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Aquaman - Jason Momoa
Aquaman - Jason Momoa
© Warner Bros.

TV-Tipps für Karfreitag (15.4.): Jason Momoa macht eine große Welle

Pro7 zeigt "Aquaman"

Tanzmusik und Rummel sind am Karfreitag untersagt, nicht aber Action im Fernsehen. Und so sei Spielfilm-Fans das Hauptprogramm von Pro7 angeraten, wo Jason Momoa es als "Aquaman" ordentlich plätschern lässt. Wer es angemessen stiller mag, ist zeitgleich auf 3sat bestens mit dem Drama "Was vom Tage übrig blieb" mit Anthony Hopkins bedient.

"Aquaman", Pro7, 20:15 Uhr
Der Sohn (Jason Momoa) eines Leuchtturmwärters (Temuera Morrison) und der Königin (Nicole Kidman) von Atlantis fügt sich widerwillig seiner Bestimmung, die Welten ober- und unterhalb der Wasseroberfläche zu einen und das Erbe seiner Herkunft anzutreten. Doch in seinem rachsüchtigen Halbbruder (Patrick Wilson) und einem Terroristen (Yahya Abdul-Mateen II) erwachsen ihm starke Feinde.

So richtig Freude hatten Warner Brothers Pictures bis 2018 an ihrem DC Extended Universe, das sie 2013 mit "Man of Steel" als Konkurrenz zum Marvel Cinematic Universe des Konkurrenten Walt Disney Studios ausgerufen hatten, nicht gehabt. Entweder waren die Werke wie "Batman v Superman: Dawn of Justice" oder "Suicide Squad" verrissen worden oder wie "Justice League" hinter den finanziellen Erwartungen zurück geblieben. Gefloppt war keiner der fünf DCEU-Streifen, aber aus dem Schatten von Marvel war man höchstens mit "Wonder Woman" etwas heraus getreten.

Das sollte sich mit "Aquaman" ändern, der 2018 mit einem weltweiten Einspiel von wahnwitzigen 1,1 Milliarden Dollar der umsatzstärkste Film mit einer DC-Comic-Figur und für Warner Bros. der zweiterfolgreichste Streifen aller Zeiten hinter "Harry Potter and the Deathly Hallows - Part 2" werden sollte - obwohl die Kritiken nur gemischt und die Zuschauerreaktionen positiv, aber nicht überwältigend waren. Nicht mal die kühnsten Optimisten hatten mit so einer Resonanz gerechnet. Irgendetwas hatte "Klick" beziehungsweise "Splash" gemacht...

Einen guten Teil des Erfolges kann man sicherlich Regisseur James Wan zuschreiben, der auf guten altmodischen Spaß und unterhaltsames Spektakel setzte statt auf den düsteren Ton mancher DCEU-Vorgänger, verkörpert vom enthusiastischen und sympathischen Titeldarsteller Jason Momoa. Dazu kommen überwältigende rund 2300 Visuelle Effekte, an denen elf Firmen, darunter George Lucas' Industrial Light & Magic und Peter Jackson's Weta Digital, arbeiteten. Ohne diesen technischen Fortschritt hätte es den US-Fantasy-Film 20 Jahre zuvor, als die Computergenerierten Bilder Mühe mit der Darstellung von Haaren und Wasser hatten, so nicht geben können. Nun aber konnten viele der Unterwasserszenen überzeugend am PC erschaffen werden.

Für Warner Bros. gab es nach einem langen Anlauf ein Happy Ending. Bereits seit 2004 hatte das Studio die Figur Aquaman auf die Leinwand bringen wollen, doch nach mehreren im Sande verlaufenen Versuchen ging es erst mit dem Plan, das DC Extended Universe aufzubauen, ab 2013 voran. Als Vorbereitung ließ man Aquaman in "Batman v Superman: Dawn of Justice" von 2016 einen Gastauftritt absolvieren und im Jahr darauf in "Justice League" auftreten.

Für 200 Millionen Dollar drehte Wan in den Village Roadshow Studios an der Gold Coast im australischen Bundesstaat Queensland, an verschiedenen Orten in Queensland und New South Wales, im kanadischen Neufundland, auf Sizilien und in Marokko.

Der gigantische Erfolg von "Aquaman" bleibt wie zu erwarten buchstäblich nicht folgenlos. Im vergangenen Sommer ist die Fortsetzung "Aquaman and the Lost Kingdom" gefilmt worden, die im März 2023 in die Kinos kommen soll.

Kritiker Nicholas Oan urteilte in "Maximum Hype": "Der Streifen hat seine fesselnden und ernsten Momente, aber für den Großteil der Zeit haben es die Filmemacher geschafft, sich nicht zu ernst zu nehmen, was man nur begrüßen kann."



"Was vom Tage übrig blieb", 3sat, 20:15 Uhr
Ein Butler (Anthony Hopkins), der sein ganzes Leben vor dem Zweiten Weltkrieg den Diensten seines englischen Adligen geopfert hat, erkennt zu spät, wie fehlgeleitet seine Loyalität gewesen ist.

1989 erschien der Roman "The Remains of the Day" des japanischen, aber in Großbritannien lebenden Autoren Kazuo Ishiguro. Columbia Pictures sicherten sich die Verfilmungsrechte und wollten Mike Nichols die Regie übertragen und Meryl Streep und Jeremy Irons für die Hauptrollen engagieren. Aus diesem Arrangement wurde nichts, Nichols wollte nur produzieren und holte statt dessen das "Howards End"-Team mit Regisseur James Ivory, Drehbuchautorin Ruth Prawer Jhabvala, Produzent Ismail Merchant sowie den Schauspielern Emma Thompson und Anthony Hopkins an Bord. Nach "Room with a View", "Mr. and Mrs. Bridge" und "Howards End" wurde dies die vierte Kooperation von Ivory, Jhabvala und Merchant.

Die US-Produktion, die fast ausschließlich auf britische Darsteller setzte, wurde für 15 Millionen Dollar auch im Südwesten Englands in den Grafschaften Gloucestershire, Devon und Somerset gedreht. Nach "Howards End" gelang Ivory das nächste Juwel, ein kluger und eleganter Streifen mit unglaublichen Leistungen von Thompson und Hopkins.

Mit einem weltweiten Einspiel von 65 Millionen Dollar lief das hervorragend besprochene Werk 1993 erfolgreich und wurde für acht Academy Awards nominiert: Als "Bester Film", für Regie, für Hauptdarstellerin Emma Thompson, für Hauptdarsteller Anthony Hopkins, für das adaptierte Drehbuch, für Komponist Richard Robbins, für die Ausstattung und für die Kostüme. Aber in der Preisverleihungssaison gab es wenig Vorbeikommen an "Schindler's List", so dass als große Auszeichnung letztlich nur der Britische Filmpreis für Hopkins stand. Nominiert waren hier noch der Film, Regisseur Ivory, Drehbuchautorin Ruth Prawer Jhabvala, Hauptdarstellerin Thompson und Kameramann Tony Pierce-Roberts. Bei den Golden Globes gingen der Film, Regisseur Ivory, Drehbuchautorin Jhabvala, Hauptdarstellerin Thompson und Hauptdarsteller Hopkins ins Rennen.

Ein Zuschauer schwärmt: "Zunächst mal ist das ein unglaublicher Genuss für die Augen, ein wunderschöner Film. Zweitens ist das Spiel von Emma Thompson und Anthony Hopkins spektakulär. Thompson's trauriger Blick im Bus am Ende des Films ist der traurigste, eindringlichste Blick, den ich in den 50 Jahren, die ich Filme schaue, je gesehen habe. Ein extrem schönes, intelligentes und einfühlsames Werk."



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