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A Cure For Wellness
A Cure For Wellness
© 20th Century Fox

Kritik: A Cure For Wellness (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die deutsch-amerikanische Co-Produktion stammt vom US-Regisseur Gore Verbinski. Verbinski feierte seinen Durchbruch als Filmemacher vor 15 Jahren mit dem US-Remake eines japanischen Gruselstreifens: "Ring". Danach gelang ihm mit den Piraten-Abenteuern der "Fluch der Karibik"-Reihe ein Kassenschlager nach dem anderen. "A Cure for Wellness" wurde zu weiten Teilen in Deutschland gedreht, u.a. in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg. Als Außenkulisse des Heilzentrums, fungiert im Film die beeindruckende Burg Hohenzollern bei Hechingen. Während der Produktion, war die Burg für Touristen nicht zugänglich. Die Dreharbeiten fanden von Juni bis Oktober 2015 statt.

"A Cure for Wellness" zählt zu den optisch berauschendsten Horror- bzw. Mystery-Filmen der letzten Jahre, vermutlich sogar seit Martin Scorseses Meisterwerk "Shutter Island" mit Leonardo DiCaprio. Immer wieder erinnert "A Cure for Wellness" an den Psycho-Horror von 2009, z.B. wenn Hauptfigur Lockhart gegen seinen Willen hinter den dicken Mauern des Sanatoriums festgehalten wird – und an ihm medizinische Experimente vorgenommen werden. Der Film bietet durchgestylte, entwaffnend opulente Hochglanz-Bilder. Nicht zuletzt auch von den berauschenden Berg-Kulissen und der prächtigen Burg Hohenzollern.

Es entsteht ein Gefühl der Abschottung und Beklemmung, auch deshalb, weil die Klinik abseits hoch oben auf einem Berg liegt. Drumherum vor allem: Wald und Berge. Verbinski tobt sich hier visuell aber auch inhaltlich, ordentlich aus und versucht mit unzähligen Anspielungen, Hinweisen und (falschen) Fährten, den Zuschauer zum Miträtseln zu verleiten. Und das für fast zweieinhalb Stunden. Die epische Länge ist wahrscheinlich der einzige echte Kritikpunkt, der aber schwer wiegt: denn der Film ist teils zu langatmig, zu ausschweifend geraten.

Auch wenn er fast durchweg mit seiner bedrohlichen Atmosphäre und bedrückenden Spannung überzeugt, hätte ihm eine kürzere, kompaktere Laufzeit gut getan. Dafür hätte Verbinski vielleicht auf die ein oder andere Idee verzichten sollen, die man (so oder so ähnlich) durchaus auch schon in anderen, ähnlichen gestrickten Filmen gesehen hat: etwa das den Patienten zugeführte, alles andere als schmackhafte Wasser, tierische Totgeburten oder – zwecks Malträtierung der Patienten – eingesetztes Zahnarzt-"Besteck". Alles in allem aber bietet "A Cure for Wellness" überdurchschnittliche, solide Genre-Kost, die Fans zufrieden stimmen wird. Das liegt auch an Hauptdarsteller Dane DeaHaan. Sein langsamer, körperlicher wie psychischer Verfall, spiegelt sich unaufhörlich in seinem Gesicht wieder. Ein kreidebleiches Gesicht mit stahlblauen Augen, die aufgrund der zunehmenden Qualen bald nur noch eins sind: blutunterlaufen.

Fazit: Solide, optisch berauschende Gothic-Horror-Mär im Stil von "Shutter Island" mit gutem Hauptdarsteller und prächtigen (Natur-)Kulissen. Leider ist der Film mindestens 30 Minuten zu lang geraten.





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