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Kritik: Chappie (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Bestechende Optik und hoher Effekte-Realismus verbunden mit Gesellschaftskritik und intelligenten Plots - die Paradedisziplin des südafrikanischen Ausnahme-Regisseurs Neill Blomkamp, der diese Stärke bereits in seinen Glanzstücken "District 9" und "Elysium" unter Beweis stellte. Sein neuester Streich "Chappie" ist ähnlich gestrickt und angelegt, wobei die Macher hier noch mehr auf eine emotionalere Komponente und weniger komplexe Handlung bauen. Für seinen neuen Film holte sich Blomkamp prominente Unterstützung aus der Heimat: bei der Entwicklung der Story und auch darstellerisch wirkte das südafrikanische Rap-Rave-Duo Die Antwoord mit. "Chappie" ist eine ungewöhnliche aber unterhaltsame und visuell beeindruckende Mischung aus Roboter-Coming-of-Age-Story, Action und Science-Fiction. An die Qualität früherer Blomkamp-Werke reicht der Film jedoch dennoch deutlich nicht heran.

Mit Gesellschaftskritik und der Anprangerung sozialer Missstände wie Armut oder soziale Ungerechtigkeit vor allem in den Metropolen dieser Welt hält sich Dystopie-Experte Neil Blomkamp in "Chappie" ein wenig zurück. Mehr noch als im direkten Vorgänger "Elysium" und wesentlich mehr noch als in seinem hochgelobten Durchbruchsfilm "District 9" setzt der Filmemacher hier auf Aspekte wie Unterhaltung und eine einfache Story mit überraschungsarmen und unkomplizierten Wendungen und simpler Dramaturgie. Das ist schade, denn auch hier wäre in Sachen politischer Zündstoff deutlich mehr drin gewesen.

Es ergeht dem Filmemacher daher wie vielen hochtalentierten Regisseuren: mit zunehmendem Erfolg und mit der Größe der Projekte und damit auch des Budgets wachsen Einfluss und Mitspracherecht des produzierenden Studios - leider. Insofern dürfte vielen Kennern und Liebhabern der Vorgängerfilme Blomkamps, "Chappie" wie eine weichgespülte Version seiner früheren Werke vorkommen. Dennoch ist der Film keine Enttäuschung. "Chappie" ist actionreich, spannend, immer wieder mit richtig guten Gags und frechen Dialogen bestückt und liefert letztendlich allerbeste Popcorn-Unterhaltung auf (beinahe) Premium-Niveau. Dies liegt zuvorderst an den bestechenden visuellen Effekten sowie den gut aufgelegten, spielfreudig agierenden Stars: allen voran Hugh Jackman hat sichtlich große Freude daran, ausnahmsweise mal den bösen, rücksichtslosen Buben verkörpern zu dürfen.

Fazit: Trotz fehlender inhaltlicher Tiefe und nur leiser Gesellschaftskritik, ein munterer Action-Blockbuster mit großartigen CGI-Effekten und prächtig aufgelegten Stars.





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