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TV-Tipp für Donnerstag (12.3.): Sean Connery vs. SPECTRE

Vox zeigt "Liebesgrüße aus Moskau"

"Liebesgrüße aus Moskau", Vox, 22:05 Uhr
Der britische Geheimagent James Bond (Sean Connery) versucht eine sowjetische Chiffriermaschine, die von SPECTRE gestohlen wurde, wieder zu beschaffen und wird in eine Attentatsfinte mit einer naiven Russin (Daniela Bianchi) verwickelt.

Nach dem Achtungserfolg des ersten James Bond-Abenteuers "Dr. No" gaben United Artists sofort grünes Licht für die Fortsetzung und verdoppelten das Budget für die Produzenten Albert Broccoli und Harry Saltzman auf 2 Millionen Dollar. Diese wählten für den zweiten Teil den Roman "From Russia with Love" von 007-Autor Ian Fleming aus dem Jahr 1957 - hauptsächlich deshalb, weil das Buch gerade in die Medien geraten war: US-Präsident John F. Kennedy hatte im "Life"-Magazin die Spionagegeschichte als eines von zehn Lieblingsbüchern genannt.

Für die Regie engagierte man wieder Terence Young, der "Dr. No" überzeugend auf die Leinwand gebracht hatte; Sean Connery stand sowieso langjährig für die Hauptrolle unter Vertrag. Erneut adaptierte Richard Maibaum die Vorlage, wobei während der gesamten Dreharbeiten noch umgeschrieben wurde. Aus der sowjetischen Organisation SMERSH machte man die Krimininellen-Vereinigung SPECTRE, um sich nicht irgendwelchen politischen Anwürfen auszusetzen.

Als weibliche Hauptdarstellerin ging man nach Aussehen, weniger nach Talent: Die Italienerin Daniela Bianchi hatte 1960 an den "Miss Universe"-Wahlen teilgenommen. Ihr Englisch war allerdings so schlecht, dass man sie durch die britische Bühnendarstellerin Barbara Jefford nachsynchronisieren ließ. Erstmals dabei war der walisische Schauspieler Desmond Llewelyn, der als Waffenmeister Q auftrat und diese Rolle bis zu seinem Tod 1999 in die Pierce Brosnan-Ära hinein verkörpern sollte.

Gedreht wurde von April bis August 1963 in Großbritannien, der Türkei, Serbien, Italien und Spanien. Die Produktion erlitt verschiedene Rückschläge, die dazu führten, dass die Dreharbeiten länger dauerten und teurer wurden als geplant. Durch die schwere Krebserkrankung des mexikanischen Nebendarstellers Pedro Armendáriz, der sich buchstäblich todkrank - es wurde sein letzter Streifen - durch die Dreharbeiten schleppte, musste man den Drehplan umstellen, um die Szenen mit ihm früher als geplant drehen zu können. Es gab zahlreiche Unfälle, bei denen Stuntmen und Schauspieler verletzt wurden. Für die Nachproduktion blieben gerade mal zwei Monate, denn der Premierentermin in London war bereits für den Oktober festgelegt worden - heute in Zeiten aufwendiger Nachbearbeitung am Computer völlig undenkbar!

Doch dem britischen Thriller sieht man seine Probleme und die Zeitnot nicht an. "From Russia with Love" ist ein messerscharfes Werk mit flottem Tempo und zahlreichen aufregenden Action-Szenen. Bis heute gilt der Streifen als einer der besten Bond-Filme und wurde ein Riesenerfolg: Weltweit kamen 79 Millionen Dollar zusammen, was heute etwa 600 Millionen Dollar entspricht. In Großbritannien war das 007-Abenteuer der erfolgreichste Film des Jahres 1963.

Auch im zweiten Teil wurden Standards gesetzt, die bis heute gelten: Erstmals gibt es eine Szene vor dem Vorspann. Zum ersten Mal kommen in jenem leichtbekleidete Damen vor. Es gibt erstmals die ab da obligatorische Szene mit einem Hubschrauber, einen Titelsong - gesungen von Matt Monro -, wenn auch erst über dem Abspann, und die Einblendung "James Bond will return" am Schluss. Sein Bond-Debut gab Komponist John Barry, der die Musik der Reihe wie kein zweiter prägen sollte und mit Aussetzern bis "The Living Daylights" von 1987 involviert war.

Der Titelsong wurde für einen Golden Globe nominiert, und Kameramann Ted Moore gewann den Britischen Filmpreis.

Ein Zuschauer lobt: "Ohne Frage einer der besten Bond-Filme aller Zeiten, ein ungeschminkter und realistischer Kalter Kriegs-Thriller, voller Sex, Gewalt und purer Spannung, mit einigen eleganten Einstellungen."



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