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Kritik: Die Schöne und das Biest (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wer das Trickfilm-Original aus dem Jahr 1991 liebt und sich nichts sehnlicher als ein Wiedersehen mit Belle und dem Biest wünscht, der wird mit diesem Live-Action-Remake wohl glücklich werden. Denn im Gegensatz zu Tim Burtons "Alice im Wunderland" (2010) oder der "Dornröschen"-Neuinterpretation "Maleficent" (2014) bleiben die Disney-Studios dieses Mal sehr nah an der erfolgreichen Vorlage. Die bekannten Songs werden gesungen, einige Szenen quasi Bild für Bild übernommen und die märchenhafte Geschichte folgt erneut dem bekannten Muster.

Und dennoch wird schnell ersichtlich, dass die Zeichentrickvariante und die Realverfilmung Welten trennen: Die visuelle Pracht des Originals, die Leichtigkeit der größtenteils handgezeichneten Animationen und das nahtlose Miteinander von Menschen, Monstern und lebendigen Möbeln weicht in Bill Condons ("Dreamgirls", 2006) Neuauflage einem Kraftakt aus dem Computer. Das Design des neuen "Die Schöne und das Biest" ist dabei zwar aufwendig, detailreich und stimmungsvoll – die Atmosphäre reicht allerdings zu keinem Zeitpunkt an die des gefeierten Trickfilms heran.

Da, wo Condon und sein Team imitieren, ziehen sie also den Kürzeren. Die wirkliche Schwäche dieses auf 129 Minuten aufgepumpten Märchens sind allerdings seine Innovationen. Die neu für den Film komponierten Lieder fallen deutlich ab und das emotionale Zentrum der Story, die sich entwickelnde Liebe zwischen den Titelhelden, rückt durch ungünstige Drehbuchentscheidungen beinahe an den Rand. Dem Bösewicht Gaston, der in dieser Version gar nicht so verachtenswert erscheint, wird nämlich mehr Präsenz zugestanden. Die von Luke Evans gespielte Figur gewinnt dadurch an Tiefe und lässt das eh schon eindimensionale Biest nochmals blasser wirken.

Dass Emma Watson, das feministische Powergirl, sich ausgerechnet in diesen langweiligen Grobian verlieben soll, bleibt eine Behauptung des Skripts, die von den Schauspielern nicht mit Leben gefüllt werden kann. So bleibt es bei einem mit zahlreichen Stars besetzten, technisch aufwendigen Remake, das sich ein wenig hohl anfühlt und letztlich bloß noch einmal die Stärken der Vorlage ins Gedächtnis ruft.

Fazit: Trotz Starbesetzung und aufwendiger Technik kann sich dieses Remake nicht mit der gefeierten Zeichentrickversion von "Die Schöne und das Biest" messen. Der auf 129 Minuten aufgepumpten Kopie mangelt es an Leichtigkeit ebenso wie an Glaubwürdigkeit. Während das Biest zu blass bleibt, spielt Emma Watson ihre Belle fast schon zu stark und modern für ein klassisches Liebesmärchen.





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