US-Drama mit Brad Pitt: Benjamin Button wird als alter Mann geboren - und während alle anderen älter werden, wird er selbst immer jünger
Inhalt
An niemand geht die Zeit spurlos vorbei. Auch nicht an Benjamin Button. Doch während alle anderen Menschen als Babys zur Welt kommen und im Verlauf ihres Lebens immer älter werden, wurde Benjamin als alter Mann geboren und wird seitdem äußerlich von Jahr zu Jahr jünger. Es ist allerdings erst die Liebe zu einer Frau, die seine Besonderheit auf eine harte Probe stellt. Denn während sie altert und mit der Zeit zu einer greisen Frau wird, wird Benjamin Button zum Kind.
Credits
Originaltitel: The Curious Case of Benjamin Button
Oscar 2009 Gewinner: Bestes Szenenbild - Donald Graham Burt und Victor J. Zolfo, Bestes Make-Up - Greg Cannom, Beste Ausstattung - Donald Graham Burt und Victor J. Zolfo, Beste visuelle Effekte - Eric Barba, Steve Preeg, Burt Dalton und Craig Barron Weitere Nominierungen: Bester Film, Beste Regie (David Fincher), Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Beste Nebendarstellerin (Taraji P. Henson), Bestes adaptiertes Drehbuch (Robin Swicord, Eric Roth), Beste Kamera (Claudio Miranda), Bestes Kostümdesign - Jacqueline West, Bester Schnitt (Kirk Baxter, Angus Wall), Beste Musik (Alexandre Desplat), Bester Tonschnitt - David Parker, Michael Semanick, Ren Klyce und Mark Weingarten
8martin vom 02.01.2012 Es ist ein wunderschönes Märchen von der großen, ewigen Liebe, die unabhängig vom Alter besteht, selbst wenn die Lebenszeiten der Verliebten in entgegengesetzte Richtungen laufen. Das schildert uns David Fincher in stimmungsvollen Bildern, die meist in Gelb- und Brauntönen gehalten sind und beweist damit einmal mehr, was er kann. Fast drei Stunden (schon etwas lang) sehen wir eine Story, die auf der Klaviatur der Emotionen wahre Symphonien abspielt und mit einem ungewöhnlichen Charme daherkommt. Durch die Rahmenhandlung bekommt das Ganze zwei Ebenen und eine zusätzliche Unterhaltungsgrundlage. Die Maskenbildner hatten hier Konjunktur und leisteten nicht nur bei Brad Pitt ganze Arbeit, sondern auch bei Cate Blanchett. Aber auch ohne die Mithilfe der Visagisten überzeugen Tilda Swinton, die durch ihren Auftritt den märchenhaften Charakter unterstreicht, sowie Julia Ormond, die die erlösende Aufklärung bringt. Die Komik der Situation unterstreichen Sätze wie ?Wir enden alle schließlich in Windeln?. Der Wandel der Zeiten wird durch markante Musikbeispiele von den Platters oder den Beatles betont. Und das Ende der Liebesgeschichte ist so schön, dass es den Romantikern fast das Herz zerreißt. Durch die Gegenbewegung der Alterungsprozesse wird allerdings eine gewisse Zeitlosigkeit herausgearbeitet. Und durch den eingearbeiteten Exkurs über den Zufall kommt noch eine philosophische Komponente hinzu. Ein Beispiel dafür, dass Gefühle nicht im Herz-Schmerz-Niveau ertrinken müssen, sondern wenn gut gemacht eine Bereicherung darstellen.
a.g.wells vom 22.01.2009 Was wäre wenn? Diesen Gedanken hat wohl F. Scott Fitzgerald auch weitergesponnen, als er 1920 seine Kurzgeschichte schrieb. Dabei dachte er wohl an das Zitat von Mark Twain: “Das Leben würde unendlich viel glücklicher verlaufen, wenn wir mit 80 geboren und uns langsam auf 18 zu bewegen würden“.
Silvester 1918. Der Knopffabrikant Thomas Button (Jason Fleming) erwartet sein erstes Kind. Als er seinen Sohn sieht erschrickt er fürchterlich. Er sieht aus wie ein 80ig jähriger Greis. Schockiert nimmt er ihn und legt ihn im nahegelegenen Altersheim auf die Stufen.
Dort entdeckt ihn die farbige Queenie (Taraji P. Henson) die als Wirtschaftlerin im Altersheim arbeitet.
Zusammen mit ihrem Freund Tizzy (Mahershalhasbaz) begleitet sie Benjamin Button (Brad Pitt) auf seinem Weg vom Greis zum Jüngling. In New Orleans werden wir Zeuge seiner Lebensgeschichte vom Ende des 1. Weltkrieges bis ins 21. Jahrhundert. Ein grandioses Schicksal, eines ungewöhnlichen Mannes.
Mit bemerkenswerten Menschen, denen er begegnet. Er findet die Liebe mit Daisy (Cate Blanchett) und verliert sie wieder. Er freut sich des Lebens. Trauert um die Toten und lernt vor allem, was von zeitloser Bedeutung ist. Etwa 40 Jahre lang dümpelte das Projekt in den Archiven, bis sich die Produzenten Kathleen Kennedy und Frank Marshall seiner annahmen.
Ein ungewöhnlicher Film über ein außergewöhnliches Schicksal. Eine Kamera, die mehr beobachtet und uns teilhaben lässt. Dabei konnte man auf schnelle Schnitte verzichten und hektische Bewegungen fallen ganz weg. Mit Filmmusik, die den Namen auch verdient, indem sie die Bilder verstärkt und nicht lautstark zudeckt.
165 sehenswerte Minuten eines außerordentlichen Filmes.