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Sherlock Holmes - Jude Law und Robert Downey Jr.
Sherlock Holmes - Jude Law und Robert Downey Jr.
© Warner Bros.

TV-Tipps für Samstag (23.5.): Robert Downey Jr. strengt die kleinen grauen Zellen an

Sat1 zeigt "Sherlock Holmes"

Am Samstagabend können Spielfilm-Fans entweder im Hauptprogramm von RTL2 bei "Cool Runnings" die Lachmuskeln trainieren oder parallel auf Sat1 mit "Sherlock Holmes" in der Guy Ritchie-Variante die kleinen grauen Zellen anstrengen.

"Cool Runnings", RTL2, 20:15 Uhr
Nachdem ein jamaikanischer Läufer (Leon Robinson) sich nicht für die Olympischen Sommerspiele in Seoul qualifiziert, engagiert er einen in Ungnade gefallenen amerikanischen Trainer (John Candy), um die erste jamaikanische Bobmannschaft zusammenzustellen und an den Olympischen Winterspielen teilzunehmen.

Jamaikanische Bobfahrer, die an Olympischen Winterspielen teilnehmen? Laut Darsteller Doug E. Doug "eine tolle Geschichte". Und unglaublicherweise sogar eine wahre. Tatsächlich machte 1988 im kanadischen Calgary ein Team von der Karibik-Insel an den Olympischen Winterspielen mit. Und auch wenn diese Walt Disney Pictures-Produktion in weiten Teilen aus Phantasie und Wellenschlag besteht und nicht viel mehr als die reale Ausgangslage nutzt, wobei die Charaktere fiktiv sind, blieb es doch - eine tolle Geschichte.

Als Regisseur war Jon Turteltaub ("The Meg") nur die dritte Wahl hinter Jeremiah S. Chechik, der stattdessen "Benny & Joon" drehte, und Brian Gibson, der stattdessen "What's Love Got to Do with It" verfilmte. Aber Turteltaub traf mit seiner Inszenierung genau den richtigen Ton: Die wenig überraschende Handlung macht die mitreißende US-Komödie durch die charmanten Darsteller, den heiteren Humor und den optimistischen Tonfall wett.

Gedreht wurde vor Ort in Calgary und auf Jamaika für 14 Millionen Dollar. "Cool Runnings" erhielt 1993 gute Kritiken und wurde mit weltweit 155 Millionen Dollar Einspiel ein großer Erfolg.

Ein Zuschauer meint: "Weint hier wirklich jemand bei diesem Film? Aus irgendwelchen Gründen kommen mir am Ende immer die Tränen, es ist völlig bizarr. John Candy gibt eine phänomenale Leistung, die Musik, welche die zahlreichen Montagen begleitet, ist sehr erhebend, und es gibt keine einzige langweilige Stelle. Eine tolle Komödie und ein toller Sportfilm, den jeder immer und immer wieder sehen kann."



"Sherlock Holmes", Sat1, 21:50 Uhr
Detektiv Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und sein Partner Dr. Watson (Jude Law) messen ihre Geistes- und Muskelkräfte mit einem Bösewicht (Mark Strong), dessen Verschwörung ganz England bedroht.

Schon lange trug sich Produzent Lionel Wigram mit der Idee, Sherlock Holmes als Action-Helden auf die Leinwand zu bringen. "Wenn ich die Geschichten las, hatte ich andere Bilder im Kopf als die, welche in bisherigen Verfilmungen zu sehen waren", erklärte Wigram, der feststellte, dass der Detektiv auch in den Romanen und Kurzgeschichten von Arthur Conan Doyle durchaus tatkräftig zur Sache ging, was sich in den Spielfilmadaptionen weniger wiederfand. Warner Brothers Pictures waren bereit, "Sherlock Holmes Reloaded" zu produzieren und fanden mit Guy Ritchie ("The Man from U.N.C.L.E.") einen Regisseur, der mit Wigram auf einer Wellenlänge funkte: "Es gibt ziemlich viele intensive Action-Sequenzen in den Geschichten und manchmal findet sich das in den Filmen nicht wieder. Mein Sherlock Holmes soll in Ton und Struktur ein sehr moderner Film werden."

Beides fand sich tatsächlich auf der Leinwand wieder, die Modernität und die Action: Mit Downey Jr. engagierte man einen Hauptdarsteller, der Äonen von der erhabenen Ausstrahlung eines Basil Rathbone oder Peter Cushing entfernt war, sondern so etwas wie einen Slacker-Sherlock verkörperte, und an Action gab es so reichlich, dass Downey Jr. während einer Kampfszene versehentlich einen auf die Nase bekam und blutend zu Boden ging. Gedreht wurde hauptsächlich in London, aber auch in anderen britischen Städten wie Liverpool, Manchester und Kent und schließlich noch im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Für Sherlock Holmes-Fans woben die drei Drehbuchautoren zahlreiche Motive und Anspielungen aus den literarischen Vorlagen ein.

Das Konzept ging auf, wobei es hauptsächlich die charismatische Präsenz des Hauptdarstellers war, die diesen US-Kriminalfilm 2009 beim Publikum zu einem Riesenerfolg werden ließ. Der 90 Millionen Dollar teure Streifen erspielte weltweit 524 Millionen Dollar. Robert Downey Jr. erhielt als "Bester Hauptdarsteller" den Golden Globe; dazu gab es zwei Oscar-Nominierungen für Komponist Hans Zimmer und für die Bühnenbildner. Kein Wunder, dass Warner Brothers sofort eine Fortsetzung in Auftrag gaben, die zwei Jahre später genauso erfolgreich laufen sollte.

Kritiker Matt Kelemann schrieb in "Las Vegas CityLife": "Auch wenn Guy Ritchie's zuckender Finger an der Kamera für Verwirrung in den schnelleren Action-Sequenzen sorgt, tragen Robert Downey Jr. und Jude Law den Film weit genug in Richtung Kumpelkino, um die Fehlzündungen spielend vergessen zu machen."



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