VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: The Comedian (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Superstar Robert de Niro bleibt sich auch 2017 treu und dreht trotz seiner 74 Jahre einen Film nach dem anderen. "The Comedian" ist der siebte Kinofilm in den letzten drei Jahren, in denen de Niro zu sehen ist. Die Rolle des gescheiterten, neurotischen Komikers ist für ihn dabei nicht neu - bereits in der Komödie "The King of Comedy" (1982) von Martin Scorsese schlüpfte er in eine ähnliche Rolle. "The Comedian" wurde im Spät-Winter und Frühjahr 2016 an verschiedenen Drehorten in New York City, unter anderem in Manhattan gedreht. Das Budget betrug rund 15 Millionen Dollar. Regie führte Taylor Hackford, der seinen größten Erfolg Anfang der achtziger Jahre mit der Romanze "Ein Offizier und Gentleman" feierte.

"The Comedian" startete Ende 2016 in den US-Kinos und wurde von einem Großteil der Kritiker gnadenlos verrissen. Nachvollziehbar ist dies nicht, handelt es sich bei "The Comedian" doch um ein überzeugend gespieltes Charakter-Drama mit deftigen Witzen und bissigen Zoten. Lediglich Regisseur Hackford entgleitet hier und da der rote Faden, er scheint unsicher, was er in seinem Film in den Mittelpunkt rücken soll: Die sich anbahnende Romanze zwischen dem alten Zyniker Jackie und der attraktiven Harmony oder doch eher die Läuterung dieses griesgrämigen, alles und jeden beschimpfenden Komiker-Rentners. Darunter leidet mitunter auch die Dramaturgie.

Doch abgesehen davon sowie der Tatsache, dass nicht jeder Gag wirklich zündet (aber in welcher Komödie ist das schon so), ist "The Comedian" sehenswert geraten und kann sich auf seinen mitreißenden Cast verlassen. Robert de Niro glänzt in einer ambivalenten, vielschichtigen Rolle, die es dem Zuschauer alles andere als leicht macht, Sympathien für die Hauptfigur zu entwickeln. Diese Tatsache, dass es sich hierbei – im Gegensatz zu den meisten anderen Hollywood-Produktionen – eben nicht um eine glattgebügelte, liebenswerte Hauptfigur handelt, ist jedoch positiv zu sehen. Denn es fordert vom Zuschauer, hinter die Fassade des schimpfenden und beschimpfenden Brachial-Humoristen zu schauen. Es lohnt eine Antwort auf die Frage zu finden, ob nicht vielleicht doch ein sanftmütiger, weicher Kern hinter der kratzbürstigen Schale steckt.

Der sehr direkte, sarkastische und teils stark unter die Gürtellinie zielende Humor ist nicht jedermanns Sache, aber er ist amüsant und abwechslungsreich. Ein Faible für (US-amerikanischen) Stand-Up-Humor sollte man als Zuschauer aber schon mitbringen, denn diese bilden einen Schwerpunkt des Films. Unterhaltsam sind auch die vielen Gastauftritte namhafter Komiker und Schauspieler geraten, darunter unter anderem Danny DeVito und Billy Crystal.

Fazit: Mitreißend gespielte Loser-Ballade mit deftigen Sprüchen und zynisch-sarkastischem Witz, die lediglich hier und da an ihren dramaturgischen Durchhängern krankt. Ein Faible für klassischen, derben US-Stand-Up-Humor sollte man allerdings mitbringen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.