oder
Liebe - Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant
Liebe - Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant
© X Verleih

TV-Tipps für Sonntag (6.6.): Jean-Louis Trintignant kümmert sich um Emmanuelle Riva

ARD zeigt "Liebe"

Französische Filme über die Liebe am Anfang und am Ende des Lebens stehen am Sonntagabend auf dem Programm für Spielfilm-Fans. Für eher Jüngere und etwas beschwingter geht es im RTL2-Spätprogramm mit "La Boum" zu, tragischer und für gesetztere Zuschauer beschließt die ARD die Woche mit "Liebe" im Nachtprogramm.

"La Boum - Die Fete", RTL2, 22:50 Uhr
Während sich die Ehe der Eltern (Brigitte Fossey und Claude Brasseur) wegen der Untreue des Vaters in einer ernsten Krise befindet, durchlebt die 13-jährige Tochter (Sophie Marceau) die Höhen und Tiefen des ersten Verliebtseins.

Ein Regisseur Mitte 50 und eine Drehbuchautorin Mitte 30 - und zusammen trafen sie mit ihrer französischen Komödie 1980 den Geschmack von Teenagern europaweit. Claude Pinoteau inszenierte einfühlsam, und das Skript von Danièle Thompson ("Meine Zeit mit Cézanne") nahm die Gefühle von Teenagern ernst. Garniert mit dem Song "Reality" des englischen Sängers Richard Sanderson, der selbst zum Hit wurde, sprach die vor Ort in Paris und Versailles gedrehte Gaumont-Produktion die Zielgruppe kongenial an. In Frankreich wurde "La Boum" mit 4,3 Millionen Zuschauern ein Riesenerfolg.

Für die damals tatsächlich 13 Jahre alte Sophie Marceau brachte die Rolle der Vic Beretton gleich den Durchbruch und machte sie zum Star, der auch mit dem Rest des Ensembles in der Fortsetzung 1982 dabei sein sollte.

Ein Zuschauer meint: "Die zeitlose Geschichte von Teenagern, die langsam erwachsen werden, und den Beziehungen zu ihren Eltern. Sophie Marceau platzte mit einer großartigen Leistung auf die Bildfläche. Sie ist hübsch, nett, süß, trägt ihr Herz auf der Zunge, versucht mit ihrer Teenager-Angst klar zu kommen, geht auf eine neue Schule, ihre Eltern haben Eheprobleme, sie muss mit den Regeln ihrer Eltern zurecht kommen - es ist alles da. Die Großmutter ist der Brüller, wie sie versucht, so gut sie kann, Vic durch ihre erste Liebe und andere Lebensbereiche zu navigieren. Sehr unterhaltsam, und die Filmemacher haben einen wirklich schönen Song ausgesucht, den sie immer und immer wieder spielen und der einem im Ohr bleibt. Auch der Film selbst hat nach 40 Jahren nichts von seinem Reiz verloren."



"Liebe", ARD, 00:00 Uhr
Die Liebe der über 80 Jahre alten Anne (Emmanuelle Riva) und Georges (Jean-Louis Trintignant), beide ehemalige Musiklehrer, wird auf eine harte Probe gestellt, als Anne einen Schlaganfall erleidet.

Mit "Amour" - so der Originaltitel - gelang es dem österreichischen Regisseur und Drehbuchautor Michael Haneke, nach neun Jahren den damals 81-jährigen Jean-Louis Trintignant wieder vor die Kamera zu locken. Als Spielpartnerin engagierte Haneke die drei Jahre ältere Emmanuelle Riva, die er ebenso wie Trintignant seit Jahrzehnten bewunderte. Ihre überragenden Leistungen und das unerschrockene Drehbuch sorgen in der Hauptsache für die ehrliche und Herz zerreißende Darstellung tiefer Liebe und Verantwortung.

Der Filmemacher bekam die Idee zu diesem französischen, für 7 Millionen Euro in den TSF-Filmstudios bei Paris gedrehten französischen Drama durch den Selbstmord seiner über 90 Jahre alten Tante, die allein zu Hause lebte, weil sie nicht in ein Altenheim wollte, und unter starken Schmerzen wegen Rheumatismus litt. Die Frage, "wie man mit dem Leiden eines geliebten Menschen umgeht", machte Michael zur zentralen Frage seines Werks.

Weltweit spielte "Amour" 2012 umgerechnet knapp 30 Millionen Dollar ein und wurde von der Kritik, von Künstlern und der Industrie gefeiert. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes, den Academy Award, den Golden Globe, den Britischen, den Dänischen, den Europäischen, den Französischen, den Italienischen, den Polnischen, den Schwedischen sowie den Spanischen Filmpreis als "Bester nicht englischsprachiger Film". Dazu war er bei den Academy Awards noch als "Bester Film", für Regisseur Michael Hanecke, sein Drehbuch und Hauptdarstellerin Emmanuelle Riva nominiert.

Kritiker Austin Trunick schrieb in "Under the Radar": "Eine brutal schwierige Seherfahrung, aber kein Film, den man vergessen möchte - oder kann."



Hier geht es zum kompletten TV-Programm


Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.