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Den Menschen so fern - Mohamed (Reda Kateb, l.) und...ecken
Den Menschen so fern - Mohamed (Reda Kateb, l.) und Daru (Viggo Mortensen) versuchen, sich vor ihren Verfolgern zu verstecken
© Arsenal

TV-Tipp für Samstag (27.2.): Viggo Mortensen eskortiert Reda Kateb

3sat zeigt "Den Menschen so fern"

Samstagabend kracht es erst laut und vernehmlich im Hauptprogramm von Pro7, wo Guillermo del Toro mit "Pacific Rim" beeindruckende Science Fiction für Spielfilm-Fans bietet, bevor es dann im 3sat-Spätprogramm mit der Albert Camus-Adaption "Den Menschen so fern" leiser, aber nicht weniger prächtig wird.

"Pacific Rim", Pro7, 20:15 Uhr
Als der Krieg zwischen Menschheit und Seemonstern andauert, werden ein ehemaliger Pilot (Charlie Hunnam) und ein Flugschüler (Rinko Kikuchi) beauftragt, in einem verzweifelten Versuch, die Welt vor dem Untergang zu bewahren, eine scheinbar überholte Kampfmaschine gegen die Monster einzusetzen.

Eigentlich hatte Guillermo del Toro ("The Shape of Water") bei Legendary Pictures einen Vertrag unterschrieben, um den Horrorfilm "At the Mountain of Madness" mit Tom Cruise zu inszenieren. Als das Projekt platzte, wechselte der Mexikaner sofort zu einer anderen Legendary-Produktion, auf die er ebenfalls bereits ein Auge geworfen hatte: "Pacific Rim", der auf einer Idee des Drehbuchautoren Travis Beacham aus dem Jahr 2010 basierte, der damals gerade mit "Clash of the Titans" in den Kinos war.

Del Toro und Beacham arbeiteten zusammen an dem Skript, und Warner Brothers stellten dem Filmemacher die gigantische Summe von 190 Millionen Dollar zur Verfügung, um den US-Science Fiction-Film zu realisieren. Um innerhalb von Budget und Drehplan fertig zu werden, arbeitete Guillermo bis zu 18 Stunden täglich sieben Tage die Woche. Produziert wurde im kanadischen Toronto; die Innenaufnahmen der Roboterwerft zu Beginn filmte man indes in der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg.

Letztlich ist das Werk wohl mehr Schein als Sein, aber was für ein Schein: Unterstützt von phantastischen Bildern - die Spezialeffekte wurden für den Britischen Filmpreis nominiert - begeistert "Pacific Rim" als ein solider Monsterfilm besonders durch seine unwiderstehliche kindliche Freude an diesem gigantischen Filmemacher-Sandkasten mit seinen unendlichen Möglichkeiten. In der Nachproduktion wurde der Film nachträglich in 3D konvertiert.

Die Kritiken fielen positiv aus, und mit einem weltweiten Umsatz von 407 Millionen Dollar wurde das Werk 2013 ein großer Erfolg. Da das Ergebnis auf dem US-Heimatmarkt aber hinter den Erwartungen zurück blieb, taten sich Warner Bros. schwer, eine Fortsetzung zu genehmigen. Nach langem Hin und Her nahmen Universal Pictures diese in Angriff genommen. 2018 kam der schwache "Pacific Rim: Maelstrom" in die Lichtspielhäuser - ohne Guillermo del Toro.

Kritiker Wesley Morris schrieb in "Grantland": "Guillermo del Toro ist ein Träumer. Er ist ein Visionär. Wenn man ihm einen Haufen Geld gibt, um Riesenroboter am Ende der Zivilisation Riesenmonster bekämpfen zu lassen, arbeitet er daran, einen Film zu präsentieren, der den Zuschauer die ganze Enormität spüren lässt."



"Den Menschen so fern", 3sat, 23:00 Uhr
Ein französischer Lehrer (Viggo Mortensen) im Atlas-Gebirge gerät 1954 bei Ausbruch des Algerien-Kriegs zwischen die Fronten. Widerwillig übernimmt er den Auftrag, einen Algerier (Reda Kateb), der einen Verwandten getötet hat, in die nächste Stadt zu bringen.

Dieses französische Drama von Regisseur und Drehbuchautor David Oelhoffen ("Verbündete Feinde") basiert auf der Kurzgeschichte "L'hote" des französischen Autoren Albert Camus, die 1957 veröffentlicht wurde. Oelhoffen nimmt diese als Ausgangspunkt, um sie mit politischem Kontext, historischer Rückbetrachtung, der unzweideutigen moralischen Betrachtung einer Verständigung über nationale und religiöse Grenzen hinweg und einem Duo gut harmonierender Hauptdarsteller in Szene zu setzen - all das garniert mit überwältigenden Bildern.

"Loin des hommes" - so der Originaltitel - entstand für umgerechnet 5,4 Millionen Dollar in Marokko. Trotz guter Kritiken floppte der Film im Jahr 2014 mit einem weltweiten Einspiel von lediglich 905 000 Dollar.

Kritikerin Cara Nash schrieb in "Filmink": "David Oelhoffen hat einen gefühlvollen, langsamen Film erschaffen, der moralisch so gehaltvoll ist, wie man es bei einer Vorlage von Albert Camus erwarten durfte, aber auch beträchtlich barmherziger."



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