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Deutsche Filmstarts: "After Truth" nach "After Passion"

"Corpus Christi" kommt mit Oscar-Empfehlung

"Tenet" bleibt vorerst die Ausnahme. In dieser Woche folgt dem Blockbuster keine weitere Hollywood-Großproduktion in den deutschen Kinos, eröffnet aber so das Feld für starke europäische Dramen wie den Oscar-nominierten "Corpus Christi" aus Polen, "Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" aus den Niederlanden und "Drei Tage und ein Leben" aus Frankreich. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man die Geldbörse besser stecken?

"After Truth"
Drama
USA
105 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Hardin (Hero Fiennes-Tiffin) bittet Tessa (Josephine Langford) um Verzeihung für alles, was zwischen ihnen passiert ist. Doch neben der Erinnerung an seine leidenschaftliche Liebe ist bei Tessa auch die Angst, wieder von ihm enttäuscht zu werden...

Für diejenigen, die nicht eingeweiht sind: Dieses US-Drama von Roger Kumble, der 1999 prominent mit "Cruel Intentions" ("Eiskalte Engel") einstieg, ist die Fortsetzung von "After", der in Deutschland letztes Jahr unter dem verständlicherweise erweiterten Verleihtitel "After Passion" lief - und zwar mit rund 1,0 Million Zuschauer hierzulande so erfolgreich, dass man Constantin Film verstehen kann, wenn sie nun das Sequel nachschieben. Der Streifen - im Original "After We Collide" - basiert wieder auf einem Roman von Anna Todd, hier aus dem Jahr 2014. Zwei weitere hat die Autorin noch veröffentlicht, es gibt also weiteres Potential nach hinten raus. Der "Filmdienst" macht es kurz: "Auch Jugendliche haben bessere Filme verdient."

Nicht viel gnädiger beurteilt unser unser Kollege Andreas Köhnemann: "Eine einfallslos in Szene gesetzte Liebestragikomödie mit aseptischen Erotik-Passagen und furchtbaren Dialogen. Das souveräne Spiel von Josephine Langford kommt dagegen nur bedingt an."

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"Corpus Christi"
Drama
Polen
115 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Ein polnischer Häftling (Bartosz Bielenia) findet christliche Erleuchtung und gibt sich nach seiner Entlassung als Priester aus, um Gutes zu tun. Das bringt allerdings Schwierigkeiten mit sich...

Wer wissen will, welcher Streifen bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gegen "Parasite" den Kürzeren zog und bei den Polnischen Filmpreisen abgeräumt hat, sollte dieses polnische Drama von Jan Komasa nicht versäumen. Angestrieben von dem beeindruckenden Hauptdarsteller Bartosz Bielenia widmet sich die Arsenal-Produktion gedankenvoll und unterhaltsam Fragen des Glaubens und der Erlösung. Die Kritiken und Zuschauerreaktionen sind durchweg positiv.

Da reiht sich auch unser Kritiker Falk Straub ein: "Jan Komasa legt ein fabelhaft gespieltes und visuell wohldurchdachtes Drama über Wahrheit, Lüge und Selbstlüge vor. Der Kinobesuch lohnt sich auch für Menschen, die mit der Kirche nichts am Hut haben."

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"Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess"
Drama
Niederlande
83 Minuten
FSK 0

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Ein Junge (Sonny Coops Van Utteren) freundet sich während seiner Ferien mit einem Mädchen (Josephine Arendsen) an, das auf der Suche nach seinem Vater ist, und beschließt, ihr zu helfen.

Wer auf der Suche nach einem Film ist, der ein Lächeln aufs Gesicht und eine Träne ins Auge zaubert, hat ihn mit diesem niederländischen Drama gefunden. Regiedebutant Steven Wouterlood hat den Roman "Mijn bijzonder rare week met Tess" - so auch der Originaltitel dieser Farbfilm-Produktion - von Anna Woltz aus dem Jahr 2013 mit erstaunlicher emotionaler Tiefe und viel Charme auf die Leinwand gebracht.

Unser Rezensent Andreas Köhnemann ist auch angetan: "Ein humorvoller und zugleich tiefgründiger Film, der den Gefühlen seiner Figuren mit Respekt begegnet und dabei gut unterhält."

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"Drei Tage und ein Leben"
Drama
Frankreich
119 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Ein Mann (Pablo Paulo) kehrt in seinen Heimatort zurück, wo vor 15 Jahren ein Junge (Léo Lévy) verschwand.

Autor Pierre Lemaitre hat seinen eigenen Roman "Trois jours et une vie" - so auch der Originaltitel dieses französischen Dramas - adaptiert und Nicolas Boukhrief behutsam Regie geführt. Die unter die Haut gehende Atlas-Produktion hat gute Kritiken erhalten.

Unsere Kollegin Bianka Piringer rät ebenfalls zum Kartenkauf: "Der fesselnde Film pendelt geschickt zwischen nüchternem Realismus und emotionalen Abgründen."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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