Action-Krimi von Guy Ritchie: Londons Unterwelt macht ihr Geld nicht mehr mit Drogen, sondern mit Immobilien - und Lenny Cole, Gangster alter Schule, mischt kräftig mit. Doch nun plant er seinen letzten, ganz großen Coup, bei dem ausgerechnet sein angeblich toter Stiefsohn, der Rockstar-Junkie Johnny Quid, das Zünglein an der Waage spielt
Inhalt
Immobilien haben Drogen als lukrativste Handelsware abgelöst, und die umtriebigsten Unternehmer der Branche sind Banditen. Wer auf diesem heißen Pflaster kaltblütig mitmischen will – egal ob ein kleiner Gauner wie One Two (Gerard Butler) oder ein undurchsichtiger russischer Milliardär wie Uri Obomavich (Karel Roden): An einem Mann kommen sie alle nicht vorbei – Lenny Cole (Tom Wilkinson). Lenny ist ein Gangster alter Schule und weiß, wen man schmieren muss: Er hat alle großen Tiere fest im Griff – Bürokraten, Broker und Bandenchefs. Wenn er zum Hörer greift, lösen sich Behördenprobleme in Luft auf. Doch Lennys rechte Hand Archy (Mark Strong) erinnert ihn immer wieder daran, dass London zur Drehscheibe sich wandelnder Zeiten wird: Mächtige Mafiosi aus dem Osten, hungrige Straßenganoven und alle, die sich auf den Ebenen dazwischen tummeln, wollen die Business-Regeln der Unterwelt zu ihren Gunsten ändern. Wer im richtigen Moment zupackt, kann Millionen abstauben. Wer ein Stück vom Kuchen haben will, muss intrigieren, übers Ohr hauen und die Samthandschuhe zu Hause lassen. Während sich die tollen Hechte und kleinen Fische gegenseitig die Brocken wegschnappen, plant Lenny seinen letzten, ganz großen Coup. Und dabei spielt ausgerechnet Rockstar-Junkie Johnny Quid (Toby Kebbell), Lennys angeblich toter Stiefsohn, das Zünglein an der Waage...
8martin vom 29.05.2012 Im Gangstermilieu jagen mehrere Gruppierungen hinter einem Gemälde her, das wie leider nie zu sehen kriegen. Es sind die üblichen Zutaten für eine Brit-Comedy mit Grausamkeitshäppchen über Raubtierkapitalismus mit Russen-Mafia als Beilage: heiße Rhythmen und heiße Schnittchen (u.a. Gemma Arterton). Die Unterwelt ist wie immer hinter etwas her (hier ein Gemälde) und da bleiben dann schon mal ein paar Luser auf der Strecke, wenn?s ans Begleichen ausstehender Schulden geht. Das vollzieht sich von der Spannung her gleichförmig, gelegentlich unterbrochen durch flotte Sprüche, wie ?ständiges Bonanza Schauen hinterlässt bleibende Schäden?. Es entstehen zwischendurch aber immer wieder Längen, in denen sich das Ziel im Nebel verliert. Aber es gibt auch Momente, die Interesse wecken ? neben den Prügel- und Folterszenen: die Vater-Stiefsohn Problematik. Da glänzt Tom Wilkinson als der Ältere, der austeilt, aber auch einsteckt. Gerald Butler als OneTwo und Thandie Newton haben den schnellsten ?Fick? der Filmgeschichte: in drei kurzen, schnellen Schnitten: Kuss, Stöhnen, Zigarette. Das war?s! Und über den etwas unausgegorenen Schluss brauchen wir kein Wort zu verlieren. Schwamm drüber. Also nichts Exzeptionelles, halt die handelsübliche Unterhaltung vom Fließband.