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Unthinkable - Michael Sheen und Samuel L. Jackson
Unthinkable - Michael Sheen und Samuel L. Jackson
© Senator Film

TV-Tipps für Samstag (23.11.): Samuel L. Jackson legt Hand an Michael Sheen

ARD zeigt "Unthinkable"

Am Samstagabend darf erst mit Ben Stiller bei dessen "Tropic Thunder" im Pro7-Spätprogramm gelacht werden, bevor die ARD im Nachtprogramm dann starken Tobak mit Samuel L. Jackson und Michael Sheen serviert.

"Tropic Thunder", Pro7, 22:35 Uhr
Eine Gruppe Schauspieler (unter anderem Ben Stiller, Robert Downey Jr. und Jack Black), die einen Blockbuster-Hollywood-Film über den Vietnam-Krieg drehen, geraten unversehens in die Soldatenrollen, die sie eigentlich nur spielen sollten.

Ben Stiller lässt es mit dieser Komödie ordentlich krachen - aber nicht nur durch Explosionen - allein die Eröffnungsszene, bei der 4000 Liter Benzin in die Luft gejagt wurden, 50 Stuntmen beschäftigt wurden, nahm drei Wochen Drehzeit in Anspruch. Der Regisseur hält sich auch nicht zurück in Sachen ätzenden Spotts über Hollywood und Stars, die sich selbst zu ernst nehmen und deren Ambitionen - die sich hauptsächlich darum drehen, einen "Oscar" zu gewinnen - maßlos sind.

Stiller, der den Streifen auch produzierte und das Drehbuch schrieb, war nicht der Einzige, der sein Vergnügen hatte, sich und seinesgleichen auf die Schippe zu nehmen: Mit Danny McBride, Jay Baruchel, Matthew McConaughey, Tom Cruise, Steve Coogan und Nick Nolte konnte der Filmemacher auf ein erlesenes Ensemble zählen, das sich mit Gusto in seine Rollen stürzte. Und niemand mehr als Robert Downey Jr., dessen unvergessliche Leistung als Schauspieler, der unbedingt einen Afro-Amerikaner verkörpern will und sich deshalb einer Hautpigment-Operation unterzogen hat, von der Kritik gepriesen und mit "Oscar"-, Golden-Globes und BAFTA-Nominierungen als "Bester Nebendarsteller" belohnt wurde.

Über die "Blackface"-Darstellung entzündeten sich Rassismus-Debatten und Behindertenverbände empörten sich über die Figur des "Simple Jack" und den Gebrauch des Wortes "Retard" (in etwa: "Spasti"). Der Rote Teppich konnte daher zur Premiere nur mit Sicherheitsvorkehrungen beschritten werden. Doch Stiller verteidigte sich damit, dass diese Auswüchse im Film nur die Verblendung der Stars widerspiegele und auf diese zurückfalle, sich aber nicht gegen Bevölkerungsgruppen selbst wende.

"Tropic Thunder" wurde wegen der Ähnlichkeit mit dem Vietnam-Dschungel auf der Hawaii-Insel Kaua'i gedreht, die von Ben, der dort ein Haus besitzt, in sechswöchiger Vorbereitung auf geeignete Drehorte abgeklopft worden war. Wetter und Gelände machten der Drehcrew Schwierigkeiten, aber dennoch konnte die Produktion innerhalb des geplanten Zeitrahmens und Budgets von 92 Millionen Dollar beendet werden.

Die beißende Satire und der subversive Humor kamen bei den Rezensenten und auch beim Publikum gut an, so dass die DreamWorks-Produktion ein Erfolg wurde. Kritiker Ian Buckwalter schrieb: "Hier werden eine Menge heiliger Kühe der Unterhaltungsindustrie geschlachtet, und Stiller und Co. spießen jedes Klischee mit boshafter Freude auf."



"Unthinkable", ARD, 01:05 Uhr
Der Vernehmungsoffizier einer Geheimoperation (Samuel L. Jackson) und eine FBI-Agentin (Carrie-Ann Moss) wollen die Aussage eines vermutlichen Terroristen (Michael Sheen) über den Aufenthaltsort von drei Nuklearwaffen herauspressen, die irgendwo in den USA detonieren könnten.

2008 wurde dieser US-Thriller von dem australischen Regisseur Gregor Jordan gedreht, und man wird leider nicht sagen können, dass sein Thema veraltet ist. Mehr denn je wird unsere Welt von Terroranschlägen erschüttert, immer öfter scheinen es einer Idee verschriebene Einzeltäter zu sein, wie in diesem Streifen der zum Islam konvertierte amerikanische Nuklearexperte, der die USA zwingen will, sich aus allen muslimischen Ländern zurückzuziehen. Und natürlich stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie man mit Verdächtigen umgeht: Rechtfertigt der Zweck die Mittel? Ist Folter erlaubt, um mutmaßlich Menschenleben zu retten?

Dieses Thema behandelt diese Sidney Kimmel Entertainment-Produktion in drastischer Konsequenz, ohne indes zu einfachen Antworten zu kommen. Ob Jordan und sein Drehbuchautor Peter Woodward der ethischen Dimension des politisch brisanten Stoffes gerecht werden, ist debattierbar. Auf jeden Fall ist ihnen ein spannendes Werk mit einer gewaltigen Leistung von Samuel L. Jackson gelungen.

Der für 15 Millionen Dollar in Los Angeles sowie im US-Bundesstaat Michigan gedrehte "Unthinkable" sah trotz seiner Star-Besetzung und hoher Produktionsqualität nie eine Kinoleinwand, sondern wurde erst 2010 von Sony Pictures auf Disc veröffentlicht. Auch in Deutschland wanderte der Film sofort in die Kaufhäuser. Möglicherweise befürchteten die Produzenten, dass ein teurerer Kinoeinsatz zu Verlusten führen würden, nachdem ähnlich kritische Filme wie "The Hurt Locker" gefloppt waren.

Kritiker David Nusair lobt: "Der Film schafft es mit einer Reihe phantastischer Darstellungen und einer grundsätzlich packenden Ausgangslage, seine theaterhafte Atmosphäre zu überwinden und zu einem unterhaltsamen und zum Nachdenken anregender Thriller zu werden."



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