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Wind River - Jeremy Renner
Wind River - Jeremy Renner
© Panorama Entertainment

TV-Tipp für Montag (24.1.): Jeremy Renner nimmt die Fährte auf

ZDF zeigt "Wind River"

"Wind River", ZDF, 23:15 Uhr
Ein Fährtensucher (Jeremy Renner) und eine unerfahrene FBI-Agentin (Elizabeth Olsen) suchen nach dem Mörder einer jungen Frau (Kelsey Chow), deren Leiche in den tief verschneiten Bergen Wyomings inmitten eines trostlosen Indianerreservats gefunden wurde.

Taylor Sheridan ("Those Who Wish Me Dead") war zum Zeitpunkt seiner Inszenierung dieses US-Kriminalfilms mehr als Drehbuchautor für die hochgelobten "Sicaro" und "Hell or High Water" bekannt, bewies hier aber auch seine Meisterschaft als Regisseur. Sein intelligentes Drehbuch setzt auf die durch die Charaktere angetriebene Handlung und nutzt den unwirtlichen Spielort geschickt für die Vermittlung physischer wie psychischer Kälte. Sheridan beschreibt dabei auch sensibel die bitteren Lebensumstände indigener US-Ureinwohner in den Reservaten. Gedreht wurde in Park City im US-Bundesstaat Utah.

Der Filmemacher wollte bewusst auf die soziale Realität aufmerksam machen; sein Aufhänger für das Projekt war die Tatsache, dass es "tausende solcher Geschichten in der Realität gibt". In den Vereinigten Staaten werden überproportional viele indigene Frauen Opfer von Vergewaltigung und Mord - sowohl in als auch außerhalb der Reservate.

"Wind River" erhielt 2017 gute Kritiken, und mit einem weltweit Einspiel von 44 Millionen Dollar wurde die 11 Millionen Dollar teure Independent-Produktion auch ein kommerzieller Erfolg.

Zwei Monate nach dem US-Kinostart kamen im Oktober 2017 die Vorwürfe sexueller Gewalttaten gegen Harvey Weinstein, den Besitzer von The Weinstein Company, welche die Produktion in die nordamerikanischen Kinos verliehen, auf. Die Produzenten verhandelten mit Weinstein, der zustimmen musste, die Gewinne des Streifens an das National Indigenous Women's Resource Center zu spenden. Die Heimkino-Rechte trat er an Lionsgate und Netflix ab. Logo und Name von The Weinstein Company wurden aus den Kopien getilgt.

Kritiker Matt Brunson schrieb in "Film Frenzy": "Was wie ein üblicher Krimi aussieht, wird statt dessen zu einer bemerkenswert komplexen Auseinandersetzung verschiedener Miseren wie der Schmerz, seine Familie zu verlieren, der systematischen Enteignung der amerikanischen Ureinwohner und dem stets präsenten Bösen toxischer Männlichkeit."



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