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Kritik: American Assassin (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der CIA-Agent Mitch Rapp ist jetzt nicht mehr nur ein literarischer, sondern auch ein Spielfilmheld. "American Assassin" nach dem gleichnamigen Band einer Bestsellerreihe des verstorbenen Schriftstellers Vince Flynn erzählt davon, wie Mitch Rapp zum amerikanischen Geheimdienst kam. Bereits seine Ausbildung und sein erster Einsatz bewirken eine allmähliche Verwandlung des von Rache getriebenen Mannes zu einem schlagkräftigen, kühnen Kämpfer, der lernt, seine Gefühle zu bändigen. Unter der Regie von Michael Cuesta ("Kill the Messenger") entfaltet sich ein Actionspektakel, das um den halben Globus führt. Es soll den Plänen der Produzenten zufolge den Auftakt für weitere Mitch-Rapp-Verfilmungen bilden.

Die Drehbuchautoren haben diese Prequel-Story, die eigentlich in die Vergangenheit des Romanhelden führt, in die Gegenwart verlegt. Die globale Terrorgefahr ruft die Elitetruppe der CIA, deren Mitglied Mitch wird, an verschiedene Einsatzorte außerhalb der USA. Das liefert der Inszenierung einen triftigen Grund, die Handlung optisch reizvoll auf so unterschiedliche Schauplätze wie eine Hütte in den amerikanischen Wäldern, Istanbul oder Rom zu verteilen. Mitch bleibt trotz seines ursprünglichen Rachemotivs ein recht blasser Charakter. Er wird zu stark auf seine Rolle als Actionheld reduziert, der seinem Ausbilder Stan nicht immer gehorcht. Michael Keaton spielt diesen Stan als harten Burschen, den er mit erstaunlich viel Biss ausstattet. Eine weitere interessante Figur stellt der Bösewicht Ghost dar, der aus persönlichen Erfahrungen nicht gut auf die CIA zu sprechen ist. An seinem Beispiel wird gezeigt, welche Opferbereitschaft die Terrorismusbekämpfer von den eigenen Leuten erwarten, wenn es hart auf hart kommt.

Es gibt zahlreiche Kampf- und Verfolgungsszenen, die zum Teil mit spannenden Überraschungsmomenten aufwarten. Des öfteren wird auch gefoltert – wobei Elektroschocks schon im CIA-Training zum Einsatz kommen. Auch im Umgang mit der Atombombe zeigt sich der Film nicht zimperlich, obwohl gerade das seiner Glaubwürdigkeit schadet. Insgesamt erweckt Mitch Rapps erstes Kinoabenteuer den Eindruck routiniert abgespulter Action, die sich deutlich am Mainstream orientiert und nicht viele eigene Akzente setzt.

Fazit: Der von Michael Cuesta inszenierte Actionthriller bildet den Auftakt zu einer geplanten Filmreihe mit dem CIA-Agenten Mitch Rapp. Er erzählt, basierend auf dem gleichnamigen Band aus der Bestseller-Serie des Schriftstellers Vince Flynn, wie der Held zum amerikanischen Geheimdienst kam. Beeindruckender aber als Dylan O'Brien den Hauptcharakter spielt, ist Michael Keatons Darstellung seines drahtigen Agentenausbilders. Mit seinen internationalen Schauplätzen, dem flotten Tempo und harten Actionszenen bietet der Film solide Genrekost, achtet aber zu wenig auf eine eigene Handschrift.









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