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Deadpool 2 - Zazie Beetz und Ryan Reynolds
Deadpool 2 - Zazie Beetz und Ryan Reynolds
© 20th Century Fox

TV-Tipps für Ostermontag (13.4.): Ryan Reynolds haut noch einen raus

Pro7 zeigt "Deadpool 2"

Am Ostermontagabend kann man die Fernbedienung beiseite legen - die Highlights für Kinofans spielen allesamt auf Pro7. Erst geht es im Hauptprogramm mit "Kingsman: The Secret Service" los, dann im Spätprogramm mit "Deadpool 2" nahtlos Action-mäßig weiter.

"Kingsman: The Secret Service", Pro7, 20:15 Uhr
Eine britische Spionageorganisation rekrutiert einen unkultivierten, aber viel versprechenden Straßenjungen (Taron Egerton) für ihr wettbewerbsintensives Trainingsprogramm, just als eine globale Bedrohung durch ein Technikgenie (Samuel L. Jackson) entsteht.

2012 erschien die Comic-Reihe "The Secret Service" von Dave Gibbons und Mark Millar, die das Interesse des englischen Regisseurs und Drehbuchautoren Matthew Vaughn erregte, der seit "Kick Ass" von 2010 und "X-Men: First Class" von 2011 selbst kein Unbekannter in Sachen Comic-Verfilmung war. Vaughn besprach mit Millar eine Filmadaption, und beide kamen überein, dass es mal wieder an der Zeit für einen Agentenfilm sei, "der Spaß macht", sei. Matthew hatte Lust darauf, diesen selbst zu realisieren, und gab dafür die Regie an "X-Men: Days of Future Past" ab, was ihm zufolge eine "wirklich schwierige Entscheidung" war.

Doch die richtige, denn der Filmemacher konnte den britischen Abenteuerfilm elegant, subversiv und vor allem vergnüglich in Szene setzen und dabei das Agenten-Genre mit fröhlicher Hingabe auf die Schippe nehmen. Gedreht für umgerechnet 81 Millionen Dollar in London, dessen Pinewood Studios und Umgebung sowie in der Grafschaft Surrey, erwies sich die 20th Century Fox-Produktion 2014 als Erfolg bei Kritik und Publikum. Weltweit spielte "Kingsman" 414 Millionen Dollar ein.

Zu keinem geringen Teil dürfte Colin Firth als echter britischer Agent mit Manieren zu diesem Zuspruch beigetragen haben. Kein Wunder, dass die Filmemacher den Akteur auch für die Fortsetzung "Kingsman: The Golden Circle" engagierten, die drei Jahre später auf die Leinwände kommen sollte.

Kritikerin Siobhan Synnot schrieb in "Scotland on Sunday": "Colin Firth ist der Dreh- und Angelpunkt des Films. Es ist ein Vergnügen, ihm dabei zuzuschauen, wie er eine Gruppe von Schlägern in einem Pub aufmischt, aber er bringt auch einen weltmännischen Witz in seine Dialoge und einen moralischen Kodex in die übermäßig koffeinhaltigen Brutalitäten ein."



"Deadpool 2", Pro7, 22:35 Uhr
Der großmäulige Mutant Wade Wilson alias Deadpool (Ryan Reynolds) stellt ein Team aus Mutanten zusammen, um einen Jungen (Julian Dennison) mit übernatürlichen Fähigkeiten vor dem brutalen, zeitreisenden Cyborg Cable (Josh Brolin) zu beschützen.

20th Century Fox waren sich 2016 offenbar ziemlich sicher, dass "Deadpool" ein Erfolg werden und eine Fortsetzung nach sich ziehen würde. Denn schon im Abspann wandte sich Ryan Reynolds ans Publikum, um anzukündigen, dass im nächsten Teil der Bösewicht Cable mitwirken würde.

Und so kam es auch: Fox gaben sofort grünes Licht für den zweiten Part, als die Kritiker von "Deadpool" begeistert waren und die Zuschauer die Kinos stürmten und den Fantasy-Film mit dem etwas anderen Superhelden mit weltweit 782 Millionen Dollar zu einem Riesenerfolg machten. Vor und hinter der Kamera sollte das gleiche Team wieder wirken: Regisseur Tim Miller, der mit "Deadpool" sein Regiedebut gegeben hatte, das Drehbuchduo Rhett Reese und Paul Wernick und natürlich Hauptdarsteller Reynolds.

Dieser hatte sich vertraglich diesmal ein größeres Mitspracherecht zusichern lassen und erhielt auch eine offizielle Nennung als Drehbuchautor. Doch schon bald geriet Ryan mit Regisseur Miller aneinander. Unter anderem schwebte Letzterem ein ernsterer Ton als im ersten Teil vor, während der Titeldarsteller den Humorgehalt mit den vielen Anspielungen und frechen Sprüchen beibehalten wollte. Aber auch konkret über die Besetzung des Schurken Cable gab es Dissens. Tim wollte Kyle Chandler besetzen, was Reynolds ablehnte. In diesem Streit stellten sich 20th Century Fox hinter den unverzichtbareren Teil der Produktion, und das hieß hinter Ryan. Miller musste gehen und wurde durch David Leitch ersetzt, der Reynolds mit seinem Debut "John Wick" beeindruckt hatte. Die Rolle von Cable ging überraschend an Josh Brolin, der im Marvel Cinematic Universe bereits Thanos verkörperte.

Die Dreharbeiten liefen im kanadischen Vancouver. Während sich das Studio beim ersten Teil noch geweigert hatte, für die Anwesenheit der Drehbuchautoren während des Drehs aufzukommen, bezahlten sie Reese und Wernick diesmal und erlaubten es dem Duo zusammen mit Reynolds wieder, fortlaufend neue Gags und Sprüche zu ersinnen. Tragische Schlagzeilen machte die Produktion mit dem Tod der Stuntwoman Joi "SJ" Harris, die bei einem Motorradunfall ums Leben kam. Anstandshalber ließ man die Dreharbeiten für einen Tag ruhen. Der Film ist ihr gewidmet.

Auch mit einem neuen Regisseur hielt der US-Fantasy-Film Kurs und überzeugte die Kritiker 2018 erneut und ebenso das Publikum, das die 110 Millionen Dollar teure Produktion mit einem fast identischen Umsatz von weltweit 786 Millionen Dollar ebenfalls zu einem Riesenerfolg machte. Denn auch wenn der Streifen manchmal droht, unter seiner Lawine von Meta-Gags begraben zu werden, überzeugt er gleichermaßen als blutige und hämische Verspottung des Superhelden-Genres und dank des sympathischen Hauptdarstellers.

Kritiker Chris McCoy schrieb in "Memphis Flyer": "Der Film bringt so viele Superhelden-Insider-Witze, dass er in ein paar Jahren fast unverständlich sein dürfte. Aber für den Moment ist das der Film, den wir brauchen, um aus allen Streifen, die wir nicht benötigen, die Luft rauszulassen."



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