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Gundermann - Alexander Scheer
Gundermann - Alexander Scheer
© Peter Hartwig / Pandora Film

TV-Tipp für Dienstag (29.9.): Alexander Scheer teilt aus und steckt ein

Arte zeigt "Gundermann"

"Gundermann", Arte, 00:55 Uhr
Ein singender Baggerfahrer (Alexander Scheer) muss sich nach Ende der DDR mit seiner ambivalenten Rolle im untergegangenen Staat auseinander setzen.

Es gibt diese Menschen, deren Lebenskerze an beiden Enden brennt, und Gerhard Gundermann, der von 1955 bis 1998 lebte, gehört definitiv zu diesen. Sein kurzes und intensives Leben, das zudem noch die Gelegenheit bietet zu reflektieren, wie viel Wahrheit ein Freigeist einem repressiven Staatssystem, aber auch seinen nächsten Mitmenschen zuzumuten vermag, eignete sich bestens für eine Auseinandersetzung auf der großen Leinwand. Die aus Thüringen stammende Drehbuchautorin Laila Stieler hatte das schon 2005 erkannt und begonnen, für ihr Skript Material zusammen zu tragen, wobei sie von Gundermann's Witwe Conny unterstützt wurde.

Die Regie des deutschen Dramas übernahm der ebenfalls in der DDR sozialisierte Andreas Dresen, dem es gelingt, sowohl die charakterliche Komplexität der von Alexander Scheer brillant verkörperten Titelfigur als auch das von Widersprüchen gekennzeichnete Leben in der DDR darzustellen. Das moralische Urteil über Gerhard Gundermann überlässt der kluge und einfühlsame Streifen dem Betrachter.

Die Pandora-Produktion entstand im Tagebau Nochten im sächsischen Mühlrose und im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen, das für das sächsische Hoyerswerda einstand.

"Gundermann" wurde 2018 von der Kritik gelobt und lief mit 384 000 Zuschauern erfolgreich. Hauptdarsteller Alexander Scheer, der die Gundermann-Lieder selbst vor der Kamera gesungen hatte, wurde für den Europäischen Filmpreis nominiert. Bei den Deutschen Filmpreisen gingen Lolas an den Film, Regisseur Andreas Dresen, Drehbuchautorin Laila Stieler, Hauptdarsteller Scheer, Bühnenbildnerin Susanne Hopf und Kostümbildnerin Sabine Greunig. Nominiert waren noch Nebendarstellerin Eva Weißenborn, Kameramann Andreas Höfer, Cutter Jörg Hauschild und die Maskenbildner.

Kritiker Simon Eultgen schrieb auf "Filmtoast": "Der Film zieht seine Kraft aus intensiven Schauspielleistungen, kraftvollen Musikeinlagen und einer schwer zu beschreibenden Zärtlichkeit für seine Figuren. Letztere rührt vor allem von Andreas Dresen's Inszenierung her, die einen ungemein realistischen, fast dokumentarischen Charakter hat. Bereits nach wenigen Minuten entsteht so eine Unmittelbarkeit, die einen Feuer und Flamme für das Faszinosum Gundermann werden lässt."



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