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Die Insel der besonderen Kinder
Die Insel der besonderen Kinder
© 20th Century Fox

Kritik: Die Insel der besonderen Kinder (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Tim Burton ("Charlie und die Schokoladenfabrik", "Corpse Bride") ist mit seinem Faible für schräge und zuweilen düster-makabre Fantasiegeschichten genau der richtige Regisseur für diese Verfilmung eines Jugendromans von Ransom Riggs aus dem Jahr 2011. Der Schriftsteller entwirft in "Miss Peregrine's Home for Peculiar Children", dem ersten Band einer Trilogie, eine Fantasywelt voller Gefahren und Kämpfe vor dem realen Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Damit verbunden ist eine Coming-of-Age-Geschichte eines amerikanischen Teenagers, der in der Gegenwart lebt, aber Zeitreisen in die Welt seines Großvaters unternimmt. Er lernt Menschen mit Superkräften und sehr speziellen Eigenschaften kennen, die sie je nach Blickwinkel auch in die Nähe des Sonderbaren rücken. Während die Heimleiterin zu jenen magischen Wesen gehört, die Kinder beschützen wollen, lauern Monster wie der von Samuel L. Jackson gespielte Barron auf ihre Chance, in das Refugium der Kinder einzudringen.

Jake fühlt sich in Gesellschaft der "besonderen Kinder" auf der Insel auf einmal nicht mehr allein und unverstanden. So dient seine Reise in die Vergangenheit des Großvaters auch der Entwicklung eines neuen Selbstwertgefühls. Asa Butterfield stattet den jungen Helden mit der ernsten Aura eines Teenagers aus, für den Probleme kein Fremdwort sind. Eva Green verleiht ihrer Miss Peregrine eine wunderbare, selbstverständliche Güte, gepaart mit dem Kampfgeist einer mutigen Beschützerin der Kinder. Samuel L. Jackson versetzt sich voller Lust am Spiel in die Rolle des bösen Barron. Sehr interessant sind die Eigenschaften der jungen Waisenhausbewohner, die für Komik gepaart mit einem Hauch von Grusel sorgen, etwa Unsichtbarkeit, Schwerelosigkeit, ein Mund mit spitzen Zähnen am Hinterkopf.

Zweifellos sind Jakes Abenteuer spannend, aber nach einer Weile wird es auch ganz schön kompliziert, wenn von verschiedenen Zeitschleifen die Rede ist und von Experimenten, die die Bösen veranstalten, um Unsterblichkeit zu erlangen. Zum Glück bietet die visuelle Gestaltung genügend Attraktionen, die für sich selbst sprechen. Ob nun die schwerelose Emma einmal wie ein Luftballon an einer Schnur gehalten wird oder Skelette im alten englischen Seebad Blackpool quicklebendig werden: Die Inszenierung weiß mit ihrer nostalgischen, sowohl düsteren als auch leichten Atmosphäre zu fesseln.

Fazit: Tim Burtons Verfilmung eines Fantasyromans von Ransom Riggs handelt von Kindern, die vor Krieg oder Ausgrenzung Zuflucht in einer Parallelwelt suchen. Der problembeladene Teenager Jake taucht mittels Zeitreise in die Vergangenheit des Großvaters ein und findet in Gesellschaft skurriler Charaktere mit Superkräften seine eigene Identität. Namhafte Darsteller wie Eva Green und Samuel L. Jackson, aber auch die stilvolle visuelle Gestaltung helfen, die Magie und den schaurig-humorvollen Reiz der zuweilen recht komplizierten Geschichte hervorzuheben.





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