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Heartbreak Ridge - Clint Eastwood
Heartbreak Ridge - Clint Eastwood
© Warner Bros.

TV-Tipp für Dienstag (8.6.): Clint Eastwood eckt an

Kabel1 zeigt "Heartbreak Ridge"

"Heartbreak Ridge", Kabel1, 22:40 Uhr
Ein hart gesottener Marine Sergeant (Clint Eastwood) gerät mit seinen Vorgesetzten und seiner Ex-Frau (Marsha Mason) aneinander, als er das Kommando einer undisziplinierten Ersatztruppe übernimmt.

Die Zeiten ändern sich. Bis 2013 stand dieses US-Drama in Deutschland auf dem Index der "jugendgefährenden Schriften" und konnte daher weder aufgeführt noch beworben oder verkauft werden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte die Warner Brothers Pictures-Produktion, die 1987 in die westdeutschen Kinos gekommen war, ein Jahr später als "jugendgefährdend" eingestuft. Der Antrag des Verleihers, das Werk wieder freizugeben, hatte keinen Erfolg, so dass "Heartbreak Ridge" für die volle Frist eines satten viertel Jahrhundert nicht zu sehen war. Erst nach der 25 Jahre-Frist besah sich die BPjM den Streifen neu - und gab ihn "Ab 16 Jahren" frei.

Es muss wohl hauptsächlich an der derb-zynische Sprache im Drehbuch von James Carabatsos gelegen haben, vielleicht auch an der peinlich glorifizierten Rolle des US-Militärs in der Besetzung des Inselstaats Grenada, die 1983 eines der bizarrsten Kapitel US-imperalistischer Machtdemonstrationen gewesen war.

Dass die Handlung das Militär allerdings nicht durchweg positiv zeichnet, zeigte sich daran, dass die US Army eine Unterstützung der 15 Millionen Dollar teuren Produktion ablehnte - die Hauptfigur des trinkenden und geschiedenen Koreakriegsveteranen, der höchst unkonventionelle Methoden anwendet, um sein Platoon auf Vordermann zu bringen, sah das Militär als unrealistisch an. Und wie später die Bundesprüfstelle stieß man sich an den profanen Dialogen.

Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller Clint Eastwood ("American Sniper") wandte sich an das United States Marine Corps, das schließlich Unterstützung zusagte. Das Skript musste daraufhin einen Haken schlagen, denn die Marines waren in der Titel gebenden Schlacht an der Heartbreak Ridge im Koreakrieg gar nicht beteiligt gewesen. Eastwood konnte nun im Camp Pendelton Marine Corps Base im Süden des US-Bundesstaats California drehen; die Grenada-Szenen entstanden auf Puerto Rico.

In "Heartbreak Ridge" gibt Eastwood eine seiner besten Darstellungen, und sein Film versucht zumindest ansatzweise, mit nachdenklichen Zwischentönen und ironischen Brechungen eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Rolle des Militärs in den USA nach dem Vietnamkrieg und aus der Zeit gefallener konservativer Befehlshaber zu erreichen.

Der Film erhielt 1986 gute Kritiken und wurde mit weltweit 121 Millionen Dollar auch ein großer Publikumserfolg. Die Tontechniker wurden für den Oscar nominiert.

Ein Zuschauer schwärmt: "Ich mag realistische Kriegsfilme und Oscar-prämierte klassische Filme - und weiß, dieser Streifen hier gehört in keine der beiden Kategorien. Aber ich finde ihn klasse! Die Charaktere, der Humor, die Ernsthaftigkeit, die Sprüche, das Militär, der Patriotismus, die Achtziger - das macht einfach Spaß. Gegen Ende gibt es ein paar dramatische Kriegsszenen. Und es gibt eine Liebesgeschichte. Alles zusammen ergibt ein großartiges Werk."



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