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Maikäfer, flieg! - Zita Gaier
Maikäfer, flieg! - Zita Gaier
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TV-Tipp für Freitag (4.9.): Zita Gaier flieht zu den Russen

3sat zeigt "Maikäfer, flieg!"

"Maikäfer flieg!", 3sat, 20:15 Uhr
Ein neunjähriges Mädchen (Zita Gaier) erlebt das chaotische Kriegsende in Wien 1945, als es mit Mutter (Ursula Strauss) und älterer Schwester (Paula Brunner) vor dem Bombenhagel in eine Villa am Stadtrand flüchtet, die von einem Trupp einmarschierender Russen besetzt wird.

Regisseurin und Drehbuchautorin Mirjam Unger erzählt in diesem intensvien und sehenswerten österreichischen Drama mit tiefer Menschlichkeit und ohne Schönfärberei von einer Zeit zwischen Bangen und Hoffen in der Geschichte Wiens. Grundlage ist der gleichnamige autobiographische Roman von Christine Nöstlinger aus dem Jahr 1973. Unger stellt die Welt der Erwachsenen schlüssig derjenigen der Kinder gegenüber. Die schauspielerischen Leistungen sind dabei durchweg hervorragend.

Gedreht wurde die 3 Millionen Euro teure Produktion in Wien, Niederösterreich und Südtirol.

"Maikäfer, flieg!" erhielt 2016 gute Kritiken und gewann zwei Österreichische Filmpreise für Kostümbildnerin Caterina Czepek und die Tontechniker; nominiert war noch Nebendarstellerin Krista Stadler.

Kritiker Horst Peter Koll schrieb im "Filmdienst": "Eindrucksvoll, sehr direkt und ohne beschönigende Rücksichtnahme füllt der Film das Mosaik episodischer Impressionen mit Leben, wobei er plastisch und sinnlich jene Zeit des Umbruchs und des Wertewandels vor Augen führt - einer Zeit, in der das Umdenken und die notwendige Neuorientierung der Menschen ebenso zum Dilemma wird wie die ausbleibende Erziehung der Kinder, die sich quasi ihr eigenes Bild machen. Mal drastisch und beklemmend, mitunter aber auch komisch bricht sich dabei eine tiefe Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten Bahn, so dass das aufgeweckte neunjährige Kind als Hoffnungsschimmer erstrahlt."



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