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Edge of Tomorrow - Tom Cruise
Edge of Tomorrow - Tom Cruise
© Warner Bros.

TV-Tipp für Freitag (4.6.): Tom Cruise geht zurück auf Los

Pro7 zeigt "Edge of Tomorrow"

"Edge of Tomorrow", Pro7, 20:15 Uhr
Ein Soldat (Tom Cruise), der in Nordfrankreich gegen Außerirdische kämpft, erlebt, wenn er getötet wird, den selben Tag immer wieder und wieder und wieder.

Es wäre leicht, diesen Streifen als "...und täglich grüßt das Murmeltier" goes Science Fiction abzutun, aber das würde dem packenden, sehr gut gespielten, witzigen, intelligenten und vor allem unterhaltsamen US-Science Fiction-Film nicht gerecht. Von allen Filmen, die Tom Cruise in den vergangenen Jahren gedreht hat, gehört dieser zu den besten, und um so tragischer ist es, dass ausgerechnet dieser allein wegen seines mäßigen Premierenwochenendes als gefühlter Misserfolg wahrgenommen wurde und in den USA lief, als wäre es irgendein anderer "Oblivion" oder "Jack Reacher", aber eben kein "Mission Impossible".

Mit 178 Millionen Dollar hatten sich Warner Brothers das Unterfangen eine möglicherweise irrational scheinende Zahl kosten lassen, und der Erwartungsdruck war von Anfang an hoch, nun die Zuschauer zum Schlangestehen einzusammeln. Mit rund 100 Millionen Dollar in den USA wurde "Edge of Tomorrow" indes ein nur solider Erfolg; das grandiose Auslandgeschäft von 270 Millonen Dollar blieb ein Nachsatz.

So kam es, dass - bei einer Hollywood-Produktion dieser Größenordnung eigentlich unvorstellbar - das Werk für seine Disc-Auswertung sogar umgetitelt wurde, um einen frischen Start bei den Konsumenten zu ermöglichen und den vermeintlich nach Flop riechenden Titel "Edge of Tomorrow" verblassen zu lassen. Auf einmal hieß der Film so wie sein Slogan: "Live. Die. Repeat."

2010 hatten Warner Brothers Pictures für 3 Millionen Dollar die Verfilmungsrechte an dem japanischen Jugendroman "All You Need Is Kill" von Hiroshi Sakarazaka aus dem Jahr 2004 erworben und ursprünglich ein Projekt für Brad Pitt vorgesehen, der dann aber nach dessen Absage durch Cruise ersetzt wurde.

Die Dreharbeiten in den Warner Brothers Studios in Leavesden nahe London, in denen die "Harry Potter"- und "Fantastic Beasts"-Filme entstanden, dauerten mit fast einem Jahr vom Herbst 2012 bis Sommer 2013 ungewöhnlich lange. Regisseur Doug Liman ("Barry Seal") nahm sich für jede Szene viel Zeit, bis sie zu seiner Zufriedenheit geriet. Alleine die Dreharbeiten am Strand dauerten auch wegen des sich ständig verändernden Wetters statt zwei Wochen drei Monate. Die Szenen am Strand durften ja im Film wegen des exakt immer wieder gleich aussehenden Tages nicht zu unterschiedlich wirken.

Ein weiteres Problem war, dass noch während der Dreharbeiten kein befriedigender Schluss für das Drehbuch existierte. Christopher McQuarrie ("Mission Impossible: Fallout"), der als Regisseur mit Cruise an "Jack Reacher" zusammen gearbeitet hatte und ein Jahr später bei "Mission: Impossible - Rogue Nation" erneut kooperieren sollte, wurde als Drehbuchautor Nummero drei an Bord geholt, um während der laufenden Produktion das Skript in seine endgültige Form zu bringen.

Dem fertigen Film sieht man diese Schwierigkeiten nicht an, was auch ein Ausweis der Qualität der Arbeit aller Beteiligten, einschließlich der Spezialeffekte-Künstler- und -Techniker ist, die ein Werk aus einem Guss geschaffen haben. Tom Cruise bewies, dass er auch nach drei Jahrzehnten im Filmgeschäft immer noch mehr als fähig war, einen Streifen auf seinen Schultern zu tragen. Auch wenn es in der öffentlichen Wahrnehmung trotz glänzender Kritiken dann leider anders transportiert wurde und "Edge of Tomorrow" in der Preisverleihungssaison weitgehend ignoriert wurde.

Kritiker Jonathan Hatful schrieb in "SciFi Now": "Mit einer gewaltigen ersten Hälfte und mehr Verstand, Herz und Lachern, als die ganze Werbekampagne erwarten ließ, ist dies klug, witzig, spannend und vor allem macht es Spaß."



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