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13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi
13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi
© Paramount Pictures Germany

Kritik: 13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Actionthriller von Regisseur Michael Bay ("Transformers") erzählt die wahre Geschichte der Attentate auf zwei amerikanische Einrichtungen im libyschen Bengasi am 11. und 12. September 2012. Dabei kamen der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter ums Leben. Eine ganze Nacht lang waren die sechs vor Ort stationierten Sicherheitssoldaten mit der Verteidigung ihrer Landsleute allein gelassen und lieferten sich schwere Gefechte mit den in Wellen attackierenden Terrormilizen. Der Vorfall geriet in Washington zum Politikum, denn er warf ein grelles Schlaglicht auf Kompetenzwirrwarr und den fahrlässigen Umgang mit dem Leben von Staatsbediensteten. Das Drehbuch basiert auf einem Sachbuch-Bestseller von Mitchell Zuckoff. Außerdem beriet sich der Regisseur bei der Konzeption mit den am Einsatz beteiligten Soldaten.

Die Helden des Films, Jack, Tyrone und ihre vier Kameraden, wittern die Bedrohung schon lange vor dem Attentat. Bewaffnete Milizen errichten Straßensperren, aus jeder Menschenansammlung kann plötzlich ein Angriff erfolgen. Angeblich beschützt eine befreundete libysche Einheit die Amerikaner in Bengasi, doch Tyrone und seine Leute können die Männer in Zivilkleidung nicht von den Feinden unterscheiden. Schießen dürfen sie nur, wenn sie auch wirklich attackiert werden. Ihre nervliche Anspannung bestimmt von Anfang an die Filmatmosphäre. Mit satirischer Schärfe kritisiert der Film das zögerliche Verhalten des örtlichen CIA-Chefs und das Versagen auf höherer Ebene, als die Belagerten Hilfe anfordern. Zum Beispiel wird das umkämpfte Gebäude mit der Kamera einer US-Drohne ins Visier genommen, die nicht ins Geschehen eingreift. Jack rechnet schließlich damit, in einer Schlacht zu sterben, die er, wie er sagt, nicht einmal versteht.

Die adrenalintreibende Inszenierung ähnelt einem besonders realistischen Kriegs-Videospiel. Die Handkamera heftet sich hektisch an die Soldaten, die im Rauch der explodierenden Geschütze die Orientierung zu behalten versuchen und ihre Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde fällen. Der Wechsel zwischen den Gefechten und den Pausen, in denen sich die Männer auf den nächsten Ansturm vorbereiten, schraubt die Spannung noch mehr in die Höhe. Die intensive Schilderung des stundenlangen Kampfs gerät zwar zur Hommage an das Team von Tyrone und Jack, aber der Film bewahrt sich insgesamt dennoch einen recht differenzierten Blick auf die Realität und versinkt nicht in plattem Patriotismus.

Fazit: Regisseur Michael Bay verwandelt die wahre Geschichte des Attentats auf das US-Konsulat und einen CIA-Posten in Bengasi im Jahr 2012 in einen nervenaufreibenden Actionthriller. Er vertieft sich hautnah in die Gefechte, die sich sechs amerikanische Soldaten über mehrere Stunden hinweg mit einer großen Zahl von Angreifern lieferten. Die virtuose Inszenierung wird um kritische Töne ergänzt, wenn der Film hinterfragt, wie diese fatale Lage entstand und warum die Belagerten nicht früher militärische Hilfe bekamen.





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