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Enkel für Anfänger
Enkel für Anfänger
© Studiocanal

Deutsche Filmstarts: Heiner Lauterbach wird Opa

Margot Robbie kehrt als Harley Quinn zurück

Diesmal geht es nicht um Flüchtlinge, sondern um Enkel - Heiner Lauterbach ist mit "Enkel für Anfänger" wieder auf Komödienkurs. Margot Robbie erhält mit "Birds of Prey" die Gelegenheit, solo im DC Extended Universe als Harley Quinn zu glänzen. Roman Polanski legt sein neues Werk "Intrige" über die antisemitische Dreyfus-Affaire vor, während das österreichische Filmemacherduo Veronika Franz und Severin Fiala sein englischsprachiges Debut mit dem Horrorfilm "The Lodge" gibt. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man die Geldbörse besser stecken?

"Enkel für Anfänger"
Komödie
Deutschland
104 Minuten
FSK 6

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Eine Seniorin (Maren Kroymann) sucht nach neuen Aktivitäten und kümmert sich gemeinsam mit ihrem Mann (Günther Maria Halmer) und einem Freund (Heiner Lauterbach) als "Leih-Großeltern" regelmäßig um drei "Leih-Enkel" - vermittelt durch eine Agentur.

Nach "Kalte Füße" arbeitet Regisseur Wolfgang Groos wieder mit Heiner Lauterbach zusammen, der hier Teil eines spielfreudigen und gut harmonierenden Ensembles ist. Die amüsante und schwungvolle deutsche Komödie überzeugt mit ihrem fiesen Humor besonders in der ersten Hälfte. Wenn es dann im zweiten Teil dem unvermeidlichen Wohlfühlfinale entgegen geht, wird es dann etwas zu lau und gefühlig. Die Kritiken für die Studiocanal-Produktion sind überwiegend positiv.

Wie auch bei unserer Kritikerin Bianka Piringer: "Regisseur Wolfgang Groos und Drehbuchautor Robert Löhr präsentieren eine lustige Wohlfühlkomödie mit Biss, die das Zusammentreffen dreier Generationen genüsslich als regelrechten Kultur-Clash schildert. Das starke Ensemble verfügt nicht nur mit den drei Leih-Großeltern in den Hauptrollen über prägnante Charaktere, auch die anderen Figuren überzeugen und sind gut gespielt. Der freche, satirische Dialogwitz beweist Mut zu unkorrekten Sprüchen und nimmt pädagogische und andere Erscheinungen des Zeitgeists gekonnt auf die Schippe."

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"Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn"
Fantasy
USA
109 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Harley Quinn (Margot Robbie) muss sich nach der Trennung von ihrem Freund Joker in Gotham City beweisen, als sie sich gemeinsam mit ihrer Frauen-Gang (Rosie Perez, Jurnee Smollett-Bell und Mary Elizabeth Winstead) dem Bösewicht Black Mask (Ewan McGregor) gegenüber sieht.

Vor drei Jahren bildete sich der Konsens heraus, dass das einzig Sehenswerte am verunglückten "Suicide Squad" Margot Robbie als schrille Anti-Heldin Harley Quinn war. Nun hat diese DC Comic-Figur ihren eigenen Streifen bekommen, bei dem nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter Frauen das Sagen haben. Die chinesische Regisseurin Cathy Yan dreht nach dem kleinen chinesischen Independent-Drama "Dead Pigs" gleich am ganz großen Hollywood-Rad; das Drehbuch stammt von Christina Hodson ("Bumblebee"). Die Damen zeigen sich der Herausforderung gewachsen: Der US-Fantasy-Film fängt mit seinem frischen Blickwinkel und viel temporeicher Action den farbenfrohen, anarchischen Geist der Comic-Vorlage trefflich ein. Die Kritiken für die Warner Brothers Pictures-Produktion sind sehr gut, die ersten Zuschauermeinungen etwas reservierter.

Unser Rezensent Björn Schneider empfiehlt den Kinobesuch: "Schrill, bunt, laut und brutal - die extravagante Superhelden-Truppe zündet ein phantastisch unterhaltendes, kurzweiliges Action- und Humor-Feuerwerk, das Fans von 'Deadpool' gefallen dürfte."

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"21 Bridges"
Krimi
USA
100 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Ihr könnt, müsst aber nicht!

Ein New Yorker Polizist (Chadwick Boseman) gerät bei der Jagd nach Polizistenmördern zwischen die Fronten.

Nach eineinhalb Jahrzehnten Arbeit beim Fernsehen, unter anderem bei "Game of Thrones", kehrt der irische Regisseur und Drehbuchautor Brian Kirk mit diesem gut gemachten, aber nur mittelprächtig fesselnden US-Kriminalfilm auf die große Leinwand zurück. Die beeindruckende Besetzung ließ mehr erwarten, als die Concorde-Produktion dann liefern kann. Die Kritiken sind gemischt, ebenso die Zuschauerreaktionen.

Unser Kollege Christopher Diekhaus findet sich im Contra-Camp: "Der Film baut seine griffige Prämisse nicht überzeugend aus und ist trotz starker Action-Szenen nur sporadisch spannend."

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"The Lodge"
Horror
USA
112 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Ihr könnt, müsst aber nicht!

Eine junge Frau (Riley Keough) verbringt mit den Kindern (Jaeden Martell and Lia McHugh) ihres Verlobten (Richard Armitage) in einer eingeschneiten Waldhütte die Tage vor Weihnachten. Die Isolation entfesselt nicht nur persönliche Konflikte, sondern auch schwere frühere Traumata...

Zwei österreichische Filmemacher haben den Sprung über den großen Teich geschafft. Und sich gesagt: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Wie in ihrem Vorgängerfilm "Ich seh ich seh" dreht sich auch dieser US-Horrorfilm um eine Mutter und zwei Kinder. Und wie beim Vorgänger gelingt dem Regie- und Drehbuchautorenduo Veronika Franz und Severin Fiala wieder ein düsterer, verstörender Streifen mit einer beeindruckenden Hauptdarstellerin. Die Kritiken für die im kanadischen Montreal gedrehten SquareOne-Produktion sind überwiegend positiv, die ersten Zuschauerreaktionen verhaltener.

Unser Kritiker Falk Straub kommt zu einem differenzierten Urteil: "An den Vorgänger 'Ich seh ich seh' reicht der Film zwar nicht heran. Das Regieduo Veronika Franz und Severin Fiala versetzt sein Publikum aber erneut in ein atmosphärisch dichtes, klug geschriebenes und virtuos inszeniertes Horrorszenario. Wer von den immer gleichen und vorhersehbaren Schockern die Nase voll hat, ist hier genau richtig."

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"Intrige"
Drama
Frankreich
132 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Der junge jüdische Offizier Alfred Dreyfus (Louis Garrel) wird Anfang 1895 in Paris wegen Hochverrats angeklagt und auf eine Insel im Atlantik verbannt. Dann aber mehren sich die Hinweise, dass Dreyfus Opfer einer antisemitischen Intrige wurde...

Die Dreyfus-Affaire ist einer der größten Skandale in der französischen Geschichte, der leider von seiner Brisanz bis heute nichts verloren hat, wie dieses solide französische Drama demonstriert, das den polnischen Regisseur Roman Polanski und den englischen Drehbuchautoren Robert Harris nach "The Ghostwriter" wieder zusammen geführt hat. Die gut inszenierte Weltkino-Produktion - Polanski erhielt bei den Filmfestspielen von Venedig den Silbernen Löwen - packt einen in der ersten Hälfte, während die zweite dann erkaltet und teilweise wie ein bebilderter Wikipedia-Eintrag wirkt. "J'accuse" - so der Originaltitel - hat gemischte Kritiken und positive Zuschauerreaktionen hervorgerufen.

Unser Rezensent Falk Straub lobt: "Ungeachtet der Kontroverse um Roman Polanski ist dies ein wichtiger und dringlicher Film. An seine alte Klasse reicht der Regisseur zwar schon länger nicht mehr heran, beweist mit seinem jüngsten Historiendrama aber, was ihn einst zum einem Meister seines Fachs machte - ein drängendes Thema, kraftvolles Schauspiel und eine überzeugende Inszenierung."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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