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Vicky Cristina Barcelona

Userwertung 5/10
Woody Allens Romantikkomödie erzählt von den amourösen Eskapaden zweier junger Amerikanerinnen (Scarlett Johansson und Rebecca Hall)  in Barcelona
Cristina Scarlett Johansson 2008 Concorde Filmverleih GmbHVicky Cristina Barcelona 2008 Concorde Filmverleih GmbHJuan Antonio Javier Bardem und Vicky Rebecca Hall sprechen sich aus Vicky Cristina Barcelona 2008 Concorde Filmverleih GmbH Von links nach rechts Vicky Rebecca Hall Judy Patricia Clarkson und Cristina Scarlett Johansson besichtigen Barcelona Vicky Cristina Barcelona 2008 Concorde Filmverleih GmbH
Inhalt
  •  Die zwei jungen Amerikanerinnen Vicky (Rebecca Hall) und Christina (Scarlett Johansson) verbringen gemeinsam den Sommer in Barcelona . Die eine ist verlobt, hat sehr eigenartige Ideen, wie sich ihr Leben entwickeln soll, die andere ist ungebunden. Auf der Suche nach Abenteuern und dem gewissen Etwas, von dem sie keine Vorstellung hat, was es sein wird, möchte sie sich vom turbulenten Leben in der spanischen Mittelmeerstadt inspirieren lassen. Kaum angekommen lernen sie den verführerischen Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) kennen, der gerade von seiner großen Liebe Maria Elena (Penelope Cruz) verlassen wurde...
Credits
Awards, Auszeichnungen und Preise
Filmkritik
  • Woody Allen hat das kühle London aus „Match Point“, „Scoop“ und „Cassandra’s Dream“ zugunsten des sonnigen Spanien hinter sich gelassen: In Barcelona und Oviedo spielt seine romantische Komödie „Vicky Christina Barcelona“, ein atmosphärisch dichter, wenn auch oberflächlicher Sommerfilm.

    Durch die Handlung führt ein süffisanter Off-Kommentator, dessen Funktion nur teilweise gerechtfertigt wird – wenn er nämlich Gedanken und Zeitsprünge erklärt. Sobald er allerdings erzählt, was man ohnehin sieht, nervt er.
    Die Charaktere entsprechen Klischees: Da wären zunächst die titelgebenden jungen Amerikanerinnen, Vicky (Rebecca Hall) und Christina (Scarlett Johansson). Hall gibt die brünette, schlaue, bodenständige Studentin mit konkreten Eheplänen, Johansson mimt die impulsive, sinnliche Blonde mit künstlerischen Ambitionen und Sehnsucht nach Leidenschaft. Beide verbringen den Sommer in Barcelona, bei einer wohlhabenden Verwandten von Vicky.
    Nach einer Reihe von klassischen Touri-Shots stolziert Javier Bardem als Juan (na klar) in die Handlung, ein einheimischer Künstler mit Schlafzimmerblick und wilder Ehegeschichte. Er bietet Vicky und Christina an, sich von ihm nach Oviedo fliegen zu lassen, wo man gemeinsam Wein verkosten und das Bett teilen könne – für Vicky eine dreiste, inakzeptable Machoanmache, für Christina das Abenteuer, auf das sie gewartet hat.
    Und wer jetzt errät, mit wem Juan zuerst schläft, kriegt 'nen Keks…

    Spannung stürmt in Gestalt von Pénelope Cruz in die liebliche Provinzidylle. Gekonnt spielt sie gegen das ihr angeschriebene Klischee der temperamentvollen – und hier auch gefährlichen – Spanierin an, als Maria Elena, Juans leicht hysterische und selbstmordgefährdete Ex. Gerade dewegen kommt man nicht umhin zu wünschen, Almodóvar würde von jetzt ab Allen die Zügel aus der Hand nehmen. Quasi Maria Elenas Gegenstück stellt Chris Messina dar, der als Vickys öder Yuppie-Verlobter in Barcelona auftaucht. Natürlich als diese beginnt, ihre Ehepläne zu hinterfragen.
    Es folgen Liebesirrungen- und wirrungen, die in einer idyllischen Ménage-a-trois gipfeln. Dennoch beschleicht einen ständig das Gefühl, das nicht allzu viel passiert, während Allen immer wieder haarscharf an der Kitschgrenze vorbeischrammt – etwa mit Juans gar putzigem alten Väterlein – und die grundsätzlich grandiose Patricia Clarkson in einer undankbaren Nebenrolle als Plot-Beipackmittel verschleißt. Auch die Dialoge, eigentlich ja Allens Stärke, überzeugen nicht immer. Wenige witzige Wortgefechte werden von hölzernen Betrachtungen überdeckt.
    Aber immerhin injizieren Christina, Juan, Maria – und natürlich Barcelona –  der Handlung natürlichen Charme in Schüben, so dass der Film zumindest schön anzusehen ist.

    Ein rundum überzeugendes Werk wie „Match Point“ ist Allen mit seinem Ausflug in eine neue europäische Metropole nicht gelungen. Aber immerhin ein besseres Chick Flick mit gut gelaunten Darstellern und schwelgerischen, perfekt komponierten Urlaubsbildern. Nett, aber kein Muss.

    Sira Brand






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Userkommentare
8martin vom 05.07.2011
Der langweiligste Woody Allen, den ich kenne. Alle möglichen Spielarten der Liebe werden hier nur ausdiskutiert bis zum Abwinken. Ein Lesestück also, wenn es nicht - und das ist noch das Beste daran - die leichte spanische Gitarrenmusik gäbe. Xavier Bardem nimmt man durchaus den Womanizer ab und seine problematische Ex (Penelope Cruz) ist die Einzige, die ein paar Szenen hat, wo ihr Temperament zum Einsatz kommt. Doch das ist aber auch schon alles. Hall und Johansson verkörpern die personalisierte Langeweile, sind unsicher, mit sich und der Welt im Unklaren und ihr Tun ist nicht nachvollziehbar. Was für ein Drehbuch?! Ohne Charme, ohne Witz und letztlich auch ohne Ziel plätschern Figuren und Dialoge so dahin. Allens Drehbuch ist einfach nur geschwätzig. Die Grundaussage ist gleich Null bzw. alles kalter Kaffee. Dabei ist diese Problematik sowohl literarisch als auch filmisch schon hundert Mal beschrieben worden - und auch noch wesentlich besser. Was hat den Altmeister da nur geritten?
Na gut, Promiskuität kann ja vielleicht heute angesagt sein. Wenn man mit sich sonst nichts anzufangen weiß, genügend Zeit und Geld hat, kann das ein wohltuender Zeitvertreib sein. In eine filmische Form gegossen, muss es aber schon amüsant, geistreich und voller Überraschungen sein. Und es darf dann nicht auch noch ausgehen wie das Hornberger Schiessen. Ärgerlich! K-V.


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