reihenfolge und ließ die Akteure nicht die drei kleinwüchsigen Mimen sehen, die abwechselnd in die vom italienischen Puppenbauer Carlo Rambaldi - der für den Filmemacher schon fünf Jahre zuvor die Außerirdischen in "Close Encounters of the Third Kind" erschaffen hatte -, gebaute E.T.-Puppe schlüpften. Die Illusion sollte auch am Drehort perfekt sein.

Das von den Kritikern einhellig gepriesene Werk erhielt vier Oscars: Für Komponist John Williams, für die Visuellen Effekte, für den Ton und den Tonschnitt; nominiert waren zudem der Film, Regisseur Steven Spielberg, Drehbuchautorin Melissa Mathison, Kameramann Allen Daviau und Cutterin Carol Littleton. Bei den Golden Globes gewannen der Film und Komponist Williams; nominiert waren Regisseur Spielberg und Drehbuchautorin Mathison. Bei den Britischen Filmpreisen triumphierte wiederum Komponist Williams; Nominierungen hatten der Film, Regisseur Spielberg, Drehbuchautorin Mathison, Kameramann Daviau, Cutterin Littleton, Bühnenbildner Jim Bissell, Maskenbildner Robert Sidell, die Visuellen Effekte und die Tontechniker erhalten.

1994 wurde der Film von der US-Library of Congress als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry aufgenommen, um es der Nachwelt zu erhalten.

Eine Zuschauerin schwärmt: "Die wahre Brillanz kommt hier von Steven Spielberg, dessen Herz wirklich die ganze Zeit über durchscheint. Die Bilder und die Stimmung, die er erschafft, sind faszinierend, die Darstellungen der Schauspieler können nicht übertroffen werden. Aber ich kann nicht nur Spielberg preisen, denn mit ihm kommt der brillanteste Komponist. Hut ab, John Williams! Seine Musik ist unvergesslich und der Hauptgrund für die Tränen, die uns immer im Finale in die Augen schießen. Es ist seine Musik, welche die Traurigkeit und die Sehnsucht von E.T. und Elliot erschaffen."



"Butterfly Effect", Sat1, 00:25 Uhr

Ein junger Mann (Ashton Kutcher) blendet schädliche Gedanken an wichtige Ereignisse aus seinem Leben auf. Als er älter wird, findet er eine Möglichkeit, diese verlorenen Erinnerungen zurückzurufen und auf eine übernatürliche Weise sein Leben zu verändern.

Der Titel dieses US-Science Fiction-Films von 2004 bezieht sich auf ein Konzept aus der Chaostheorie ("Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Hurricane auf der anderen Seite der Erde auslösen"), das beschreibt, wie selbst kleinste Effekte riesige und völlig unvorhergesehene Folgen haben können. Insofern ist der Titel irreführend, denn J. Mackey Gruber und Eric Bress beschreiben in ihrem Regiedebüt, zu dem sie auch das Drehbuch beisteuerten, eher einen Dominoeffekt: Hier zeitigt eine Handlung eine andere, beschränkt auf das enge Umfeld der Hauptfigur.

Die Filmemacher hatten einerseits eine faszinierende Idee, anderseits aber extreme Probleme, ihren Film befriedigend zu Ende zu bringen. Nicht weniger als vier verschiedene Schlusssequenzen wurden gedreht. Gruber und Bress bevorzugten das Director's Cut-Ende auf Disc. Für die Kinoversion hatten sie sich damit bei den Produzenten von New Line Cinema nicht durchsetzen können; das Filmstudio bestand auf einem glücklicheren Ausgang. Und der Erfolg gab ihm wohl Recht, denn der 13 Millionen Dollar teure Streifen wurde mit weltweit 96 Millionen Dollar ein solider Erfolg an den Kinokassen, so dass sogar 2006 und 2009 Fortsetzungen produziert wurden, die allerdings nichts mit dem Original zu tun hatten.

Bei den Kritikern fiel "The Butterfly Effect" zwar durch. Aber die Zuschauer sahen das offenbar ein bisschen anders. So auch dieser Betrachter: "Vor allem ist es den Filmemachern gelungen, das Unglaubliche zu schaffen und Ashton Kutcher zu einem guten Schauspieler zu machen. In dieser Geschichte scheint aber sowieso alles möglich. Für mich war der Film wie eine Brise frischer Luft und hat mich tagelang zum Nachdenken gebracht. Wenn ein Streifen einen für 113 Minuten so fesselt, dann kann ich vor dem Talent der Filmemacher nur demütig meinen Hut ziehen."



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