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The Running Man - Arnold Schwarzenegger und Richard Dawson
The Running Man - Arnold Schwarzenegger und Richard Dawson
© Columbia TriStar

TV-Tipp für Dienstag (16.6.): Arnold Schwarzenegger ist auf der Flucht

Kabel 1 zeigt "Running Man"

"Running Man", Kabel1, 22:35 Uhr
In einem Amerika der Zukunft kann sich ein zu Unrecht verurteilter Polizist (Arnold Schwarzenegger) seine Freiheit verdienen, als er gezwungen wird, an einer TV-Spielshow teilzunehmen, in der er gegen Auftragsmörder um sein Überleben kämpft.

Für deutsche Zuschauer, die 1970 in der ARD den Fernsehfilm "Das Millionenspiel" gesehen hatten, musste es 1987 so aussehen, als hätten sich die Amerikaner für diesen US-Thriller die Wiederverfilmungsrechte an Wolfgang Menge's Geschichte einer Fernsehshow, in der es ums nackte Überleben zu Unterhaltungszwecken geht, gesichert. Doch wenn hier einer gespickt hatte - oder einfach auch auf die gleiche gute Idee gekommen war -, dann war es Stephen King höchstpersönlich. Auf dessen Roman "The Running Man", den er 1982 unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht hatte, basiert die 27 Millionen Dollar teure TriStar-Produktion.

Steven E. de Souza ("Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life") schrieb das Drehbuch, das mit dem Roman nur noch die Ausgangsidee gemein hat und ansonsten vor allem die düsterere Vorlage grell Action-kompatibel aufmöbelte. Regisseur Andrew Davis ("The Fugitive") wurde bereits nach zwei Wochen von den Produzenten gefeuert, weil er es fertig gebracht hatte, schon eine Woche im Rückstand zu sein. An seiner Stelle engagierte man Paul Michael Glaser, was Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger im Nachhinein als "fürchterliche Entscheidung" gebranntmarkt hat. "Er hat den Film wie eine Fernsehshow inszeniert und alle tiefer gehenden Themen vernachlässigt." Vielleicht kein Wunder, kam Glaser doch hauptsächlich aus dem Fernsehbereich, wo er unter anderem Episoden von "Miami Vice" geleitet hatte. Die Tanzsequenzen choreographierte Sängerin Paula Abdul.

"The Running Man" ist für heutige Zuschauer interessant, weil er vorgibt, im Jahr 2017 zu spielen und man nun natürlich abgleichen kann, was er 30 Jahre zuvor richtig vorausgesagt hat und wo er falsch lag. Auf jeden Fall gibt es lächerliche Kostüme zu sehen, eine handwerklich gute Inszenierung und Augen zwinkernde satirische Einschübe.

Der Streifen erhielt gemischte Kritiken und lief in den USA mit einem Umsatz von 38 Millionen Dollar erfolgreich. In Deutschland wurde das ab 18 Jahren freigegebene Werk 1989 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften auf den Index gesetzt, durfte also nicht mehr verkauft und beworben werden. 2014 machte man diese Entscheidung wieder rückgängig.

Ein Zuschauer lobt: "Der Film wird oft als ein weiterer Arnold-Action-Film voller Explosionen, schlechten Kalauern und Schießereien abgetan, aber hier gibt es viel mehr zu sehen. Statt eines weiteren hirnlosen Action-Films funktioniert das Ganze sehr gut als Parodie auf Reality-TV. Es macht viel Spaß Richard Dawson, der selbst mal die TV-Show 'Family Feud' moderierte, in der Rolle des typischen mustergültigen Gameshow-Moderators zu sehen, der als kalter, zynischer Mann alles tut, um die Quoten hochzutreiben. Wenn man sieht, wie sich heute das Reality-TV entwickelt hat - Shows, in denen Menschen alles mit sich für ihre fünf Minuten Ruhm mit sich machen lassen, und Produzenten, die zu willens sind, sie sich vor einem Millionenpublikum erniedrigen zu lassen -, war der Film in dieser Hinsicht recht prophetisch."



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