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Minority Report -  Samantha Morton und Tom Cruise
Minority Report - Samantha Morton und Tom Cruise
© 20th Century Fox

TV-Tipp für Freitag (21.5.): Tom Cruise erkennt ein fehlbares System

RTL2 zeigt "Minority Report"

"Minority Report", RTL2, 22:50 Uhr
In der Zukunft ist eine spezielle Polizeieinheit fähig, Mörder zu verhaften, bevor sie ihre Straftat begangen haben. Ein Beamter (Tom Cruise) dieser Einheit wird selbst eines zukünftigen Mordes angeklagt und begibt sich auf die Flucht.

Schon lange hatten Regisseur Steven Spielberg ("Saving Private Ryan") und Tom Cruise, die sich seit Anfang der Achtziger kannten, zusammen arbeiten wollen, mit diesem US-Science Fiction-Film ergab sich die Gelegenheit. Cruise hatte das Drehbuch von Debutant Jon Cohen aus dem Jahr 1997 gelesen und es Spielberg als mögliches Projekt vorgeschlagen. Der Filmemacher stimmte zu, wollte das Skript aber noch überarbeiten lassen, bis es auch seinen Vorstellungen entsprach. Steven engagierte Scott Frank ("Logan"), um das Drehbuch zu überarbeiten, das schließlich im Frühling und Sommer 2001 in Washington D.C., im US-Bundesstaat Virginia und im kalifornischen Los Angeles verfilmt wurde.

"Minority Report" basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Philip K. Dick aus dem Jahr 1956, dessen Verfilmungsrechte sich Produzent Gary Goldman 1992 gesichert hatte, nachdem die Dick-Adaption "Total Recall" mit Arnold Schwarzenegger ein großer Erfolg geworden war.

Spielberg verwand viel Sorgfalt darauf, eine realistische Version der Zukunft darzustellen - die Handlung ist im Jahr 2054 angesiedelt - und konferierte 1999 in der Vorproduktion drei Tage lang mit 15 Experten aus Bereichen wie Computertechnik, Verkehr und Architektur, um Trends für die Zukunft zu eruieren. Einiges von dem, was damals ersonnen wurde, ist inzwischen tatsächlich schon Wirklichkeit, so zum Beispiel die Touch Screens und die Netzhaut-Scanner. Das US-Militär arbeitet an elektronischen Insekten, die an die Spinnen im Film erinnern.

Das Produktionsdesign entstand dabei fast ausschließlich im Computer, und das spezifische Aussehen der Bilder erreichte Kameramann Janusz Kaminski durch starke Beleuchtung und das nachträgliche Bleichen der Aufnahmen. Die Zukunftsvision wirkte dadurch grauer, verschwommener und damit auch doppelbödiger. Es gelang Steven mit einer erfolgreichen Mischung aus Ideen und gewaltiger Action, ebenso zum Nachdenken anzuregen, als auch die Gefühle anzusprechen. Technisch ist das schnelle und fiebrige Werk brillant und das Konzept fesselnd.

2002 kam die 102 Millionen Dollar teure 20th Century Fox- und DreamWorks-Co-Produktion zu allgemeiner Begeisterung der Kritiker und des Publikums in die Kinos. Mit einem weltweiten Umsatz von 358 Millionen Dollar wurde "Minority Report" ein großer Erfolg und erhielt eine Oscar-Nominierung für den "Besten Tonschnitt" und eine Nominierung bei den Britischen Filmpreisen für die Visuellen Effekte.

Ein Zuschauer lobt: "Steven Spielberg und sein Team haben eine packende Vision der Zukunft ersonnen, die dank ihrer erstklassigen Spezialeffekte nicht nur gut aussieht, sondern auch zum Nachdenken anregt und als Geschichte schon an sich interessant ist. Man denkt nicht nur darüber nach, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird, sondern auch, was man selbst tun würde, wäre man an Stelle der Figuren im Film. Das Tempo ist hoch und die Spannung Nerven zerfetzend."



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