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Planet der Affen: Survival
Planet der Affen: Survival
© 20th Century Fox

Kritik: Planet der Affen: Survival (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das 2011 begonnene "Planet der Affen"-Reboot schlägt nun sein drittes Kapitel auf. Das Virus, das zur Evolution einer intelligenten Primatenspezies geführt hat und die Menschen ihrer spezifischen Sprachfähigkeit allmählich beraubt, war die Ursache eines erbitterten Krieges um die Vorherrschaft auf dem Planeten Erde. Caesar, der Anführer der Schimpansen, will den Frieden, aber auch Rache für den Tod seiner Angehörigen nehmen. Der innere Konflikt des Primatenchefs bildet den emotionalen Kern einer düsteren Geschichte, in der viel gekämpft und gelitten wird. Unter der Regie von Matt Reeves ist ein bildgewaltiges Spektakel mit beeindruckenden Natur- und Architekturlandschaften entstanden, in dem die Performance-Capture-Darstellungen zentraler Affencharaktere einen besonderen Reiz ausüben.

Wie soll der ganze Hass und die Spirale von Gewalt und Rache gestoppt werden, die ein Krieg verursacht? Caesar weiß es nicht, im Gegensatz zu seinem sanften Berater Maurice. Und der Menschen-Colonel klammert sich besessen an das Ziel eines Sieges um jeden Preis, um unwillkommene Gedanken zu betäuben. Immer wieder wird in dieser Gegenüberstellung der beiden Spezies klar, dass die Affen die besseren Menschen sind, weil sie die Nächstenliebe über andere Prinzipien stellen. Der Film treibt die Beschwörung der Stimme des Herzens zuweilen ins Kitschige, vor allem mit der Figur der kleinen Nova, die eine Vermittlerrolle einnimmt. Das verblüffend ausdrucksstarke Mienenspiel von Maurice und von Caesar hingegen überzeugt und entfaltet eine starke emotionale Wirkung.

Es gibt wunderbare Landschaften und Kulissen in diesem Film. In 3D kommt die Bildgestaltung besonders zur Geltung, weil man weit in die Tiefe blicken kann und sich auf den einzelnen Ebenen des Raums Unterschiedliches abspielt. Es gibt spektakuläre Effekte wie einen wuchtigen Lawinenabgang, allerdings wirkt die Geschichte mit ihren 140 Minuten doch sehr lang gezogen und statisch. Die Kinderfilme der Dinosaurier-Animationsreihe "In einem Land vor unserer Zeit", in der es auch immer wieder um Aufbruch und die Suche nach neuen Lebensräumen ging, besitzen mehr emotionale Lebendigkeit. Das ist ein Wermutstropfen in diesem so aufwändigen und stellenweise auch sehr beeindruckenden Leinwandspektakel.

Fazit: Im dritten Film der Sci-Fi-Reihe wird der Primatenchef Caesar mit seinem menschlichen Erzfeind und mit seinen eigenen widerstreitenden Gefühlen konfrontiert. Unter der Regie von Matt Reeves entfaltet sich ein bildgewaltiges Spektakel mit beeindruckenden Kulissen und schauspielerischen Darstellungen in Performance-Capture-Technik. Der Genuss der tollen Schauwerte und des eindringlichen Plädoyers für den Wert der Nächstenliebe wird ein wenig abgemildert durch die Langatmigkeit und die teilweise fehlende Dynamik der Geschichte.





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