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TV-Tipps für Sonntag (24.11.): Cary Elwes und Leigh Wannell müssen sich weh tun

RTL2 zeigt "Saw"

Die RTL-Senderfamilie punktet am Sonntagabend mit zwei Werken des australischen Regisseurs James Wan für Spielfilm-Fans. RTL strahlt im Hauptprogramm seinen Blockbuster "Fast & Furious 7" und RTL2 im Spätprogramm seinen Durchbruch "Saw" aus.

"Fast and Furious 7", RTL, 20:15 Uhr
Deckard Shaw (Jason Statham) will sich an Dominic Toretto (Vin Diesel) und dessen Familie für seinen im Koma liegenden Bruder (Luke Evans) rächen.

"Furious 7" - so der knackige Originaltitel dieses US-Thrillers - ist der beste und erfolgreichste der inzwischen neun Teile umfassenden und seit 2001 laufenden Reihe, der Ende nicht abzusehen ist. Sehr gute Kritiken und ein Mega-Einspiel von weltweit 1,5 Milliarden Dollar machten die 190 Millionen Dollar teure Universal Pictures-Produktion zum bisherigen Höhepunkt der Saga.

Er ist auch der emotionalste, denn während der Dreharbeiten starb Hauptdarsteller Paul Walker, der bereits seit 2001 bis auf "The Fast and the Furious: Tokyo Drift" an allen Teilen mitgewirkt hatte, am 30. November 2013 im Alter von 40 Jahren in einem Verkehrsunfall. Der Fortgang der Produktion war ungewiss, aber Produzenten und Filmemacher entschieden sich, die seit September 2013 laufenden Dreharbeiten im April 2014 fortzuführen und den Premierentermin von Juli 2014 auf April 2015 zu verschieben.

Das Drehbuch wurde umgeschrieben, und Walker, der seine Szenen nur zur Hälfte hatte spielen können, wurde durch eine Mischung aus Aufnahmen seiner Brüder Caleb und Cody, CGI-Aufnahmen und Archivmaterial aus vorherigen Filmen ersetzt. Die neuseeländische Spezialeffektefirma Weta Digital, die besonders durch ihre Animation von Gollum in "The Lord of the Rings" bekannt geworden war, legte bei 260 Aufnahmen das Gesicht von Paul auf die Körper seiner Brüder.

Nach vier "Fast and Furious"-Inszenierungen war der taiwanesische Regisseur Justin Lin durch den australischen Filmemacher James Wan ersetzt worden, der bis dahin mehr für Horrorfilme wie "Saw", "Insidious" und "The Conjuring" bekannt war. Gedreht wurde in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, in Los Angeles, im US-Bundesstaat Colorado, in Abu Dhabi und in Tokio.

"Furious 7" ist wahrhaft furious. Die grandiosen Action-Sequenzen erhalten gerade durch die Hommage an Paul Walker und dessen Figur Brian O'Conner eine unerwartete dramatische Erdung. Für den ihm gewidmeten Song "See You Again" gab es eine Golden Globe-Nominierung.

Kritikerin Kit Bowen schrieb in "The Movie Kit": "Schnallen Sie sich an und halten die Taschentücher bereit. Der Film bietet die unfassbare Action, die man erwartet, aber wegen des verstorbenen Paul Walker fließen auch Tränen."



"Saw", RTL, 22:30 Uhr
Zwei Fremde (Cary Elwes und Leigh Whannell) wachen in einem Raum auf, ohne Erinnerung, wie sie dahin gekommen sind, und entdecken bald, dass sie Figuren in dem von einem berüchtigten Serienmörder (Tobin Bell) ersonnenen tödlichen Spiel sind.

Lachhafte 1,2 Millionen Dollar betrug das Budget dieses US-Horrorfilms, für das Produzent Gregg Hoffmann eine zweite Hypothek auf das Firmengelände aufgenommen hatte. Die wohl beste Investition seines Lebens. "Saw" spielte weltweit 104 Millionen Dollar ein und startete eine profitable Reihe, bei der bis 2010 jährlich sechs weitere Teile erscheinen sollten, die immer stärker auf das torture porn-Element setzen würden.

Im Drehbuch des australischen Regiedebutanten James Wan ("Aquaman") und seines Hauptdarstellers Leigh Whannell, beide frische Absolventen der Filmschule, steht das mystery element noch stärker im Vordergrund. Für ihr 2001 fertig gestelltes Skript fanden die beiden in Australien aber kein Filmstudio, so dass sie ihr Glück in Los Angeles versuchten. Als Visitenkarte drehten sie einen zehnminütigen Kurzfilm, der quasi komprimiert die "Saw"-Handlung erzählte. Dieser begeisterte Produzent Hoffmann, der das erwähnte Budget bereit stellte.

Die kleine Summe bedingte einen engen Zeitplan. In nur 18 Tagen - durchschnittlich dauern Dreharbeiten 50 Tage - filmte Wan in einem Filmstudio in Los Angeles. In der Nachproduktion stellte der damals 26-Jährige dann fest, dass ihm einige handlungsverbindende Teile fehlten. Dies überbrückte James geschickt mit Standbildern, Bildern von Zeitungsartikeln oder Überwachungskameras.

Lionsgate Films sicherten sich die Filmrechte auf dem Sundance Filmfestival im Januar 2004, wo er sehr positiv aufgenommen wurde. Die Überlegungen, "Saw" direkt auf Disc zu veröffentlichen, revidierte der Verleiher und brachte ihn zu Halloween in die Lichtspielhäuser, wo er - von gemischten Kritiken begleitet - alle Beteiligten kommerziell angenehm überraschte.

Der nihilistische und fiese Zug des Werks stößt sauer auf, es überzeugt aber mit seiner dramaturgischen Finesse mitsamt vieler Anspielungen auf das Horror-Genre, der cleveren Handlung und einer Vielzahl von denkwürdigen und Ekel erregenden Szenen.

Kritiker Jan Stuart schrieb in "Newsday": "Eine schaurige Explosion psychologischen Schreckens, die so Schwindel erregend mit fiesen Hormonen aufgeladen ist, dass man nicht anders kann, als zu lachen, während man seine Augen hinter den Händen verbirgt."



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