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'71 - Jack O'Connell
'71 - Jack O'Connell
© Studio Canal

TV-Tipps für Sonntag (8.9.): Jack O'Connell gerät hinter feindliche Linien

3sat zeigt "'71"

Politische Ränkeschmiede und ein ausgewachsener Bürgerkrieg stehen am Sonntagabend auf dem Spielfilmmenu. Im Arte-Hauptprogramm serviert George Clooney sein zeitgemäßes Drama "The Ides of March". Die Woche beschließt im 3sat-Nachtprogramm der britische Thriller "'71", der die Zuschauer direkt in die Straßen von Belfast während des Nordirland-Konflikts vor rund 50 Jahren katapultiert.

"The Ides of March", Arte, 20:15 Uhr
Ein idealistischer Mitarbeiter (Ryan Gosling) der Wahlkampfkampagne eines US-Präsidentschaftskandidaten (George Clooney) erhält einen Schnellkurs in Sachen schmutziger Politik.

Mehr George Clooney als in diesem US-Drama geht nicht: Der Künstler produzierte, inszenierte und adaptierte die Leinwandversion des Theaterstücks "Farragut North" von Beau Willimon, dem Mann hinter der amerikanischen Version der TV-Serie "House of Cards", aus dem Jahr 2008.

Clooney drehte die 12 Millionen Dollar teure Columbia Pictures-Produktion in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio - was die Filmemacher dann im Abspann zu erwähnen vergaßen, aber für die Disc-Auswertung korrigierten -, in Detroit im US-Bundesstaat Michigan und in Miami im US-Bundesstaat Florida. Ursprünglich sollte Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielen, der dann durch Ryan Gosling ersetzt wurde und als Co-Produzent an Bord blieb. Der Titel bezieht sich auf die Iden des März, die im Zusammenhang mit der Ermordung von Julius Cäsar im März 44 vor Christus als Metapher für drohendes Unheil, aber auch politische Ränke gebraucht werden.

"The Ides of March" verkündet keine neuen aufschlussreichen Wahrheiten, aber der superb gespielte Streifen, den George in einem ruhigen, souveränen Tempo in Szene gesetzt hat, zeigt auch in seinen exzellenten Dialogen überzeugend die Grauzone zwischen politischen Idealen und dem politisch Machbaren.

Der Film erhielt 2011 gute Kritiken und spielte weltweit mäßige 76 Millionen Dollar ein. Die Drehbuchautoren George Clooney, Grant Heslov und Beau Willimon erhielten eine Oscar-Nominierung. Bei den Golden Globes wurden der Film, Regisseur Clooney, das Drehbuch und Hauptdarsteller Ryan Gosling nominiert. Bei den Britischen Filmpreisen lagen das Drehbuch und Nebendarsteller Philip Seymour Hoffman im Rennen.

Kritiker Charlie McCullum schrieb in "San Jose Mercury News": "Das ist intelligentes Filmemachen und eine herausfordernde moralische Fabel. Der Streifen mag nicht perfekt sein, aber er ist eines der besseren, realistischeren Werke über die Art, wie wir unsere politischen Führer wählen."



"'71: Hinter feindlichen Linien", 3sat, 00:35 Uhr
Im Nordirland-Konflikt wird ein junger britischer Soldat (Jack O'Connell) in Belfast von seiner Einheit getrennt und muss sich durch die feindlichen Linien schlagen.

Dieser packende, hervorragend inszenierte und gespielte britische Thriller, der sich nah an die Fakten der tatsächlichen so genannten Troubles - den ab 1969 tobenden Quasi-Bürgerkrieg zwischen den englischstämmigen Protestanten und den irischstämmigen Katholiken - hält, war das Werk zweier Debutanten. Der aus Paris stammende, aber in London aufgewachsene Regisseur Yann Demange ("White Boy Rick") und der schottische Schriftsteller Gregory Burke ("Entebbe") gaben mit dieser umgerechnet rund 10 Millionen Dollar teuren Film4-Produktion eine ganz starke Visitenkarte ab.

Produzent Angus Lamont hatte die Beiden zusammen gebracht. Er ging schon länger mit einem Projekt über den Nordirland-Konflikt schwanger und war auf Burke durch dessen Theaterstück "Black Watch" im Jahr 2006 über den Irak-Krieg aufmerksam geworden. Gedreht wurde in den englischen Städten Blackburn, Leeds, Liverpool und Sheffield.

"'71" erhielt 2014 durchweg hymnische Kritiken und zwei Nominierungen für den Britischen Filmpreis für den "Besten britischen Film" und das "Beste Debut". Beim Publikum floppte er indes mit nur 3,2 Millionen Dollar Einspiel weltweit.

Kritiker Tirdad Derakhshani befand in "Philadelphia Inquirer": "Dieses Debut destilliert auf wundersame Weise die oft byzantinische Beschaffenheit der politischen Kräfte hinter den Troubles in ein zutiefst intimes Kammerspiel über einen einzigen Tag im Leben eines britischen Soldaten."



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