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Das Gesetz der Familie
Das Gesetz der Familie
© Koch Media

Kritik: Das Gesetz der Familie (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Das Gesetz der Familie" ist der erste Spielfilm für den britischen Regisseur Adam Smith. Zuvor realisierte er u.a. einen Konzertfilm über das Elektronik-Duo "The Chemical Brothers", die auch den Soundtrack zu "Das Gesetz der Familie" beisteuerten, sowie einige Episoden der erfolgreichen Serie "Doctor Who". Seine Weltpremiere feierte das Gangster-Drama im September 2016 auf dem Toronto Filmfest. Gedreht wurde es in den englischen Kleinstädten Grovehill und Adeyfield. Nach "Song to Song" und "Alien: Covenant", ist Darsteller Michael Fassbender mit "Das Gesetz der Familie" bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mit einem Film auf den Kinoleinwänden zu sehen.

Auch wenn die Handlung des Films alles andere als außergewöhnlich ist und auch die Grundprämisse vom geplanten, schwierigen Ausstieg eines Familienmitglieds aus einer schwer kriminellen Sippe ganz sicher keinen Preis für Einfallsreichtum oder Kreativität gewinnt: "Das Gesetz der Familie" überzeugt, was zu aller erst an den darstellerischen Leistungen von Michael Fassbender und Brendan Gleeson liegt. Beide geben überzeugend und glaubhaft das explosive Vater-Sohn-Gespann, dessen Konflikt immer weiter anwächst. Zwar wirken nicht alle Entscheidungen und Verhaltensweisen von Chad glaubhaft (warum z.B. ist er seinem Vater so hörig und treu ergeben), dennoch gelingt es Fassbender, seine innerlich zerrissene Figur vielschichtig und ambivalent anzulegen.

Brendan Gleeson gefällt hingegen als strenger Patriarch, der seine Familie zusammenhält wie das Alphatier sein Wolfsrudel. Er hat für seine Sippe ein Außenseiter-Dasein in einer (wahrlich heruntergekommenen) Wohnwagen-Siedlung gewählt, und dieser Entscheidung haben sich alle unterzuordnen. Seit langem schon hangelt sich die Familie von einem Überfall zum nächsten, von einem bewaffneten Raub zum anderen. Dass sich das unter Chad, als künftigem Rädelsführer, oder später einmal unter dessen Sohn Tyson ändern könnte, kommt Colby freilich nicht in den Sinn. Im Gegenteil, wie er an einer Stelle des Films – als eine Art religiöse Bestimmung – klarmacht: gewisse Dinge seien vorgegeben und vorherbestimmt. Auch, wenn dies bedeutet, ein kriminelles Leben abseits der Zivilisation zu führen.

Bestechend gefilmt, extrem rasant und regelrecht pulsierend vor Spannung (was mitunter auch am treibenden Soundtrack liegt), sind die Actionszenen von "Das Gesetz der Familie". Und hier in erster Linie die schweißtreibenden Verfolgungsjagden, die sich Chad und Colby immer wieder mit der Polizei liefern – ob in der Finsternis der Nacht oder tagsüber in einem nur mit einem kleinen Guckloch ausgestatteten gelben Wagen. Einen großen Anteil am Gelingen dieser spannenden Bewegungs-Momente im Film, hat dabei die ausgewogene Kameraarbeit.

Fazit: Trotz einer beliebigen Handlung und einiger Unglaubwürdigkeit in den Entscheidungen einer der Hauptfiguren, überzeugt "Das Gesetz der Familie" dank eines bärenstarken Hauptdarsteller-Duos und der pulsierenden, schneidigen Action-Szenen.





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