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Zwei Leben - Katrin Evensen (Juliane Köhler) fliegt von Norwegen nach Deutschland, um ihre wahre Identität zu vertuschen
© farbfilm verleih © 24 Bilder © Tom Trambow

TV-Tipp für Mittwoch (25.3.): Juliane Köhler ist nicht die, die sie zu sein vorgibt

3sat zeigt "Zwei Leben"

"Zwei Leben", 3sat, 23:15 Uhr
Als ein Rechtsanwalt (Ken Duken) sie als Kronzeugin für einen Prozess für die Lebensborn-Kinder gewinnen will, droht das idyllische, aber auf einer Lüge aufgebaute Leben der Tochter (Juliane Köhler) einer Norwegerin (Liv Ullmann) und eines Wehrmachtssoldaten auseinander zu brechen.

Die Co-Regisseure und -Drehbuchautoren Judith Kaufmann und Georg Maas nutzen für ihr deutsches Drama aus dem Jahr 2012 historische Hintergründe, die ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte umfassen. In den Jahren 1940 bis 1945 hatten zahlreiche norwegische Frauen Beziehungen mit den Besatzungssoldaten aus Deutschland, woraus Schätzungen zufolge etwa 12 000 Kinder hervorgingen. Die Nationalsozialisten begrüßten dieses "germanische Erbgut", und die SS ließ zwischen 1943 und 1945 etwa 250 von diesen Kindern aus den Heimen nach Deutschland in die Lebensborn-Heime verschleppen; die Meisten ins heutige Sachsen. Als diese Kinder in der DDR erwachsen geworden waren und erfuhren, dass sie Eltern in Norwegen hatten, wollten sie dorthin reisen. Die Staatssicherheit erlaubte ihnen dies, wenn sie sich vorher verpflichteten, Spionagetätigkeit im Ausland zu verrichten.

Kaufmann und Maas führten Interviews mit Lebensborn-Kindern und nahmen den seinerzeit noch unveröffentlichten Roman "Eiszeiten" von Hannelore Hippe zur Grundlage. Gedreht wurde in Bonn, Halle, Leipzig und im norwegischen Bergen.

"Zwei Leben" überzeugt als intelligente, spannende Unterhaltung voller Wendungen und mit guten Schauspielern. Der als Programmkinotitel gestartete Werk wurde mit 130 000 Zuschauern bei sehr guten Kritiken ein Erfolg. Bei den Deutschen Filmpreisen erhielt er Bronze als "Bester Film" hinter "Die andere Heimat" und "Das finstere Tal". Cutter Hansjörg Weißbrich erhielt den Filmpreis; Hauptdarstellerin Juliane Köhler war nominiert.

Die Deutsche Filmwirtschaft entschied sich, "Zwei Leben" als Anwärter auf den Academy Award als "Bester fremdsprachiger Film" nach Hollywood zu schicken; dort fand er jedoch keine Berücksichtigung.

Kritikerin Nora Lee Mandel schrieb in "Film Forward": "Das allmähliche Enträtseln der Identität einer Frau ist spannend und enthüllt mitfühlend den wahren Schmerz, eine missbrauchte Schachfigur auf der Verlierseite der Geschichte zu sein."



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